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Machtkampf in der CSU: Seehofer düpiert Söder und Aigner

Markus Söder und Ilse Aigner gelten als aussichtsreichste Anwärter auf die Nachfolge von Bayerns Ministerpräsident Seehofer. Doch der nimmt sie nicht in sein Strategieteam auf. Dafür erlebt Karl-Theodor zu Guttenberg ein Comeback.

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Bayerischer Regierungschef Seehofer: "Mannschaft des Vertrauens und der Kompetenz"

Spätestens 2018 will sich Horst Seehofer aus der Politik zurückziehen, schon jetzt bereitet der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef einen Umbau der Parteiführung vor. Seehofer stellte am Montag ein sogenanntes Strategieteam vor, das sich mit den "großen Linien und großen Weichenstellungen" für die Bundestagswahl 2017 und die Landtagswahl 2018 beschäftigen soll.

Die beiden aussichtsreichsten Aspiranten auf Seehofers Nachfolge, Finanzminister Markus Söder und Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, fehlen in dieser Spitzenmannschaft.

Seehofer balanciert damit die Kräfteverhältnisse in der Parteispitze neu aus: "Das Doppeljahr ist zu wichtig, um es allein in der Verantwortung des Parteivorsitzenden zu belassen", sagte der CSU-Chef. Es ist wahrscheinlich, dass Seehofers Kompetenzteam keineswegs nur der Vorbereitung künftiger Wahlen dient, sondern der Disziplinierung ehrgeiziger Thronanwärter. Eine "Mannschaft des Vertrauens und der Kompetenz" hatte Seehofer bereits im März auf einem kleinen Parteitag in Bamberg angekündigt.

Seehofer will seine künftig fünf Stellvertreter in der CSU-Spitze berufen, das sind unter anderem Manfred Weber, Fraktionschef der Konservativen im Europaparlament, und Bundesagrarminister Christian Schmidt. Für internationale Fragen soll Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg zuständig sein.

Das Verhältnis zwischen Seehofer und Söder gilt CSU-intern als schwer gestört: Seehofer geht nach verbreiteter Einschätzung in der CSU-Spitze davon aus, dass Söder ihn gerne schon vor 2018 beerben würde. Aigner wiederum gilt als Söders stärkste Konkurrentin. Der Nachfolger oder die Nachfolgerin soll als CSU-Spitzenkandidat in die Landtagswahl 2018 ziehen.

syd/dpa

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