CSU-Personaldebatte Seehofer droht Söder mit Abrechnung

In der Führungsfrage wollte sich die CSU eigentlich zurückhalten, bis die Koalitionsverhandlungen in Bayern durch sind. Doch nun hat Horst Seehofer nach SPIEGEL-Informationen selbst ausgeteilt.

Markus Söder, Horst Seehofer
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Markus Söder, Horst Seehofer

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Bei der Sitzung der CSU-Landesgruppe am vergangenen Dienstag sagte der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer nach SPIEGEL-Informationen, er sei gern zu einer Analyse des schlechten Ergebnisses bei der Landtagswahl in Bayern bereit, aber "dann brauchen wir eine Analyse in vollem Umfang. Dann müssen wir über alles reden".

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Heft 43/2018
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Was der Parteichef damit meint, hatte er zuvor bereits im kleinen Kreis klargemacht: Nach dem Sturz Edmund Stoibers im Jahr 2007 habe die CSU bei der darauffolgenden Landtagswahl 17 Prozent der Stimmen verloren. Nachdem Söder ihn, Seehofer, aus dem Amt gedrängt habe, seien es nun 10 Prozent.

"Revolutionen kosten Stimmen", soll der CSU-Chef nach Angaben von Gesprächspartnern gesagt haben.

Seehofers Gegner bringen den Vorsitzenden der EVP-Fraktion im EU-Parlament, Manfred Weber, als möglichen Nachfolger im Amt des Parteichefs in Stellung. So sagte die langjährige Landtagspräsidentin Barbara Stamm dem SPIEGEL, Weber habe ihre Unterstützung. Auch der CSU-Ehrenvorsitzende Theo Waigel drängt Weber anzutreten.

Dieser lässt Interesse am Parteivorsitz erkennen, will aber gleichzeitig in Brüssel bleiben. Auch auf eine Kandidatur als Spitzenkandidat bei der Europawahl will Weber nicht verzichten. Das stellt auch deshalb seine Anhänger in der CSU vor ein Dilemma, weil der EVP-Spitzenkandidat den Anspruch erhebt, nächster EU-Kommissionspräsident zu werden. Das Amt würde sich mit dem des CSU-Vorsitzenden kaum vereinbaren lassen.

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insgesamt 81 Beiträge
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claus7447 20.10.2018
1. Die Revolution im Wasserglas
Horsti, geh in dich. Die bisher verfügbaren Analysen zeigen alle, dass DU selbst der Stein des Anstoßes warst. Dauern rummäkeln, die Koalition mit super C Problemen beschäftigen und nicht, aber 0 selbst zustande bringen. Das Schaffott hat Markus schon entstauben lassen. Nur, der ist auch nicht besser. Schade, das die SPD nicht die notwendigen E.. in der Hose hätte sich aus dem rauszuhalten, indem man den Koalitionstisch verlassen hätte, dann hätte die BK handeln müssen. Es wäre ein Zeichen gewesen, das der Wähler sicher besser goutierten hätte.
koelnrio 20.10.2018
2. Seehofer
war u ist eine tickende Zeitbombe.
jujo 20.10.2018
3. ....
Seehofer hat anscheinend einen Hang zum politischen Selbstmord. Seit längerem tut er alles dazu um erfolgreich zu sein. Er möchte nur andere mitnehmen ( Merkel und Söder) Man sollte ihm den Gefallen tun. Deutschland und Bayern brauchen in der Politik einen personellen Neuanfang. Die SPD sollte das erkennen, in die Opposition gehen, bevor sie auch im Bund unter 10% sackt.
dirkcoe 20.10.2018
4. Wir dürfen gespannt sein
So, jetzt reicht es beim Seehofer nur noch zum Drohen? Warum hällt diese tragische Figur nicht einfach den Mund und geht? Klar ist doch jedem, dass die CSU drei Verursacher für ihr Desaster hat - Söder, Seehofer und Dobrindt. Wollte die CSU halbwegs glaubwürdig bleiben, müssten alle Drei gehen.
fredotorpedo 20.10.2018
5. "Revolutionen kosten Stimmen"
Wenn dies Seehofers Überzeugung ist, dann hat er bewußt den Stimenverlust von CDU/CSU bei den Umfragen und erst recht bei den Wahlen Bayern/Hessen mit seiner versuchten Revolution gegen Merkel provoziert. Dann sollten ihn CSU und CDU gemeinsam "vom Hof jagen".
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