Reaktionen auf Clausnitz und Bautzen "Die Integration mancher Deutscher ist gescheitert"

Einige sind schlicht entsetzt, andere schlagen verbal zurück. Politiker von CDU und SPD verurteilen die Attacken auf Flüchtlinge in Sachsen scharf. Zum Teil fallen drastische Worte.


"In Bautzen und Clausnitz ist die Integration mancher Deutscher in unsere Leitkultur, die für Humanität, Respekt und Anstand steht, gescheitert." (Armin Laschet, Stellvertretender CDU-Vorsitzender, in der "Welt").

"Wer unverhohlen Beifall klatscht, wenn Häuser brennen, und wer Flüchtlinge zu Tode ängstigt, handelt abscheulich und widerlich." (Justizminister Heiko Maas, SPD, auf Twitter)

"Es ist unerträglich, wie offen und respektlos der Hass auf Ausländer zur Schau getragen wird. Wir stehen vor einer großen gesamtgesellschaftlichen Aufgabe, diesen Hass aus den Köpfen der Menschen zu bekommen." (Sachsens Innenminister Markus Ulbig, CDU)

"Die menschenverachtenden Attacken gegen Flüchtlinge und deren Kinder sind völlig inakzeptabel. Ich schäme mich dafür, dass sich Deutschland von einer derart hässlichen Seite zeigt." (Thomas Oppermann, Fraktionsvorsitzender der SPD im Bundestag)

"Das sind keine Menschen, die so was tun. Das sind Verbrecher." (Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich, CDU, zu Zeitungen der Funke Mediengruppe)

"Da läuft etwas sehr verkehrt in Sachsen. Ich bin entsetzt, dass es in Deutschland wieder zu Szenen kommt, in denen ein Mob applaudiert, weil ein Flüchtlingsheim brennt." (Aydan Özoguz, SPD, Integrationsbeauftragte der Bundesregierung)

"In Deutschland darf jeder seine Ängste und Sorgen äußern - das gilt auch für politische Meinungen, die einem nicht gefallen. Aber es gibt eine Schwelle des Anstands und des Rechts, die nicht überschritten werden darf - und bei den Geschehnissen in Sachsen wurden diese Schwellen deutlich überschritten." (Innenminister Thomas de Maizière, CDU)

"Sachsen muss aufpassen, dass es sich nicht allmählich zu einer Art 'failed state' (einem gescheiterten Staat, Anm. d. Red.) in Sachen Rechtsextremismus entwickelt." (Burkhard Lischka, Innenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, in der "Welt")

jme/dpa/AFP

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