Flügelstreit CSU-Führung sagt "Union der Mitte" den Kampf an

Die CSU macht Front gegen die neue liberale Mitgliederinitiative innerhalb der Unionsparteien. Nach SPIEGEL-Informationen geht die Partei den Gründer der "Union der Mitte" in einem Brief scharf an.

CSU-Generalsekretär Markus Blume
AFP

CSU-Generalsekretär Markus Blume


CSU-Generalsekretär Markus Blume wirft der Mitgliederinitiative "Union der Mitte" vor, "Abspaltung und Sektierertum" zu betreiben.

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 31/2018
Die Özil-Affäre und das Problem mit der Integration

In einem Brief der CSU-Landesleitung an Stephan Bloch, den Gründer de Initiative, heißt es nach SPIEGEL-Informationen, die "Union der Mitte" sei ein grober Verstoß gegen die Parteistatuten. Neue Vereinigungen innerhalb der CSU seien nur mit Zustimmung des Vorstands erlaubt. Bloch solle seine Aktivitäten daher unverzüglich einstellen. Gern könne er sich aber in einer der "satzungsmäßig legitimierten Gliederungen" einbringen. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte bei SPIEGEL+.)

Die "Union der Mitte" ist eine Mitgliederinitiative aus liberalkonservativen CDU- und CSU-Mitgliedern, die sich gegen einen angeblichen Rechtsruck der Union wenden. In den letzten Wochen ist die Zahl der Unterstützer bei Facebook auf rund 3000 angewachsen. Die Gruppierung versteht sich als Gegenbewegung zu konservativen Unions-Zirkeln wie der "Werteunion" oder dem "Berliner Kreis", die den Kurs unter CDU-Chefin und Kanzlerin Angela Merkel kritisch sehen.

Nach SPIEGEL-Informationen will CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer das Thema der Fragmentierung der Union in einer Sitzung des Bundesvorstands am 20. August ansprechen. Die CDU solle die rivalisierenden Fraktionen nicht bremsen, aber sie für überflüssig erklären. Dem Vernehmen nach wünscht die CDU-Generalsekretärin sich auch einen Appell der Parteiführung an die Basisbewegungen, ihren Umgangston zu mäßigen.

Liberale Merkel-Unterstützer und konservative Merkel-Kritiker hatten sich zuletzt über soziale Medien heftige Wortgefechte geliefert.

Anmerkung der Redaktion: In der ersten Fassung dieses Textes hieß es, CSU-Generalsekretär Markus Blume habe der Mitgliederinitiative "Union der Mitte" in einem Brief "Abspaltung und Sektierertum" vorgeworfen. Tatsächlich erhob er den Vorwurf in einem Gespräch mit dem SPIEGEL. Der Brief stammt zudem nicht persönlich von Blume, sondern wurde von der CSU-Landesleitung erstellt.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

Was im neuen SPIEGEL steht, erfahren Sie immer samstags in unserem kostenlosen Newsletter DIE LAGE, der sechsmal in der Woche erscheint - kompakt, analytisch, meinungsstark, geschrieben von der Chefredaktion oder den Leitern unseres Hauptstadtbüros in Berlin.

ama

insgesamt 101 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
equigen 28.07.2018
1. Wenn nicht „IN“ der Partei, dann eben ausserhalb der CSU?
Es kann niemand gehindert werden eine CSDU in Bayern zu gründen... Wenn genug anständige folgen wird man sehen, ob die CDU einlenken würde und endlich auch einen bayerischen Landesverband zuließe.
dasfred 28.07.2018
2. Zwei Drittel sind gegen Rechtsruck aber die CSU
weiß es wie immer besser. Eine Politik, die sich an eine Bevölkerung in ihrer ganzen Breite richtet, ist natürlich pfui. Echte Christliche Politiker haben gefälligst nur ihr eigenes Wohl im Auge zu behalten. Der Arbeiter muss wieder begreifen, dass es ihm nur gut geht, wenn es dem Arbeitgeber super geht. Der Hartzer und der Mini-Rentner muss begreifen, dass es ohne die Christen in der Politik noch schlimmer kommt. Dann hat die CSU wieder die absolute Mehrheit und alles wird gut. Im Ursprungsland der Demokratie hat schließlich, wie der Bildungsbürger weiß, auch nur die Elite gewählt.
Lion 28.07.2018
3. Liebe CSU, ihr habt nichts kapiert
Nicht kapiert, dass euer Gehetze und eure Kriegsrethorik euch Wählerstimmen kosten. Dass die Welt von euch, Trump, Orban und Ukip etc. die Nase voll hat. Ihr habt nicht kapiert, dass wieder klar und rational diskutiert werden sollte in der Politik und dass die Mehrheit der Menschen hier im Land das wünscht. Von wem werdet ihr in der CSU zu diesem Hass getrieben? Ihr glaubt, ihr seid die Republikaner Deutschlands. Wie steht es mit euren Verbindungen zu Banon? Denn kaum tourt er durch Europa, führt ihr euch auf wie die größten Feinde eines rationalen politischen Diskurses und wollt Chaos säen. Verdächtig ist das schon.
kuac 28.07.2018
4. CSU Führung
Gibt es noch eine CSU Führung, die weiß wohin sie will? Rechts von der CSU sollte keine demokratisch legitimierte Partei geben. Jetzt gibt es aber die AfD. Was will nun die CSU? Die AfD rechts überholen? So schafft sich die CSU selbst ab.
Der Ingenieur 28.07.2018
5. Deutschland will CSU bundesweit
Nicht interessiert in Parteistreitigkeiten. Das groessere Problem ist, die CDU hat ausgesorgt, dank Angela Merkel (hat irgend jemand bemerkt das AM als Kommunist aufgewachsen ist und keine Familie und keine Kinder hat?). AM hat mit (fast) unbeschraenkter Einwanderung moeglicherweise Europa ruiniert. Die einzige konservative Kraft in Deutschland ist die CSU und die AfD. Lasst die CSU bunesweit gehen, und es wird die groesste Partei in den naechsten Wahlen sein.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.