Unterbringung in Deutschland De Maizière fordert "Ankommenskultur" der Flüchtlinge

Hilfesuchende in Deutschland benehmen sich offenbar nicht so, wie Innenminister de Maizière es erwartet. Viele würden sich selbst "irgendwohin zuweisen" und Unterkünfte verlassen, sagte er. Es brauche eine "Ankommenskultur".

Innenminister de Maizière: "Wir schaffen das nicht ohne Weiteres"
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Innenminister de Maizière: "Wir schaffen das nicht ohne Weiteres"


Aus dem "Wir schaffen das" von Kanzlerin Angela Merkel ist mittlerweile ein "Wir schaffen das nicht ohne Weiteres" von Innenminister Thomas de Maizière geworden. In der Flüchtlingskrise mahnt der CDU-Politiker nicht nur weitere Anstrengung von deutschen Behörden und neue Verfahren an, sondern auch ein besseres Verhalten der Hilfesuchenden.

In Deutschland angekommen, benehmen sich die Hilfesuchenden offenbar nicht so, wie de Maizière es von ihnen erhofft: "Bis zum Sommer" hätten sie sich nach Polizei und Behörden erkundigt und gefragt, wohin sie gebracht würden. Jetzt gebe es "viele Flüchtlinge", die sich selbst "irgendwohin zuweisen" und die Unterkünfte verließen, sagte der Minister im ZDF-"heute Journal".

In Flüchtlingsunterkünften gebe es außerdem Schlägereien und Beschwerden über die Unterbringung und das Essen. Die Unterkünfte seien zwar zurzeit überfüllt, aber alle würden sich Mühe geben, so de Maizière. "Kritik an der Unterbringung verstehe ich, aber das ist unangemessen."

Noch seien diejenigen, die Ansprüche erheben oder sich prügeln, "eine Minderheit", sagte der Minister. Es müsse aber klar gesagt werden, dass von den Asylsuchenden eine "Ankommenskultur" verlangt werde. Die Flüchtlinge müssten sich "einem fairen Verfahren stellen", sagte er. "Wir sind dafür, dass wir für die, die bleiben dürfen, und für die, die gehen müssen, schnellere Verfahren haben." Bisher war in Deutschland von einer "Willkommenskultur" die Rede.

Video: "Flüchtlinge müssen sich an deutsches Recht halten"

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vek/AFP



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