Machtkampf um Vorsitz CSU-Vize Aigner beklagt "katastrophales" Bild ihrer Partei

Der Machtkampf in der CSU ist offen entbrannt. Vizeparteichefin Aigner findet das "katastrophal" und warnt: "Die Menschen bekommen das Gefühl, uns interessierten nur unsere Politikerkarrieren."

Ilse Aigner
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Nach wochenlangen Personaldebatten in der CSU hat die stellvertretende Parteivorsitzende Ilse Aigner ihre Partei scharf kritisiert. "Das Bild, das wir abliefern, ist katastrophal", sagte die bayerische Wirtschaftsministerin der "Welt am Sonntag". "Die Menschen bekommen das Gefühl, uns interessierten nur unsere Politikerkarrieren."

Aigner warnte die CSU zudem davor, Wahlkampf gegen die eigenen Vertreter in Berlin zu führen. Auch die Partei in Bayern müsse am Ende das vertreten, was bei Koalitionsgesprächen im Bund verhandelt worden sei. Auch dürfe sich die CSU als Folge der Schlappe bei der Bundestagswahl nun nicht auf einen Rechtskurs einschwören. Die verlorenen Stimmen aus dem bürgerlichen Lager seien endgültig verloren, wenn die Partei nur noch auf Lautsprecherei setze und zum rechten Rand schiele.

Nach der Wahlschlappe hatten Bayerns Finanzminister Markus Söder und der Landesverband der Jungen Union eine Debatte über einen Rückzug von Ministerpräsident Horst Seehofer vom Posten des Parteichefs forciert. Seehofer wiederum machte seine internen Widersacher für die schlechten Umfragewerte der Partei verantwortlich.

Die CSU-Gremien wollen Ende kommender Woche über das Ergebnis der Berliner Jamaika-Sondierung beraten. Kurz danach will Seehofer einen Personalvorschlag machen, wie die CSU in den Landtagswahlkampf 2018 ziehen soll. Auf dem Parteitag Mitte Dezember soll dann eine Entscheidung über den künftigen Parteivorsitz und die Spitzenkandidatur für die Wahl fallen.

dab/Reuters

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