Cottbus Rechtsextreme verteilen Reizgas an Passanten

Cottbus hat ein Problem mit rechter Gewalt und aggressiven Flüchtlingen. Nun griff die Polizei NPD-Anhänger dabei auf, wie sie Reizgas und Flyer der rechtsextremen Partei im Zentrum der Stadt ausgaben.

Einkaufszentrum Blechen Carré im Zentrum von Cottbus
REUTERS

Einkaufszentrum Blechen Carré im Zentrum von Cottbus


Nach gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Syrern und Deutschen in Cottbus heizen Rechtsextreme in der brandenburgischen Stadt das Klima weiter an: In der Innenstadt haben Anhänger der NPD Reizgas an Passanten verteilt. Die sechs Männer gaben am Mittwoch zudem Flugblätter mit dem Logo der rechtsextremen Partei aus, meldet die Polizei.

Der Inhalt der Blätter richtete sich demnach gegen Zuwanderung. Unter den 17 bis 32 Jahre alten Männern sei auch ein Parteimitglied gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Kräfte der Bereitschaftspolizei, die als Fußstreife unterwegs waren, hatten die Gruppe gegen 18 Uhr im Bereich Stadtpromenade gestoppt.

Die Polizei wertete die Aktion als Versammlung, die aber im Vorfeld hätte angemeldet werden müssen, Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz würden eingeleitet. Noch nicht verteilte Flyer und Reizgas seien beschlagnahmt worden.

Zu einem weiteren Vorfall war es einige Stunden zuvor an einem Einkaufszentrum in der Nähe gekommen. Dort war ein Streit unter Syrern ausgebrochen, der in eine Schlägerei mündete. Ein 21-jähriger Syrer schlug dabei einem jugendlichen Landsmann mehrmals ins Gesicht. Ein dritter Syrer habe den Angreifer von weiteren Attacken abgehalten.

Die Polizei nahm den mutmaßlichen Täter in Gewahrsam. Weil er bereits mehrfach Straftaten begangen habe, sei dem Mann für einen Monat verboten worden, sich im Innenstadtbereich aufzuhalten.

Video: Cottbus - Porträt einer verunsicherten Stadt

Ney Sommerfeld

Die Cottbuser Innenstadt war zuletzt immer wieder Schauplatz von Attacken zwischen Deutschen und Flüchtlingen. Die Polizei stockte deshalb ihre Präsenz auf und Cottbus nimmt vorerst keine weiteren Flüchtlinge auf.

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cht/dpa



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