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De Maizière: "Ich habe so viel gesät, jetzt möchte ich ernten"

De Maizière: "Ich habe früher sehr viel Lob für meine Arbeit bekommen, vielleicht manchmal zu viel" Zur Großansicht
DPA

De Maizière: "Ich habe früher sehr viel Lob für meine Arbeit bekommen, vielleicht manchmal zu viel"

Verteidigungsminister Thomas de Maizière will sein Amt nicht freiwillig aufgeben, einen Rückzug wegen der Drohnenaffäre lehnt er kategorisch ab. Als Politiker müsse man Hochs und Tiefs überstehen, sagt der CDU-Politiker.

Berlin - Er galt mal als Merkels bester Mann, doch wegen der Drohnenaffäre steht Thomas de Maizière seit Wochen massiv in der Kritik. In einem Untersuchungsausschuss muss er sich den bohrenden Fragen der Opposition stellen. Der Verteidigungsminister gibt sich kämpferisch. Er werde sein Amt nicht freiwillig aufgeben, sagte der CDU-Politiker der "Stuttgarter Zeitung". Er habe in seiner politischen Laufbahn häufig sein Ministeramt wechseln müssen, oft ohne die Früchte der von ihm angestoßenen Reformen einsammeln zu können. "Ich habe so viel gesät, jetzt möchte ich mal ernten", so de Maizière, der auch schon Innen- und Kanzleramtsminister war.

Im Kern geht es um die Frage, ob de Maizière tatsächlich erst im Mai 2013 von den massiven Problemen bei der Aufklärungsdrohne "Euro Hawk" erfahren hat, die schließlich zum Abbruch des Projekts führten. Das hat der Minister behauptet, als das Debakel um die Drohne öffentlich wurde. Die Opposition glaubt ihm nicht und fordert seinen Rücktritt.

De Maizière entgegnete nun, die heftige Kritik an seiner Amtsführung werde ihn nicht zum Rückzug bringen: "Man muss als Politiker durch diese Hochs und Tiefs, ich habe früher sehr viel Lob für meine Arbeit bekommen, vielleicht manchmal zu viel", sagte er der "Stuttgarter Zeitung". Konkrete Fragen wollte der Minister nicht beantworten. Er verwies darauf, dass er in dem Fall Zeuge sei.

Die Bundeswehr sei "gebeutelt und traumatisiert" durch die massenhaften Abstürze des Kampfflugzeugs Starfighter in den siebziger Jahren, sagte de Maizière. "Deshalb sind wir bei der Zulassung international wohl die Gründlichsten", führte er aus. Kritik der Opposition an der Organisation seines Ministeriums im Rüstungsbereich wies er zurück. "Wir haben bereits angefangen, diese Verfahren grundlegend zu ändern, sowohl durch neue Beschaffungsregeln als auch durch neue Strukturen", so de Maizière.

cte/AFP

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insgesamt 220 Beiträge
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1. Sähen und Ernten
mwinter 24.07.2013
Ich glaube der Herr Minister hat das Sprichwort mit dem Sähen und Ernten reichlich missverstanden - das ist keineswegs positiv gemeint, aber passt für seinen Fall trotzdem wie die Faust aufs Auge! Jahrelang nicht um die Vorgänge im eigenen Laden gekümmert, und jetzt fliegt er ihm um die Ohren. Wer Wind säht, wird Sturm ernten...
2. erst an 2. Stelle
enrico3000 24.07.2013
Zitat von sysopDPAVerteidigungsminister Thomas de Maizière will sein Amt nicht freiwillig aufgeben, einen Rückzug wegen der Drohnenaffäre lehnt er kategorisch ab. Als Politiker müsse man Hochs und Tiefs überstehen, sagt der CDU-Politiker. De Maizière will von Rücktritt nichts wissen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/de-maiziere-will-von-ruecktritt-nichts-wissen-a-912741.html)
Was denn alles wurde so genau gesäht und brachte maßgebliche Erfolge? Welchen Anteil hat er daran wenn die anderen Dinge (Mißerfolge) ja auch wohl teils nur von anderen durchgeführt wurden? Der Rücktritt erfolgt aus meiner Sicht nur auf Kommando und das wird vor den Wahlen nicht passieren. Vor allem auch weil jetzt erst einmal der Chef der Geheimdienste im Vordergrund stehen wird, der Kanzleramtschef.
3. Komplexe..
goethestrasse 24.07.2013
Unter Minderwertigkeitskomplexen scheint der Herr Minister nicht zu leiden. Aber der realen Welt und seinem Amtseid schon sehr entrückt. Ein Machtmensch, der sich noch nicht am Ziel zu sehen scheint.
4. gesäht?
innkeeper3 24.07.2013
Das Wort wird trotz neuer deutscher Rechtschreibung immer noch ohne "h" geschrieben. Bedauerlich, daß solche Schnitzer einem Medium wie dem Spiegel passieren!
5. Zu viel Lob
xehris 24.07.2013
Herr de Maiziere stammt aus einer hochgradig priviligerten Dynastie von Berufspolitikern der DDR, von denen ein Mitglied den letzten Ministerpräsidenten stellte und deren Seilschaften auch nach der Wende noch für ihn nützlich waren. Das macht leichtfertig, arrogant und abgehoben von der Realität.
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Die wichtigsten Drohnentypen
"MQ-1 Predator"
Die "MQ-1 Predator" war im Jahr 1995 die erste Drohne, die bei der US-Luftwaffe zum Einsatz kam.

Hersteller: General Atomics Aeronautical Systems
Stückpreis: rund 4.5 Millionen Dollar
Bewaffnung: zwei Luft-Boden-Raketen "AGM-114 Hellfire"
Maße: 8,23 m lang, 14,84 m Flügelspannweite
Reichweite: 3704 km
Flughöhe: max. 7620 m
Steuerung: Fernsteuerung durch einen Piloten
"MQ-9 Reaper"
Die "MQ-9 Reaper"(früher "Predator B") basiert technisch gesehen auf der "MQ-1 Predator". Sie ist aber für den Angriff optimiert, da sie die zehnfache Waffenlast im Vergleich zum Ursprungsmodell befördern kann. Eingesetzt wird sie von der US-Marine und Luftwaffe.

Hersteller: General Atomics Aeronautical Systems
Stückpreis: 10,5 Millionen Dollar
Bewaffnung: bis zu 1361 kg
(z.B. Raketen der Typen "AGM-114 Hellfire" und "AIM-9 Sidewinder" oder Bomben der Typen "GBU-12 Paveway II" und "GBU-38 DAM")
Maße: 10,97 m lang, 20,12 m Flügelspannweite
Reichweite: 5926 km
Flughöhe: max. 15.400 m
Steuerung: Fernsteuerung durch einen Piloten
"RQ-7 Shadow 200"
Die "RQ-7 Shadow 200" dient bei der US Army und dem US Marine Corps zur Aufklärung. Sie ist seit 2003 im Einsatz und kann keine Ziele angreifen.

Hersteller: AAI Corporation
Stückpreis: 275.000 Dollar
Bewaffnung: keine
Maße: 3,4 m lang, 3,9 m Flügelspannweite
Reichweite: 125 km
Flughöhe: max. 4600 m
Steuerung: autonom, mit GPS
"RQ-4 Global Hawk" / "Euro Hawk"
Die "RQ-7 Global Hawk" wird als Langstrecken-Aufklärungsdrohne eingesetzt. Sie existiert in zwei Versionen. Die spätere (RQ-4B) wurde auch von der Bundeswehr als "Euro Hawk" eingeführt, ausgestattet mit Sensoren der deutschen EADS. Die Drohne ist wesentlich größer als "Predator", "Reaper" und "Shadow" und mit einem Strahltriebwerk ausgestattet.

Hersteller: Northrop Grumman
Stückpreis: 35 Millionen Dollar
Bewaffnung: keine
Maße: 13,53 m lang, 35,42 m Flügelspannweite (RQ-4A) bzw. 14,50 m lang, 39,89 m Flügelspannweite (RQ-4B)
Reichweite: 25.000 km (RQ-4A) bzw. 22.780 km (RQ-4B)
Flughöhe: max. 19.800 m
Steuerung: autonom, mit GPS

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