Wahlkampf in Bayern Seehofer und Söder planen offenbar gemeinsame Auftritte

Im Oktober stehen in Bayern Landtagswahlen an, in den Umfragen rutschte die CSU zuletzt ab. Nun wollen die beiden Dauerrivalen Seehofer und Söder einem Bericht zufolge gemeinsam versuchen, die Stimmung zu drehen.

Seehofer und Söder (Ende 2017 in Nürnberg)
DPA

Seehofer und Söder (Ende 2017 in Nürnberg)


In Anbetracht der schlechten Umfragewerte für die CSU versuchen Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Parteichef Horst Seehofer offenbar, in den kommenden Wochen enger zusammenzuarbeiten. Wie der "Münchner Merkur" berichtet, vereinbarten die beiden Dauerrivalen bei einem Treffen am Freitagabend gemeinsame Auftritte. Der erste soll demnach noch vor dem Parteitag im September stattfinden.

An dem Treffen am Freitagabend in der Parteizentrale hatten dem Bericht zufolge unter anderem Alexander Dobrindt, Thomas Kreuzer sowie Markus Blume und Daniela Ludwig teilgenommen. Man habe in "recht gespannter Stimmung" begonnen, aber einen konstruktiven Abend verbracht, zitierte die Zeitung Teilnehmer des Treffens.

Söder beschrieb demnach die Lage als sehr schwierig und berichtete unter anderem von Gesprächen an der verunsicherten Basis. Seehofer merkte dem "Merkur" zufolge an, dass Bayern in Wahrheit glänzend dastehe - und man bei Strategie und Kampagne nachjustieren müsse. Man habe sich bei dem Treffen darauf geeinigt, dass Söder in den nächsten Wochen verstärkt versuchen soll, Fragen der Landespolitik in den Vordergrund zu stellen und sich aus der Bundes-Asyldebatte fernzuhalten.

(Mehr zur Aktion "Deutschland spricht" finden Sie hier .)

Die CSU steht in Bayern stark unter Druck, bei den bevorstehenden Landtagswahlen am 14. Oktober drohen ihr bittere Verluste an die AfD. Die Christsozialen haben auch aus diesem Grund in den vergangenen Monaten ihren Ton in der Flüchtlingspolitik deutlich verschärft.

Dagegen gingen am vergangenen Sonntag Zehntausende Menschen in München auf die Straße. Unter dem Motto #ausgehetzt demonstrierten sie "gegen den massiven Rechtsruck in der Gesellschaft, den Überwachungsstaat, die Einschränkung unserer Freiheit und Angriffe auf die Menschenrechte". Die Veranstalter warfen Seehofer, Söder und Dobrindt eine "verantwortungslose Politik der Spaltung" vor.

Die CSU hatte auf den Demonstrationsaufruf kurzfristig mit einer Gegenkampagne reagiert. Sie hängte in der Stadt Plakate auf mit dem Aufdruck: "Ja zum politischen Anstand! Nein zu #ausgehetzt. Bayern lässt sich nicht verhetzen!".

Video zur CSU-Kampagne gegen #ausgehetzt-Demo: "Es ist ein Zeichen von Schwäche"

dpa/SPIEGEL ONLINE

aar

insgesamt 18 Beiträge
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mallangsam 24.07.2018
1. Die Wendigkeit
der CSU Granden ist nicht zu überbieten. "Bayern lässt sich nicht verhetzen" als Slogan zu verwenden, nachdem genau sie das vergeblich versucht haben, und nun gegen ihre pol. Gegner zu verwenden, ist schlicht frech. Es widert mich geradezu an, wie diese Herren die Wahrheit verdrehen, denn wenn Verhetzung Wahlerfolg versprechen würde, würden beide sofort und ohne ein Zögern diesen Weg wieder einschlagen. Liebe Bayern, wählt die CSU ab, bereitet ihnen eine Niederlage, die diese Partei dazu bringt sich nicht ausschliesslich gegen die Regierung zu profilieren, der sie angehört. Das ständige Wortgetöse ist nur das, unseriös und populistisch.
kuac 24.07.2018
2.
Seehofer und Söder haben immer noch nicht verstanden. Es geht nicht um gemeinsame Auftritte, sondern um Inhalte. Der Feind ist nicht die CDU und Merkel, sondern die AfD. Wenn die CSU Bundespolitik machen will, dann muss sie auch bundesweit auftreten. Aber, ohne Lederhosen!
fassadensprayer 24.07.2018
3. Das Dreamteam auf Tour
Ich glaube, die haben es echt nicht begriffen. Die CSU könnte sich erneuern Aber mit diesen Gestalten, die die Partei nur als Vehikel benutzen und zur Spiegelung ihres Egos, geht sie unter. Doch die halten sich für die Rettung ... na das passt!
frank.huebner 24.07.2018
4. Stimmung drehen? Stimmung machen!
Beide wissen, dass der Zug für die absolute Mehrheit abgefahren ist und sie mit ihrer Stimmungsmache der AfD in die Hände gespielt haben. Und Söder weiß, dass seine Tage gezählt sind, wenn die AfD ein gutes Ergebnis (plus 10%) bekommt. Da holt man auch den Seehorsti wieder auf die Bühne.
geschädigter5 24.07.2018
5. Seehofer und Söder
sollten den gemeinsamen Auftritt dazu nutzen, sich für Ihr unverschämtes Verhalten zu entschuldigen und sofort von allen Ämtern zurücktreten. Die Sprüche dieser Herren haben wir seit 1945 nicht mehr in deutschen Parlamenten zu suchen. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Und wenn sie das nicht verstehen wollen, müssen sie abtreten!
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