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02. April 2018, 10:10 Uhr

Präsidentenwahl in Costa Rica

Carlos Alvarado Quesada besiegt evangelikalen Prediger

Costa Rica hat gewählt, klarer Sieger der Stichwahl ist Carlos Alvarado Quesada von den regierenden Sozialdemokraten. Zentrales Wahlkampfthema war die gleichgeschlechtliche Ehe.

Carlos Alvarado Quesada soll der nächste Präsident von Costa Rica werden. Der 38-jährige Kandidat der Regierungspartei PAC setzte sich in einer Stichwahl gegen seinen rechtskonservativen Konkurrenten Fabricio Alvarado Muñoz durch, meldete die Wahlkommission des mittelamerikanischen Landes.

Carlos Alvarado holte knapp 61 Prozent der Stimmen, rund 3,3 Millionen Costa Ricaner waren zur Wahl aufgerufen. Der Sozialdemokrat, Hobby-Rocksänger und ehemaliger Arbeitsminister, steht für liberale Positionen in gesellschaftlichen Fragen.

In der ersten Wahlrunde war er noch auf knapp 22 Prozent gekommen. Er trat als politischer Erbe von Staatschef Luis Guillermo Solís an, der vor vier Jahren erstmals das höchste Staatsamt für die Mitte-links-Partei PAC erobert hatte.

Alvarado Quesada siegte über den evangelikalen Aktivisten Fabricio Alvarado Muñoz, der den ersten Wahlgang noch mit knapp 25 Prozent der Stimmen gewonnen hatte. Der Laienprediger trat als radikaler Gegner der gleichgeschlechtlichen Ehe auf, die nach einem Urteil des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte in allen Mitgliedstaaten zugelassen werden soll. Im Wahlkampf machte sich der Evangelikale Fabricio Alvarado die Empörung darüber in dem konservativen Land zunutze.

Wahlsieger Carlos Alvarado wird keine eigene Mehrheit im Parlament haben und somit auf eine Koalitionsregierung angewiesen sein. Deren größte Sorgen werden die schwere Krise des Staatshaushalts, Korruption und ansteigende Drogenkriminalität sein. Das Haushaltsdefizit betrug zuletzt 6,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

cht/dpa

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