DDR-Nostalgie NVA-Offiziere feiern Armee-Geburtstag in Uniform

Eine Feier ehemaliger DDR-Offiziere sorgt in Berlin nachhaltig für Aufregung: Rund hundert Ex-Militärs begingen den 55. Jahrestag der früheren Nationalen Volksarmee. Einige sollen in Paradeuniformen erschienen sein. Opferverbände sind empört.

NVA in ihren Anfangsjahren: DDR-Soldaten 1965 in Berlin
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NVA in ihren Anfangsjahren: DDR-Soldaten 1965 in Berlin


Berlin - Es war eine Feier der besonderen Art. Die Cafeteria des städtischen Tierparks Friedrichsfelde war mit DDR-Fahnen und NVA-Devotionalien geschmückt, berichten Berliner Zeitungen. Rund hundert Ex-Militärs der DDR-Armee trafen sich am Wochenende dort, um den 55. Jahrestag der früheren Nationalen Volksarmee (NVA) zu feiern. Einige erschienen Medienberichten zufolge in ihren alten grauen Paradeuniformen. Der frühere Armeegeneral und DDR-Verteidigungsminister Heinz Keßler hielt auf Einladung des "Traditionsverbands Nationale Volksarmee" sogar eine Rede.

Am Montag distanzierte sich die Geschäftsleitung des Tierparks von der Feier. "Wenn wir davon gewusst hätten, hätten wir diesen Aufmarsch von Ewiggestrigen verhindert", sagte Geschäftsführerin Gabriele Thöne. Der Betreiber der Cafeteria sowie ein Mitarbeiter des Tierparks, der die Geschäftsführung nicht von dem Treffen informiert hatte, erhielten eine Abmahnung.

Auch die Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft zeigte sich empört. Mit solchen Treffen schwinde die Sensibilität für die menschenverachtende Grausamkeit des DDR-Regimes, sagte der Bundesvorsitzende Rainer Wagner. Er forderte deshalb ein Verbot der "Zeichen und Symbole der kommunistischen Diktatur". Diverse Landespolitiker distanzierten sich ebenfalls von der Veranstaltung.

Die NVA wäre am 1. März 55 Jahre alt geworden. Ex-Angehörige der NVA, FDJ und Stasi unterhalten ein enges Netzwerk und treffen sich regelmäßig, um in Erinnerungen zu schwelgen, schreibt der "Tagesspiegel". Beliebt sind demnach Besuche auf alten Übungsgeländen wie dem einstigen Führungsbunker Harnekop bei Strausberg.

ler/dpa



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helreidh 07.03.2011
1. Eher Ostalgie
Mich wundert nur, dass sich das Nazi-Gesocks nicht auch gleich dazugesellt hat. Solche Berichte schüren natürlich den richtigen Eindruck im Ausland. Will ja nicht allen zu nahe treten, aber irgendwie scheint es doch ein ziemlich typisches Neu-Bundes-Land-Phänomen zu sein? Sorry, aber auf mich macht das jedenfalls den Eindruck. Freuen wir uns doch auch schon auf die altgermanischen Sonnenwendfeiern. Oh Herr, lass Hirn regnen!
steelworker 07.03.2011
2. Warum nicht?
SS- und Wehrmachtsangehörige dürfen bei uns feiern,warum sollte das die ehemalige NVA nicht, wo sie sich doch sehr viel zivilisierter aufführte und keine Gaskammern betrieb. Servus Steelworker.
derknecht 07.03.2011
3. Warum auch nicht!!
Ich dachte wir haben hier eine Meinungsfreiheit in Deutschland!? Nur dazu passt die Aussage wohl weniger: "Er forderte deshalb ein Verbot der "Zeichen und Symbole der kommunistischen Diktatur". Diverse Landespolitiker distanzierten sich ebenfalls von der Veranstaltung" Genau lasst uns alles verbieten, was nicht in unsere heute achso saubere Dikta... ähh sorry meinte Demokratie passt. Wenn heute in Deutschland bzw. Europa alles offengelegt werden würde, was im Hintergrund geschieht, da würden wohl die meisten net schlecht schauen. Und wenn jetzt eine sagt: Dann würden doch die Medien darüber berichten. Na klar wir haben in unserer schönen Gesellschaft ja absolute Pressefreiheit. Also nicht immer mekern. Es gab auch gute Seiten an dem "Regime" Und liebe Opferverbände, fragt doch mal die Verbände im Irak und Afganistan, was die davon halten, dass die Täter der Millionen Opfer an Zivilisten bei uns gefeiert werden. So eine einseitige Berichterstattung. Vielleicht hätte man sie auch mal interviewen können, warum sie das tun.
Rubeanus 07.03.2011
4. .
Die alten NVA-Recken könnten doch auf den Parteitagen der Linkspartei auftreten und in ihren schicken Uniformen im Stechschritt in den Saal einmarschieren. Bekanntlich will uns Gesine Lötzsch zum Kommunismus führen, da hätte man dann gleich eine Vorstellung, wie das in der Praxis ausschaut.
seine_unermesslichkeit 07.03.2011
5. ...
Zitat von steelworkerSS- und Wehrmachtsangehörige dürfen bei uns feiern,warum sollte das die ehemalige NVA nicht, wo sie sich doch sehr viel zivilisierter aufführte und keine Gaskammern betrieb. Servus Steelworker.
SS- und Wehrmachtsangehörige dürfen ihre Uniform nur heimlich und zu Hause anziehen, sie dürfen den Deutschen Gruss auch nur zu Hause vor'm Spiegel üben. Das sieht beim Stasi und NVA-Mann ganz anders aus. Die dürfen im öffentlichen Raum "Rot Front" brüllen und sich in ihrem alten Wichs zeigen!
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