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Grünen-Vorsitzende: Claudia Roth kündigt Abschied als Parteichefin an

Claudia Roth: "Platz für Erneuerung" Zur Großansicht
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Claudia Roth: "Platz für Erneuerung"

Bei den Grünen gibt es weitere personelle Konsequenzen nach dem Wahldesaster: Parteichefin Claudia Roth will offenbar im Herbst nicht erneut für das Vorsitzendenamt kandidieren, sondern Bundestagsvizepräsidentin werden.

Berlin - Insgesamt 13 Jahre lang stand Claudia Roth an der Spitze der Grünen - nun wird sich die Partei eine neue Vorsitzende suchen müssen: Roth kündigte am Montagabend bei einem internen Treffen nach Informationen von SPIEGEL ONLINE an, dass sie im Herbst nicht erneut als Parteichefin kandidieren wird. Damit übernimmt Roth Verantwortung für das schlechte Ergebnis der Grünen bei der Bundestagswahl.

Nach Teilnehmerberichten erklärte die Vorsitzende bei der Zusammenkunft grüner Bundestagsabgeordneter vom linken Parteiflügel, sie werde bei der Neuwahl im Herbst nicht erneut antreten. Roth wurde auf dem Treffen mit den Worten zitiert, sie wolle "Platz für Erneuerung" machen.

Geplant ist, dass auf einem Bundesparteitag im November der Bundesvorstand und der Parteirat neu gewählt werden, nachdem die beiden Gremien am Montag einen entsprechenden Beschluss gefällt hatten. Roths Co-Vorsitzender Cem Özdemir hatte am Montag erklärt, auf dem Parteitag erneut für den Chefposten zu kandidieren.

Gleichzeitig kündigte die Grünen-Politikerin bei dem Treffen am Montagabend nach Teilnehmerangaben an, sich um das Amt der Bundestagsvizepräsidentin bewerben zu wollen. Dieser Posten steht den Grünen im neuen Parlament zu, bisher wurde er von Katrin Göring-Eckardt besetzt. Göring-Eckardt, im Bundestagswahlkampf grüne Spitzenkandidatin, werden Ambitionen auf den Posten der Fraktionsvorsitzenden nachgesagt.

Allerdings gibt es an Göring-Eckardt genau wie an Co-Spitzenkandidat Jürgen Trittin nach dem miserablen Wahlergebnis von nur 8,4 Prozent scharfe Kritik aus der Partei. Trittin, der bereits seit vier Jahren Fraktionschef ist, und Göring-Eckardt ließen es am Montag offen, ob sie sich für den Vorsitz der Fraktion bewerben werden.

Durch Roths Entscheidung dürfte allerdings der Druck auf Trittin und Göring-Eckardt wachsen, ebenfalls Konsequenzen aus dem Wahldebakel zu ziehen. Am Montag hatte bereits der bisherige Parlamentarische Geschäftsführer Volker Beck den Rückzug von seinem Posten angekündigt.

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insgesamt 90 Beiträge
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1. Schlechter Scherz
angelobonn 24.09.2013
C. Roth als Vizepräsidentin? Das muss ein schlechter Scherz sein!!! Ich kann mir kaum jemanden vorstellen, der für dieses überparteiliche Amt ungeeigneter ist! Da kann man nur auf eine große Koalition hoffen, die solche Zumutungen verhindert!!!
2. Vielen Dank Frau Roth
tricopter 24.09.2013
... sein Sie mir nicht böse, aber das war längstens überfällig. Wer jahrelang sich immer nur über andere empört und das auch kundtut, und sich als moralische Instanz emporhebt, aber dann bei der Pädophälie Debatte der eigenen Partei auf Tauchstation geht, der braucht sich nicht zu wundern, warum die Zustimmung der Grünen in den Keller geht. Von den anderen Besserwissereien und Steuererhöhungen ganz abzusehen. Ich selbst bin sehr für Ökologie und lebe auch danach. Aber das kann ich auch ohne Grüne und besonders ohne Sie.
3. Heil in der Flucht...
ediart 24.09.2013
nach neuen Ämtern, im Schatten einer vierten Kraft im Bundestag. Die GRÜNEN sind nicht mehr das was sie mal waren, sondern eine degenerierte Partei die Anpassung sucht im bürgerlichen Lager..
4. Ich versteh das Ganze nicht!
bene_lava 24.09.2013
Zitat von sysopGetty ImagesBei den Grünen gibt es weitere personelle Konsequenzen nach dem Wahldesaster: Parteichefin Claudia Roth will offenbar im Herbst nicht erneut für das Vorsitzendenamt zu kandidieren, sondern Bundestags-Vizepräsidentin werden. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/claudia-roth-a-924070.html
8,6 % ist ein verdammt gutes Ergebnis für die GRÜNE, schaut man sich die Wahlergebnisse der letzten 16 Jahre an. Nun waren die GRÜNEN 2009 etwas stärker, das war aber keine Trendentwicklung sondern ein einmaliges Ereignis. Das wirkliche Desaster ist doch das Wahlergebnis der SPD,die den zweitniedrigsten Wert in der Geschichte erhielten und klar gezeigt haben, dass ihnen das Personal und die Fähigkeit fehlen, sich zurück in die Mitte zu kämpfen.
5. Respekt
Fred Clever 24.09.2013
Dieser Schritt verdient Respekt. Wenn jetzt noch ein Umdenken dahingehend stattfinden könnte, dass man auch als "Junior"-Partner (und das im besten Sinne) an der Seite einer CDU Regierungsverantwortung übernehmen und Politik aktiv mitgestalten kann, sind die Grünen vollständig in der Realität angekommen. Das könnte viele Fehler des Wahlkampfs wieder gut machen und ist deutlich konstruktiver als fundamentalistische Verweigerungspolitik aus der Opposition heraus. Was die Bürger über Letzteres denken, wurde bei der Wahl sehr deutlich. Diejenigen, die sich nicht in der Lage sehen, diesen Schritt zu gehen und über ihren Schatten zu springen, sollten erwägen, sich an Frau Roth ein Beispiel zu nehmen.
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