Affäre in Bayern Verdacht der Steuerhinterziehung gegen Haderthauer

Der Fall Haderthauer weitet sich möglicherweise aus. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, wird gegen die CSU-Politikerin wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ermittelt.

Politikerin Haderthauer (im September 2014): Neuer Verdacht
DPA

Politikerin Haderthauer (im September 2014): Neuer Verdacht


München - Bisher ging es vor allem um teure Modellautos, und die Frage, ob die CSU-Politikerin Christine Haderthauer mit ihrem Ehemann einen ehemaligen Geschäftspartner geprellt hat. Nun jedoch könnte der Fall eine neue Ebene bekommen. Wie die "Süddeutsche Zeitung" meldet, soll die Staatsanwaltschaft in München inzwischen auch wegen möglicher Steuervergehen ermitteln.

Konkret geht es um den Verdacht, dass Haderthauer in drei Jahren (2005, 2006 und 2008) ihre Abgaben nicht korrekt geleistet haben könnte, so die Zeitung. Insgesamt soll es demnach um etwa 55.000 Euro gehen. Fragwürdige Kontobewegungen gab es laut dem Bericht teilweise auch noch, als Haderthauer bereits Ministerin in Bayern war. Eine Bestätigung von Seiten der Behörden liegt offenbar noch nicht vor.

Im September war Haderthauer wegen der sogenannten Modellbau-Affäre als Chefin der Bayerischen Staatskanzlei zurückgetreten. Gegen die CSU-Politikerin und ihren Ehemann wird wegen Betrugsverdachts ermittelt. Hintergrund sind umstrittene Geschäfte des Ehepaars mit Modellautos, die von psychisch kranken Straftätern gefertigt wurden.

Ministerpräsident Horst Seehofer hatte wiederholt Haderthauers Krisenmanagement in Zusammenhang mit ihrem Engagement bei dem Modellautohersteller kritisiert. Der politische Druck war auch dadurch immer weiter gewachsen.

Haderthauers Ehemann hatte als Arzt im Bezirksklinikum Ansbach in der geschlossenen Abteilung einen Dreifachmörder kennengelernt, unter dessen Anleitung die Autos später entstanden. Haderthauer schied Ende 2003 aus der Firma aus und übertrug ihrem Mann ihren Anteil. Die Staatsanwälte prüfen, ob später Gewinne zu niedrig angegeben wurden. Ein ehemaliger Geschäftspartner fühlt sich um mehr als 30.000 Euro geprellt. Es besteht zudem der Verdacht, dass die Ministerin nach 2003 weiter in die Firma involviert war.

Die Opposition wirft Haderthauer vor, sie habe sich durch die Arbeit eines Straftäters bereichert und den Landtag mit ihren Darstellungen hinters Licht geführt.

jok

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insgesamt 13 Beiträge
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Seite 1
Inuk 03.12.2014
1. Haderthauer
Die Finanzbehörde soll ruhig bei Frau Haderthauer ermitteln. Wenn sie fündig wird, wird bestätigt, was längst Volkes Meinung ist und weshalb der Beruf des Politikers ganz unten in der Beliebtheitsskala tendiert.
nhorwath 03.12.2014
2. ....und dann gibt es das Hornberger Schießen.
Mit Angeklagten die nie verurteilt werden oder wie Herr Hoeness in einem Märchen-Knast sitzen.Das ist allerunterster Politiker-Stil von Leuten die über Wahlurnen an finananziell protzige Jobs kommen. Sie sind eigentlich für jeden Wander-Zirkus als Verbal-Joungleure noch zu schlecht.
pauschaltourist 03.12.2014
3. Falsch
Die angeblichen Vorbehalte Seehofers gegenüber dieser dubiosen Dame werden völlig falsch dargestellt. In der Anfangsphase unterstützte er sie mit Kräften und beteuerte uneingeschränkten Rückhalt.
WwdW 03.12.2014
4. Frau Harderthauer
nehmen Sie sich ein Beispiel am Präsidenten von Uruguay. Ihnen sollte dabei beim Vergleich mit ihnen selbst jeden Tag das Heulen hochkommen.
Ausfriedenau 03.12.2014
5. In Bayern...
herrschen mafiose Strukturen. Es ist offensichtlich nur die Spitze des Eisbergs an illegalen Bereicherungen und Betrügereien in einem Land, das soviel Wert auf christliches Verhalten legt und den Maßstab bei der Bewertung Anderer sehr hoch legt: verlogen und bigott, dieses CSU-Ländle!!!!!
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