CSU Abgeordnete fordern Rücktritt von Seehofer

CSU-Chef Horst Seehofer gerät nach dem schlechten Abschneiden seiner Partei bei der Bundestagswahl unter Druck. Die Forderungen nach einem Rücktritt werden an der Basis lauter.

Horst Seehofer
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Horst Seehofer


Nach den schweren Verlusten der CSU bei der Bundestagswahl fordern Abgeordnete und Ortsverbände einen Rücktritt von Parteichef Horst Seehofer. "Er hat große Verdienste um die CSU, unsere Glaubwürdigkeitskrise hat allerdings auch gerade mit ihm zu tun", sagte der Bundestagsabgeordnete Alexander Hoffmann dem "Main-Echo". Zuvor hatte der CSU-Landtagsabgeordnete Alexander König den Rückzug des bayerischen Ministerpräsidenten gefordert. Für die im Herbst 2018 anstehende Landtagswahl in Bayern brauche es einen anderen Spitzenkandidaten, sagte König.

Die CSU war bei der Wahl am Sonntag in Bayern auf 38,8 Prozent gestürzt - ein Minus von mehr als zehn Prozentpunkten im Vergleich zur Bundestagswahl 2013.

Der neue Chef der Landesgruppe, Alexander Dobrindt, hatte Rücktrittsforderungen an seinen Parteichef zurückgewiesen. "Es gibt keine Personaldebatte in der CSU-Landesgruppe", sagte er. Es gelte nun zuerst den Wählerauftrag nach der Bundestagswahl abzuarbeiten. "Und den werden wir mit Herrn Seehofer abarbeiten."

Allerdings wird die Kritik an der Basis lauter: Auch der CSU-Ortsverein Gemünden-Langenprozelten (Kreis Main-Spessart) will einen Wechsel an der Parteispitze. "Wir brauchen einen neuen, glaubwürdigen Vorsitzenden", sagte der Vorsitzende Thomas Schmitt der Zeitung. "Seehofer sagt viele richtige Dinge, lässt aber keine Taten folgen." Schmitt könnte sich Spitzenkandidat Joachim Herrmann als Nachfolger Seehofers vorstellen. Aber auch der bayerische Staatsminister Markus Söder wird von vielen ins Gespräch gebracht.

Zuvor hatte schon der Chef des CSU-Kreisverbands Nürnberg West, Jochen Kohler, Seehofers Rücktritt gefordert. Auf seiner Facebook-Seite schrieb Kohler: "Auch wenn Herr Seehofer selber gesagt hat, dass er "keine Sekunde" an einen Rücktritt denke, wir tun dies! Für einen personellen Neuanfang!"

Ähnlich äußerte sich der mittelfränkische CSU-Ortsverband Großhabersdorf. "Horst Seehofer hat als Parteivorsitzender das historisch katastrophale Abschneiden der CSU bei der Bundestagswahl persönlich zu verantworten", erklärten die Ortsvorstände.

ehh/dpa



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wiesoweshalbwarum 26.09.2017
1. Merkels Bettvorleger
Er sprang als Löwe und endete stets als Merkels Bettvorleger. Als Konservativer und besonders als CSU-Chef ist Seehofer total unglaubwürdig und untragbar geworden. Seehofer hat fertig.
Andraax 26.09.2017
2. Pension
Dann kann er ja endlich mit seiner Eisenbahn spielen.
michael.kohrs 26.09.2017
3. Wir haben verstanden?
Ausgerechnet Herrn Dobrindt, der mit Maut und Dieselskandal auf der ganzen Linie versagt hat, wird auf einen führenden Posten gesetzt. Sieht so ein Neuanfang aus?
Zukunft3.0 26.09.2017
4. Eine berechtigte Forderung
Man kann es dem Wähler nicht verdenken, dass auch die CSU abgestrahlt wurde. Die Rumeierei von Seehofer mit seiner Obergrenze, hat an Glaubwürdigkeit völlig verloren. So jemand kann man nicht ernst nehmen. Somit die Forderung völlig berechtigt. Er hätte seine Linie durchziehen sollen. Denn die Stimmenverluste haben einzig und allein mit der Flüchtlingspolitik der Kanzlerin zu tun u. das war nun einmal das entscheidende Thema.
INGXXL 26.09.2017
5. Eigentlich sollte alle Parteivorsitzende
Der Verlierer ALSO Merkel, Schulz und Seehofer zurücktreten. Die Basis in den Parteien sollte da Druck machen
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