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Kurze Verlagskarriere: Ex-Pirat Lauer verlässt Springer-Konzern

Ehemaliger Piraten-Politiker Lauer (Archivbild): Kurzes Intermezzo Zur Großansicht
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Ehemaliger Piraten-Politiker Lauer (Archivbild): Kurzes Intermezzo

Christopher Lauer arbeitet nicht mehr für den Axel-Springer-Verlag - dabei hat der frühere Piratenpolitiker seine Stelle als "Leiter Strategische Innovation" erst vor Monaten angetreten. Dem SPIEGEL sagte er, er suche sich womöglich eine neue politische Heimat.

Der ehemalige Piratenpolitiker Christopher Lauer hat seinen Ausflug in die Wirtschaft fürs Erste beendet. Wie er dem SPIEGEL sagte, haben der Springer-Verlag und er sich "im gegenseitigen Einvernehmen" getrennt.

Lauer hatte seit April 2015 als "Leiter Strategische Innovation" für den Verlag gearbeitet, der sich zum Digitalunternehmen wandelt. Während dieser Zeit blieb er als parteiloses Mitglied der Piraten-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, das ein Teilzeitparlament ist.

Von seiner konkreten Tätigkeit im Rahmen der Anstellung bei Springer bekam die Öffentlichkeit allerdings nicht viel mit. Einige Debattenbeiträge verfasste der 31-Jährige für Springer-Publikationen. In der "Welt" forderte er nach der Aufweichung der Netzneutralität durch die EU, Netzstrukturen zu verstaatlichen; für die Boulevardzeitung "B.Z". schrieb er einmal über die Neuausrichtung von Google.

Wechselt Lauer in eine andere Partei?

Kurz nach Antritt seines Jobs verteidigte er im SPIEGEL das vom Springer-Verlag forcierte Leistungsschutzrecht. Diese Abgabe, die Google für Verlagsinhalte in den Suchtreffern zahlen soll, hatte er zuvor als Piratenpolitiker abgelehnt - der Sinneswandel trug ihm viel Kritik ein.

Mit dem Abschied von Springer stellt sich die Frage nach Lauers Zukunft neu. Die Legislaturperiode in Berlin endet Ende 2016. Für die Piraten werde er nicht mehr antreten, sagte Lauer. Er hatte die Partei, deren Bundesvorsitzender er mehrmals werden wollte, im Herbst 2014 verlassen. Sie hat laut aktueller Umfragen auch keine Chance auf einen Wiedereinzug ins Berliner Abgeordnetenhaus.

Lauer schließt aber nicht aus, sich eine neue politische Heimat zu suchen. Seine Ambitionen auf eine Karriere in der Politik sind kein Geheimnis. Er galt als eines der größten Talente der Piraten, war auf dem kurzen Höhenflug der Partei gerngesehener Talkshowgast. Lauer machte aber auch immer wieder Schlagzeilen mit heftigen Auseinandersetzungen mit Parteifreunden (etwa mit einer Droh-SMS gegen den politischen Geschäftsführer Johannes Ponader).

Zuletzt twitterte der Abgeordnete wiederholt von Veranstaltungen der SPD - deren Regierungspolitik er zugleich heftig attackiert. Es ist auch unklar, welche Partei bereit wäre, dem temperamentvollen Lauer Verantwortung zu übertragen.

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1. Dem SPIEGEL sagte er...
Tom Joad 01.01.2016
"Dem SPIEGEL sagte er, er suche sich wohlmöglich eine neue politische Heimat." Liebe Redaktion, bitte suchen Sie mal im Duden nach "wohlmöglich". Sie werden das Wort nicht finden. Sogar hier, wenn ich auf Ihrer Forenseite einen Text schreibe, ist es rot unterstrichen. Das hat WOMÖGLICH etwas zu bedeuten! http://www.duden.de/suchen/dudenonline/wohlmöglich
2. Lauer ist nicht teamfähig
ADie 01.01.2016
Sein Ego würde es nicht ertragen, wenn nicht sofort das beschlossen wird, was er für richtig hält. Überzeugungsarbeit ist nichts für ihn. Keine Partei wäre gut beraten, ihn aufzunehmen.
3.
redfreakz 01.01.2016
Lauer ist meiner Meinung nach ein echter Politiker und er wäre, egal in welcher Partei, gut aufgehoben. Sein plötzlicher Sinneswandel zum Leistungsschutzrecht hat mir genau das gezeigt.
4. Oh Lauer
Peter Paul 01.01.2016
Wer bitte will denn Christopher Lauer bitte schön in seiner Partei haben? Der Mensch ist weder Teamfähig oder dazu in der Lage etwas alleine auf die Beine zu stellen, da bein ihm weder die notwendige Fähigkeit, Talent noch Ausdauer vorhanden sind. Ich würde Christopher Lauer noch nicht mal in meinem eigenen Unternehmen haben wollen, da er lediglich ein Detraktor wäre. Offensichtlich ist der Axel Springer Verlag zu der selben Ansicht gekommen das Christopher Lauer für ihn lediglich ein fleischgewordenes Einsparpotenzial darstellt.
5.
sarkasmis 01.01.2016
Es ist schon traurig, dass manche Menschen die keine in der Wirtschaft verwertbadbare Befähigung aufweisen ihr Glück ausgerechnet in der Politik versuchen und die Regeln für all jene gestalten wollen, die ihre Fähigkeiten produktiv einsetzen und darum keine Zeit für ein Politikerdasein haben. Für mich lässt das nur den Schluss zu, dass wir mehr direkte Demokratie brauchen, die die großen politischen Linien vorgibt, statt dies Menschen zu überlassen die für sonst nichts zu gebrauchen sind und deren einzige Chance auf ein gutes Auskommen die Politik ist.
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