Bayern vs. Niedersachsen CSU kritisiert unfaire Verteilung der Flüchtlinge

Niedersachsen tut zu wenig, Bayern zu viel: Laut Staatsminister Joachim Herrmann wird der Verteilungsschlüssel für Flüchtlinge in Deutschland nicht eingehalten. Mit "Willkommenskultur" habe das wenig zu tun, sagte er.

Joachim Herrmann (CSU): Kritik an der rot-grünen Führung in Niedersachsen
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Joachim Herrmann (CSU): Kritik an der rot-grünen Führung in Niedersachsen


Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) kritisiert die niedersächsische Regierung, weil das Land weniger Flüchtlinge aufnehme, als es eigentlich müsste. Nach Angaben Herrmanns hat Bayern im September mehr als 58.000 Asylbewerber untergebracht.

Das seien über 16.000 mehr, als der Verteilungsschlüssel der Länder vorsehe, sagte der CSU-Politiker. Andere Bundesländer dagegen hätten zum Teil sehr viel weniger Flüchtlinge aufgenommen, als sie eigentlich müssten.

"Besonders gravierend fällt das ins Gewicht bei Niedersachsen, das anstelle der vorgesehenen etwa 25.000 nur etwa 18.000 Flüchtlinge aufgenommen hat", sagte Herrmann. Niedersachsen sei ein rot-grün geführtes Bundesland. "Das steht im Widerspruch zu dem, was sonst aus solchen Ländern zu hören ist: Man redet von Willkommenskultur, praktiziert sie dann aber nicht", kritisierte der CSU-Politiker.

Sein Parteifreund Markus Söder forderte derweil erneut eine allgemeine Begrenzung der Zuwanderung. "Wir können nicht die ganze Welt retten", sagte er.

sto/dpa



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