Bundespräsidentenwahl Grüne wollen Butterwegge nicht unterstützen

Christoph Butterwegge ist Kandidat der Linken für die Bundespräsidentenwahl. Er hatte auf Unterstützung der Grünen gehofft - doch von denen kommt nun eine Absage.

Christoph Butterwegge
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Christoph Butterwegge


Der von der Linkspartei für die Wahl zum Bundespräsidenten nominierte Armutsforscher Christoph Butterwegge kann nicht auf Unterstützung durch die Grünen hoffen. Das machte deren Fraktionsvorsitzende im Bundestag deutlich. "Die Linkspartei setzt allein auf Parteitaktik", sagte Katrin Göring-Eckardt dem "Kölner Stadt-Anzeiger". "Ihr geht es nicht um das Amt des Bundespräsidenten, sondern darum, Steinmeier die Agenda 2010 als Klotz anzuhängen. Das ist reflexhaft."

Außenminister Frank-Walter Steinmeier ist der gemeinsame Kandidat von SPD und Union. "Er ist ein respektabler Kandidat", sagte Göring-Eckardt.

Butterwegge hatte am Dienstag erklärt, er hoffe darauf, auch Stimmen von anderen Parteien als der Linken zu bekommen. "Auf über 100 Stimmen hoffe ich zu kommen, die Linke hat 94", sagte er dem TV-Sender Phoenix. Union und SPD stellen in der Bundesversammlung gemeinsam über 920 Mitglieder.

Der parteilose Kölner Politikwissenschaftler gilt im Rennen gegen den Koalitionskandidaten Steinmeier als chancenlos, was er auch selbst so sieht. "Natürlich ist mir klar, dass ich nicht gewählt werde." Ihm komme es darauf an, auf die soziale Spaltung zwischen Arm und Reich hinzuweisen, aus der politische Zerrissenheit resultiere.

Für die Linke war Butterwegge Plan B: Teile der Partei hatten sich in den vergangenen Monaten Hoffnungen auf einen gemeinsamen Kandidaten mit SPD und Grünen gemacht. Damit wollte man einen Keil in die Regierungskoalition treiben und ein Zeichen für eine künftige rot-rot-grünen Zusammenarbeit im Bund setzen. Doch die Gespräche blieben erfolglos.

aar/dpa

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