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Schneeberg in Sachsen: Tausende demonstrieren gegen Fremdenfeindlichkeit

Demo in Schneeberg: "Freiheit für alle" Fotos
DPA

In Schneeberg regt sich Widerstand gegen die Aktionen der Neonazis. Tausende Menschen haben in der sächsischen Kleinstadt gegen Rechtsextremismus demonstriert. Zugleich machten dort Neonazis gegen ein Asylbewerberheim Stimmung. Ein Großaufgebot der Polizei war im Einsatz.

Schneeberg - Mit Kerzen gegen Fremdenfeindlichkeit: Im sächsischen Schneeberg haben am Samstag Tausende Anwohner gegen Rechtsextremismus protestiert. Zuvor waren Neonazis mehrfach unter der Regie der NPD in der Kleinstadt gegen ein Asylbewerberheim durch die Straßen gezogen. Der Gegendemonstration, die von der Initiative "Schneeberg für Menschlichkeit" initiiert worden war, schlossen sich mehr als 2000 Menschen an.

Auf dem Marktplatz der Stadt kamen zeitgleich erneut mehr als 1500 Rechtsextremisten zu einer Kundgebung zusammen. An einem anderen Zugang zum Markt protestierten rund tausend Demonstranten diverser Antifa-Gruppen aus ganz Deutschland. Die Polizei hatte die verschiedenen Kundgebungen mit einem Großaufgebot an Beamten strikt getrennt, so dass es zu keinen größeren Zwischenfällen kam.

Die Debatte über Flüchtlings- und Asylpolitik in der Kleinstadt war entbrannt, nachdem im August eine frühere Bundeswehrkaserne zu einer Außenstelle der zentralen Erstaufnahme von Asylbewerbern in Sachsen hergerichtet worden war. Ein vermehrter Flüchtlingsstrom hatte zuvor die Zentrale in Chemnitz überfordert, so dass Betroffene wochenlang in Zelten und Containern hausen mussten.

Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) warnte angesichts der Demonstrationen von rechts vor der NPD. "Wenn sie an der Macht wäre, würde der eine oder andere von uns Asyl brauchen, weil wir dann Verfolgte wären", sagte er vor mehr als 1000 Menschen in Rufweite zu jener Kundgebung, die auf Betreiben der NPD auf dem Marktplatz stattfand.

Ulbig sagte auch, dass man die Einwohner von Städten mit Unterkünften für Asylbewerber mit Sorgen und Fragen nicht alleinlassen dürfe. Der Innenminister ist für eine Beschleunigung des Asylverfahrens auf drei Monate und verlangt eine Ablehnung jener Bewerber, die Straftaten begangen haben. In Sachsen lag der Ausländeranteil Anfang dieses Jahres bei lediglich 2,2 Prozent. Derzeit leben etwa 5000 Asylbewerber in dem ostdeutschen Bundesland.

vks/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 42 Beiträge
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1. Irgendwie
kosiak 16.11.2013
ist es schwierig, in Deutschland gegen etwas zu sein, ohne dass daraus ein -Ismus wird. Ich bin nicht gegen Fremde, aber es sollte ein tragbares Verhältnis sein. Es sprechen immer weniger Deutsch, dagegen hilft Schule. Vielleicht verbessert das auch die Stimmung! Also beide Seiten sind gefragt!!
2.
venezuela-mike 17.11.2013
Wie verroht muessen diese NPD-Dumpfbacken nur sein, wenn sie sich nicht vorstellen koennen, dass niemand ohne Not seine Heimat velaesst? Menschen, die in ihrem Land verfolgt werden, Kriegen ausgesetzt sind, Hunger erleiden und keinen Zugang zu sauberen Wasser haben, die mit ansehen muessen, wie ihre Kinder sterben, weil ihre kleinen Koerper nichts mehr zuzusetzen haben oder weil sie ermordet oder verstuemmelt werden. Und diesen Menschen soll man einen Platz in Deutschland verweigern? Der Vorstoss, die Asylverfahren zu beschleunigen ist sehr lobenswert, aber bis dahin muessen Verfolgte vor diesen Barbaren beschuetzt werden.
3. ...und es köchelt wieder...
movfaltin 17.11.2013
Ich weiß immer nicht, wie ich dazu stehen soll: Generell befürworte ich Migration (für die Völkerverständigung) und Asyl von Verfolgten (für mein Bild der Menschenwürde). Aber: Generell befürworte ich eben auch Toleranz und den offenen Austausch politischer (im altgriechischen Sinne, also die Gesellschaft betreffender) Meinungen. Und genau das ist zwar schon seit längerer Zeit von rechts aus nicht gegeben, da sind die Feindbilder zu klar und zu pauschal eingehämmert worden, ist aber eben seitens der Linken und mittlerweile sogar des Mainstreams nicht mehr gegeben. Wenn irgendwer der Meinung ist, ein Asylantenheim tue seiner Nachbarschaft nicht gut, darf er - ja, sollte er nach meinem Demokratieverständnis sogar - das ruhig äußern, dann muss er sachlich widerlegt werden. Jegliches Den-Mund-Verbieten macht die Extremismusanfälligen bloß noch extremistischer. Diese ganzen Gegendemos begrüße ich inhaltlich zum Großteil, aber was da aufgestachelt und pauschal abgeurteilt wird, geht gar nicht. Freiheit ist auch immer die Freiheit der Andersmeinenden - und die "richtige" Meinung wird sich am Ende eh durchsetzen. Sobald Rechte aufgrund äußerer Erscheinungen diskriminieren o.ä., muss natürlich dagegen vorgegangen werden - aber ansonsten täte etwas mehr Zutrauen in demokratische Selbstheilungs- und bürgerliche Reflexionskräfte mal dringend not.
4. Der typische SPON-Bericht
DerAraber 17.11.2013
Anstatt sich kritisch mit den Folgen der Massen-Einwanderung auseinanderzusetzen, insbesondere der neuen Asylwelle, werden die Demonstranten, die für die Asyleinwanderung marschieren, verherrlicht. Wo ist die Gegenseite? Wie wäre es mit einer differenzierten Betrachtung?
5. Vorscchlag:
marypastor 17.11.2013
Zitat von sysopDPAIn Schneeberg regt sich Widerstand gegen die Aktionen der Neonazis. Tausende Menschen haben in der sächsischen Kleinstadt gegen Rechtsextremismus demonstriert. Zugleich machten dort Neonazis gegen ein Asylbewerberheim Stimmung. Ein Großaufgebot der Polizei war im Einsatz. Demonstrationen in Schneeberg gegen Fremdenfeindlichkeit - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/demonstrationen-in-schneeberg-gegen-fremdenfeindlichkeit-a-934032.html)
wenn die Schneeberger die Sache vom Tisch haben und den Neonazis einen auswischen wollen, sollten sie jeder mind. 5 Asylanten inkl. Kleinkinder bei sich zu Hause aufnehmen.
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