Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther fordert Ende der Debatte über Merkel

Ihr langjähriger Fraktionschef abgewählt, die GroKo im ständigen Krisenmodus: Angela Merkel steht in der Kritik. Dennoch will sie erneut für die Parteispitze kandidieren - und erhält Rückendeckung.

Daniel Günther
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"Was wir brauchen, ist Kontinuität, keine Personalquerelen": Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat seine Partei nach den jüngsten Regierungskrisen vor einer Personaldebatte über Kanzlerin Angela Merkel gewarnt.

In der "Bild"-Zeitung kündigte er an, Merkel bei der Wiederwahl zur CDU-Chefin auf dem Hamburger Parteitag Anfang Dezember "auf jeden Fall" zu unterstützen. Günther sagte: "Angela Merkel hat immer gesagt, dass sie für vier Jahre antritt. Es ist gut und richtig, dass sie dazu steht. Sie hat immer gesagt, dass Parteivorsitz und Kanzlerschaft in einer Hand sein sollen." Deshalb gebe ihre Entscheidung für eine erneute Kandidatur der Großen Koalition die Kraft, nach vorn zu schauen.

Merkel steht seit 18 Jahren an der CDU-Spitze. Kürzlich hatte sie erkennen lassen, dass sie beim Parteitag in Hamburg wieder für den Vorsitz kandidieren will. Ob dies allerdings tatsächlich so kommt, dürfte sich erst nach den für die Union schwierigen anstehenden Landtagswahlen in Bayern und Hessen entscheiden, die Mitte und Ende dieses Monats anstehen.

Kritik der Jungen Union

Gegenkandidaten, die Merkels Wiederwahl ernsthaft gefährden könnten, gibt es bisher nicht. Ihre Kandidatur angekündigt haben der hessische Unternehmer Andreas Ritzenhoff, der erst zu Jahresbeginn in die hessische CDU eingetreten war, und der 26-jährige Berliner Jurastudent Jan-Philipp Knoop.

Der Vorsitzende der Jungen Union (JU), Paul Ziemiak, forderte Merkel auf, zu erklären, wie CDU und CSU sowie die Große Koalition insgesamt besser zusammenarbeiten könnten.

JU-Chef Ziemiak stellte der schwarz-roten Koalition ein schlechtes Zwischenzeugnis aus. "Die Versetzung in das nächste Schuljahr ist stark gefährdet", sagte er der Nachrichtenseite n-tv.de kurz vor dem am Freitag beginnenden dreitägigen Deutschlandtag der Jungen Union in Kiel.

Rund tausend Delegierte und Gäste wollen dort darüber diskutieren, wie Deutschland auch im Jahr 2030 politisch und gesellschaftlich stabil sowie wirtschaftlich erfolgreich bleiben kann.



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mho/dpa



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