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CSU-Vorstoß: Migranten sollen zu Hause Deutsch sprechen

Wo auch immer sich Migranten in Deutschland aufhalten, sie sollen doch bitteschön Deutsch sprechen - auch zu Hause: Der Bayerische Rundfunk berichtet von einem merkwürdigen Vorstoß der CSU. Die Opposition reagiert entsetzt, die CDU macht sich lustig.

München - Die CSU hat in einem Leitantragsentwurf zum Parteitag in der kommenden Woche gefordert, dass sich Migranten auch zu Hause auf Deutsch unterhalten sollen. Das berichtet der "Bayerische Rundfunk", dem das Papier vorliegt. "Wer dauerhaft hier leben will, soll dazu angehalten werden, im öffentlichen Raum und in der Familie Deutsch zu sprechen", zitiert der BR aus dem Entwurf.

"Ein gesellschaftliches Miteinander funktioniert nur, wenn alle dieselbe Sprache sprechen", heißt es laut BR weiter. Deshalb erwarte man von jedem Migranten, "dass er die deutsche Sprache lernt". Für Ausländer, die ohne Sprachkenntnisse einreisen oder hier bleiben dürfen, "bieten wir Sprachförderung in allen Lebenslagen an."

Natascha Kohnen, Generalsekretärin der Bayerischen SPD, sagte zu dem Vorstoß: "Das nennt man wohl einen kompletten Aussetzer. Jetzt fehlt nur eine CSU-Sprachpolizei, die das Ganze kontrollieren soll. Dann wäre die Absurdität perfekt." Grünen-Chef Eike Hallitzky sagte laut BR: "Lebensfremder geht's nicht. Fehlt nur noch, dass die CSU den Bürgerinnen und Bürgern vorschreiben will, dass der Wohnzimmerteppich weiß-blau sein soll."

CDU-Generalsekretär Peter Tauber reagierte auf Twitter lakonisch:

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bka

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