De Maizière in Afghanistan Antrittsbesuch im Hindukusch

Verteidigungsminister de Maizière ist nach Afghanistan gereist - dreieinhalb Wochen nach seinem Amtsantritt. Noch am Freitag waren bei einem Nato-Luftangriff mehrere Zivilisten getötet worden.

Minister de Maizière auf dem Weg nach Afghanistan: Zwei Fahrzeuge beschossen
DPA

Minister de Maizière auf dem Weg nach Afghanistan: Zwei Fahrzeuge beschossen


Kabul - Thomas de Maizières Vorgänger hat Maßstäbe gesetzt: Neunmal reiste Karl-Theodor zu Guttenberg als Verteidigungsminister nach Afghanistan. Sein Nachfolger startete jetzt seinen ersten Besuch im neuen Amt. De Maizière traf am Samstag dreieinhalb Wochen nach seiner Ernennung in der afghanischen Hauptstadt Kabul ein.

Dort sollte der Verteidigungsminister den afghanischen Staatschef Hamid Karzai treffen sowie den Oberbefehlshaber der NATO-Truppe ISAF, US-General David Petraeus. Die Reise wurde aus Sicherheitsgründen wie üblich bis zur Ankunft des Ministers geheim gehalten.

De Maizière hatte Anfang März den Posten des Verteidigungsministers von Guttenberg (CSU) übernommen, nachdem dieser wegen der Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit zurückgetreten war. Bis dahin hatte de Maizière das Amt des Bundesinnenministers inne. In dieser Funktion war er bereits vor einem Jahr nach Afghanistan gereist, um sich dort über die maßgeblich von Deutschen organisierte Polizeiausbildung zu informieren.

Erst am Freitag hatte der Bundestag den Afghanistan-Einsatz ausgeweitet: Bis zu 300 deutsche Soldaten sollen sich künftig an der Luftüberwachung durch Awacs-Flugzeuge der Nato beteiligen. So will die Bundesregierung die Verbündeten im Libyen-Konflikt entlasten. Die zusätzlichen Soldaten für den Afghanistan-Einsatz werden aus der flexiblen Reserve geschöpft, die Mandatsobergrenze bleibt unverändert bei 5350 Soldaten.

Derzeit sind rund 5170 deutsche Soldaten am Hindukusch im Einsatz, wegen des Truppentauschs etwas mehr als gewöhnlich. In den vergangenen Monaten hatte die Größe des deutschen Kontingents meist bei knapp 5000 Soldaten gelegen.

Zwei Fahrzeuge beschossen

Bei einem Luftangriff der Nato-Truppen in Afghanistan sind nach Angaben der internationalen Afghanistantruppe mehrere Zivilisten getötet worden. Wie die Nato am Samstag bekanntgab, wurden am Vortag zwei Fahrzeuge beschossen, in denen Taliban-Kämpfer vermutet worden seien; tatsächlich hätten sich in den Fahrzeugen, die im Bezirk Naw Sad in der Provinz Helmand unterwegs gewesen seien, aber Zivilisten befunden. "Afghanische Zivilisten wurden versehentlich getötet und verletzt", hieß es in einer von der Afghanistan-Truppe ISAF zu dem Vorfall veröffentlichten Erklärung.

Präsident Karzai hatte erst Mitte des Monats den Tod von Zivilisten bei Nato-Einsätzen erneut scharf verurteilt. Karzai sprach von einem Ende der Toleranz und forderte ein Ende der Militäraktionen in seinem Land.

Erst Anfang März waren nach afghanischen Angaben an der Grenze zu Pakistan neun Kinder bei einem Nato-Luftangriff getötet worden. Im vergangenen Jahr hatte die Zahl der getöteten Zivilisten in Afghanistan einen neuen Höchststand erreicht.

yes/AFP/Reuters



insgesamt 6 Beiträge
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ofelas 26.03.2011
1. Aufgeklaert in den Tod
Mehrere Zivilisten getoetet - erstmal abwimmeln "das waeren die anderen", dann wird Blutgeld gezahlt und es gibt ein Entschuldigung, und hier im Forum heisst es wieder "so ist halt ein Krieg"
jimknopf107 26.03.2011
2. ooh
Ja die armen Zivilisten, die haben es schon schwer. Im Irakkrieg waren es ja auch immer nur die Zivilisten, die in den schwer bewachten Bunkern militärischer Anlagen gesessen haben. Gaddafi hat eine Armee aus Zivilisten, die regelmässig zu schaden kommen. Und das gottesfürchtige Afghanistan ist ja ohnehin das Mekka der Zivilisten, selbst wenn sie mit einer Panzerfaust auf dem Rücken rumlaufen und Aufbauhelfer niederschießen, oder feige Bombenanschläge auf Frauen und Kinder machen, gelten sie immer noch als Zivilisten. Das passt ja gut den chronisch wehleidigen Arabern, die sowieso immer am liebsten immer nur jammern, aber selten wirklich konstruktive Initiative zeigen.
stalky 26.03.2011
3. Die Araber an sich
Zitat von jimknopf107Ja die armen Zivilisten, die haben es schon schwer. Im Irakkrieg waren es ja auch immer nur die Zivilisten, die in den schwer bewachten Bunkern militärischer Anlagen gesessen haben. Gaddafi hat eine Armee aus Zivilisten, die regelmässig zu schaden kommen. Und das gottesfürchtige Afghanistan ist ja ohnehin das Mekka der Zivilisten, selbst wenn sie mit einer Panzerfaust auf dem Rücken rumlaufen und Aufbauhelfer niederschießen, oder feige Bombenanschläge auf Frauen und Kinder machen, gelten sie immer noch als Zivilisten. Das passt ja gut den chronisch wehleidigen Arabern, die sowieso immer am liebsten immer nur jammern, aber selten wirklich konstruktive Initiative zeigen.
So sind sie halt diese niederen Menschen, da muss der Herr mal wieder nach dem Rechten schauen. Und wenn dann wass schief geht: wo gehobelt wird fallen Späne, ne?! "In der Neuzeit kommen noch sendungsideologische Rechtfertigungsdoktrinen seitens der Kolonialherren hinzu, die von ihrer eigenen kulturellen Höherwertigkeit überzeugt sind" Wikipedia mit Verweis auf Osterhammel
dr.épernay-boiler 26.03.2011
4. Oakley statt RayBan
Thomas D. kann ebenso cool werden, wie sein begelter und begoogleter Vorgänger! Tropentarn in der Transall muß auch nicht sein - ein Firebid-Trainigsanzug wirkt noch besser! Oder will er etwa in seiner bisherigen, für ihn typischen Art, auf dem Schleudersitzministerposten, ruhig fachlich ausgerichtete und seriös durchgeführte Politikarbeit verrichten?
bibernell 26.03.2011
5. Da bringt man..
Zitat von dr.épernay-boilerThomas D. kann ebenso cool werden, wie sein begelter und begoogleter Vorgänger! Tropentarn in der Transall muß auch nicht sein - ein Firebid-Trainigsanzug wirkt noch besser! Oder will er etwa in seiner bisherigen, für ihn typischen Art, auf dem Schleudersitzministerposten, ruhig fachlich ausgerichtete und seriös durchgeführte Politikarbeit verrichten?
seinen Kindern schon bei, dass nichts dagegen spricht, sich angemessen zu kleiden. In der Sandkiste gab's die Matschhose und auf'm Bobbycar die alten Schuhe und bei Regen die Regenklamotten. Und zu Ommas 80igstem darf's auch mal ein Hemd sein und nicht die abgewrackten Chucks . Herrje - und an unterschiedlichsten Arbeitsorten soll das nicht mehr gelten dürfen ? Ich fand, dass zu Guttenberg stets angemessen gekleidet war und TdM muss wohl auch nicht im Nadelstreifen in der Transall kauern ? Oder im Greisengabardine inner Wüste ? Mit den guten Budapestern ?
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