Grüne Roth zum Umgang mit AfD "Ich bin die Pro-Demokratie-Claudia"

Wie lässt sich die AfD entzaubern? Durch öffentliche Parlamentsausschüsse, sagt Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth. Im SPIEGEL ermahnt die Grünen-Politikerin die Abgeordneten, mehr Präsenz zu zeigen.

Claudia Roth
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Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth möchte die Arbeitsweise des Parlaments ändern: "Ich halte es für sinnvoll, die Sitzungen der Parlamentsausschüsse künftig öffentlich abzuhalten." Dann könne jeder sehen, "wer wirklich inhaltliche Vorschläge hat, und wer nur Fundamentalopposition macht", sagt die Grünen-Politikerin in einem SPIEGEL-Interview mit Blick auf die AfD-Fraktion. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

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Roth ermahnte die Abgeordneten der anderen Parteien: "Die Kolleginnen und Kollegen werden häufiger im Plenum sein müssen." Die AfD werde versuchen, den Bundestag lächerlich zu machen, indem sie Bilder verbreite, auf denen ihre Reihen gut gefüllt, die der anderen Fraktionen aber fast leer seien.

Roths Appell: "Meine Kollegen werden besser zuhören müssen, konzentrierter sein, dazwischen gehen." Die politische Auseinandersetzung müsse "aus den Talkshows dieser Republik wieder ins Parlament verlagert werden", forderte sie.

Sonderregelungen für die Rechtspopulisten solle es aber nicht geben, das wäre ein "dramatischer Fehler". Sie sei auch nicht noch einmal Bundestagsvizepräsidentin geworden, um die AfD zu provozieren, sagte Roth: "Ich bin nicht die Anti-AfD-Frau, den Gefallen tue ich ihnen nicht. Ich bin die Pro-Demokratie-Claudia."

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akm



insgesamt 51 Beiträge
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Seite 1
beyman 27.10.2017
1. Traurig
Traurig, dass unsere Politiker anscheinend ermahnt werden müssen, im Plenum anwesend sein zu müssen. Das ist Euer verdammter Job und sollte demnach eine Selbstverständlichkeit sein.
angst+money 27.10.2017
2. im Prinzip richtig
Das Problem dabei ist, wie man schon bei einem gewissen DT sieht: egal wie sehr sie sich zum Affen machen - ihre Fans jubeln trotzddem.
NahGha09 27.10.2017
3.
Wenn wieder mehr Diskussionen im Parlament stattfinden und dort ernsthafter gearbeitet wird als vorher, um die AfD zu entzaubern, hat sich meine Stimme für die AfD ja wirklich gelohnt. Schade, dass es erst durch das Erstarken der AfD zu dieser Selsbtmotivation der Abgeordneten kommt. So blebt ein "Geschmäckle" hängen, dass man sich jetzt mal vier Jahre am Riemen reißen wird und dann hofft, die AfD wieder los zu sein ...
frank-xps 27.10.2017
4. Wie kommt sie darauf?
wie kommt sie darauf, dass grade sie, pro Demokratie sei? also zum ersten das System dem sie als 4. Stellvertretende Parlamentspräsidentin stellvertretend vorsteht, nennt sich "Repräsentative Demokratie" weil die demokratische Macht in diesem Falle nicht vom Volk direkt sondern von dessen Repräsentanten den gewählten Abgeordneten ausgeht. Sollte die gute eigentlich wissen Korrekt müsste es also lauten "Pro repräsentative Demokratie Claudia" heißen. schon ziemlich armselig das nicht auseinanderhalten zu können.
Amadablam 27.10.2017
5. Nichts gegen den Vorschlag
Aber der Schuss kann nach hinten losgehen. Da sitzen nicht nur Dumpfbacken bei der AfD. Die Quote der Studienabbrecher würde ich im Verhältnis zu anderen Parteien auch nicht als überdurchschnittlich ansehen :-))
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