DDR: Immer mehr junge Deutsche wollen Stasi-Akten von Verwandten einsehen

Haben die Eltern oder Großeltern gespitzelt - oder waren sie selbst Opfer des DDR-Geheimdienstes? Die Stasi-Unterlagenbehörde verzeichnet seit Jahresbeginn einen Antrags-Ansturm. Junge Menschen wollen mit Hilfe der Akten ihre Familiengeschichte aufarbeiten.

Stasi-Akten-Schnipsel: "Wissen, wie Eltern oder Großeltern gelebt haben"Zur Großansicht
dpa

Stasi-Akten-Schnipsel: "Wissen, wie Eltern oder Großeltern gelebt haben"

Halle - Wenn ein Familienangehöriger stirbt, ist das oft Anlass, intensiv über das Leben des Toten nachzudenken. Wie war er, worunter hat er gelitten, was hat er sich zu Schulden kommen lassen?

Für Verwandte ehemaliger DDR-Bürger ist es seit Beginn des Jahres einfacher, die Familiengeschichte auch mit Hilfe der Stasi-Unterlagenbehörde aufzuklären. Laut Behördenleiter Roland Jahn wollen immer mehr junge Menschen wissen, ob tote Angehörige in die Aktivitäten des DDR-Geheimdienstes verstrickt oder von ihnen betroffen waren. "Die zunehmende Zahl von Anträgen auf Akteneinsicht von Verstorbenen zeigt, dass die nächste Generation wissen will, wie ihre Eltern und Großeltern gelebt haben", sagte Jahn der "Mitteldeutschen Zeitung".

Der Zuwachs der gestellten Anträge ist sehr deutlich. In den ersten zwei Monaten 2011 wurden 640 solcher Anträge bei der Behörde gestellt. Sie mussten häufig abgewiesen werden, weil die gesetzliche Grundlage für eine Akteneinsicht fehlte. Im Januar und Februar 2012 habe sich die Zahl dieser Anträge auf 1135 nahezu verdoppelt. Die Erfolgsaussichten seien nun größer, da die Akteneinsicht mit der zu Jahresbeginn in Kraft getretenen Novelle des Stasi-Unterlagengesetzes erleichtert wurde.

Nach dem alten Gesetz konnten nahe Angehörige lediglich in Ausnahmefällen beziehungsweise bei rechtlichen Auseinandersetzungen Auskunft verlangen. Jetzt kann ihnen Einsicht auch dann gewährt werden, wenn es ganz allgemein darum geht, die Einflussnahme der Staatssicherheit auf ein Familienschicksal zu ergründen.

anr/dapd

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insgesamt 53 Beiträge
easylivin_1 12.03.2012
Beim Wiederaufbau waren natürlich keine Mittel verfügbar, alle Akten allen Bürger zur Einsicht zur Verfügung zu stellen. Und alle die dennoch Einblicke wollen, sind arbeitscheue, hetzerische Kommunisten... ach ne, die sind/waren [...]
Beim Wiederaufbau waren natürlich keine Mittel verfügbar, alle Akten allen Bürger zur Einsicht zur Verfügung zu stellen. Und alle die dennoch Einblicke wollen, sind arbeitscheue, hetzerische Kommunisten... ach ne, die sind/waren ja die Übeltäter...ne... die regieren uns jetzt...oder...also ich weiß auch nicht... Recht so!
MütterchenMüh 12.03.2012
Und wenn die Kinder dann die Ergebnisse haben, egal wie diese ausgefallen sind, was bringt das dann? Es ist beschriebenes Papier, dass auf Echtheit nicht verifiziert werden kann, und vor allem die Situation der Betroffenen [...]
Zitat von sysopHaben die Eltern oder Großeltern gespitzelt - oder waren sie selbst Opfer des DDR-Geheimdienstes? Die Stasi-Unterlagenbehörde verzeichnet seit Jahresbeginn einen Antrags-Ansturm. Junge Menschen wollen mit Hilfe der Akten ihre Familiengeschichte aufarbeiten. DDR: Immer mehr junge Deutsche wollen Stasi-Akten von Verwandten einsehen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,820691,00.html)
Und wenn die Kinder dann die Ergebnisse haben, egal wie diese ausgefallen sind, was bringt das dann? Es ist beschriebenes Papier, dass auf Echtheit nicht verifiziert werden kann, und vor allem die Situation der Betroffenen nicht wiedergibt. Mir geht als Wessi dieser ganze Stasi-Kram so auf die Nerven, dass ich es gutfinden würde, wenn die Stasiunterlagen nur noch für hoheitliche Informationen genutzt würden. Diesen familiären und oder parteipolitisch motivierten Geschichtsvoyeurisms sollte man schleunigst beenden.
sogehtdasnicht 12.03.2012
Da werden 1000 lumpige Anträge skandalisiert mit einer Überschrift, die suggeriert, dass der halbe Osten gerade Bildungsurlaub nimmt und in der Stasi-Zentrale rumlümmelt. Wie viele Jahn-Behörden-Mitarbeiter sind das eigentlich pro [...]
Da werden 1000 lumpige Anträge skandalisiert mit einer Überschrift, die suggeriert, dass der halbe Osten gerade Bildungsurlaub nimmt und in der Stasi-Zentrale rumlümmelt. Wie viele Jahn-Behörden-Mitarbeiter sind das eigentlich pro Antrag? Hauptsache, das Thema wird schön weiter am Köcheln gehalten. Und dann gibt es nicht mal ein fundierte Aussage darüber, wie viele wissen wollen, ob ihre Eltern gespitzelt haben und wie viele umgekhert wissen wollten, ob die Eltern bespitzelt worden. Also wo genau ist jetzt der Nachrichten-Mehrwert?
Was ist das denn für ein Stuß? Es sollte doch nach 22 Jahren bekannt sein, daß die Stasi auch im Westen aktiv war. Bei Fluchthelfern, NVA-Deserteuren und ehemaligen Aktivisten beim Volksaufstand am 17. Juni. „Verwandte ehemaliger [...]
Was ist das denn für ein Stuß? Es sollte doch nach 22 Jahren bekannt sein, daß die Stasi auch im Westen aktiv war. Bei Fluchthelfern, NVA-Deserteuren und ehemaligen Aktivisten beim Volksaufstand am 17. Juni. „Verwandte ehemaliger DDR-Bürger“ ist keine Kategorie im Stasi—Unterlagen-Gesetz und auf sie ist auch die Akteneinsicht nicht beschränkt. Setzen: 6!
charlie95 12.03.2012
der Herr Jahn hat noch viele, viele Jahre Arbeit in dieser Staats-ABM. (anschließend natürlich Bundespräsident) Postenbeschaffungsmaßnahme für ehemalige DDR Oppositionelle - weiter ist das nichts. Dafür werden dann im [...]
Zitat von sysopHaben die Eltern oder Großeltern gespitzelt - oder waren sie selbst Opfer des DDR-Geheimdienstes? Die Stasi-Unterlagenbehörde verzeichnet seit Jahresbeginn einen Antrags-Ansturm. Junge Menschen wollen mit Hilfe der Akten ihre Familiengeschichte aufarbeiten. DDR: Immer mehr junge Deutsche wollen Stasi-Akten von Verwandten einsehen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,820691,00.html)
der Herr Jahn hat noch viele, viele Jahre Arbeit in dieser Staats-ABM. (anschließend natürlich Bundespräsident) Postenbeschaffungsmaßnahme für ehemalige DDR Oppositionelle - weiter ist das nichts. Dafür werden dann im Gegensatz zu der Bewahrung dieses, nach mehr als 20 Jahren, vollig unnützen Papierkrams die gesamten Sozialversicherungsunterlagen aus der ehemaligen DDR geschreddert.
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  • Montag, 12.03.2012 – 07:45 Uhr
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