Designierte niedersächsische Ministerin Wanka Bravo, Herr Wulff!

So etwas gab es noch nie - eine Ostdeutsche wird Ministerin in einem westdeutschen Bundesland. Johanna Wanka soll das Wissenschaftsressort in Niedersachsen leiten. Die Personalie ist ein Schritt zur Vollendung der inneren Einheit.

Johanna Wanka: Die Brandenburgerin soll niedersächsische Wissenschaftsministerin werden
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Johanna Wanka: Die Brandenburgerin soll niedersächsische Wissenschaftsministerin werden

Ein Kommentar von


Vermeldet wurde die Personalie wie viele andere: Das Land Niedersachsen bekommt eine neue Wissenschaftsministerin. Johanna Wanka, CDU-Politikerin aus Brandenburg. Aber es ist keine gewöhnliche Personalie. Es ist eine kleine Sensation - eine Frau aus dem Osten wird Ministerin im Westen. So hat es Christian Wulff, der CDU-Ministerpräsident von Niedersachsen, entschieden.

Das gab es noch nicht. Marianne Birthler, heute Stasi-Beauftragte, früher Bildungsministerin in Brandenburg, hat auf die Frage, wann die innere Einheit vollendet sei, einmal geantwortet: Wenn ein Ostdeutscher im Westen so selbstverständlich Minister wird, wie ein Wessi im Osten. Nun ist es so weit.

Die deutsche Einheit war in Personalfragen bislang eine Einbahnstraße. Wurden im Osten Kabinettsposten vergeben, wurde meist auf West-Importe gesetzt. Es gab Zeiten, in denen nicht ein ostdeutscher Finanzminister ostdeutscher Herkunft war. Die Mehrheit aller Staatssekretäre-Ost stammt bis heute aus den alten Bundesländern. Gibt es in Karlsruhe einen Verfassungsrichter aus dem Osten? Oder einen Ost-General bei der Bundeswehr? Im Osten hat diese Personalpolitik das Gefühl der Zurücksetzung verstärkt. Nicht immer kamen die Besten aus dem Westen. Manche Westler nervten mit ihren ewigen Belehrungen. Manche entpuppten sich als Raffkes.

Dann wurde die Ostdeutsche Angela Merkel Bundeskanzlerin. Aber sie scheut sich, über ihre Ost-Herkunft zu reden. Vielleicht ist das ja so bei denen, die vorangehen. Sie sind nicht ganz frei, sie stehen unter Beobachtung.

Johanna Wanka ist eine gute Bekannte von Merkel. Ihr Lebensweg ist ähnlich. Sie ist Naturwissenschaftlerin, Professorin, sie kam 1989 in die Politik. Aber sie ist auch Mutter. In Brandenburg hat sie als Kultusministerin gute Arbeit geleistet. Sie ist eine selbstbewusste Ost-Frau. Sie kann austeilen.

Bislang wurden West-Erfahrungen gen Osten transferiert. Das war nötig und auch gut so. Mal sehen, wie es wird, wenn eine Frau aus dem Osten nun Westlern sagt, wo es lang geht.



insgesamt 32 Beiträge
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Seite 1
Nothing is irreversible 20.04.2010
1. Das wäre mir nicht aufgefallen
da ich als Westdeutscher schon länger von einer Ostdeutschen Dame regiert werde… Da mein Nachname aber auch Wulff ist sage ich brav Danke!
delta058 20.04.2010
2. besser recherchieren
Zitat von sysopSo etwas gab es noch nie - eine Ostdeutsche wird Ministerin in einem westdeutschen Bundesland. Johanna Wanka soll das Wissenschaftsressort in Niedersachsen leiten. Die Personalie ist ein Schritt zur Vollendung der inneren Einheit. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,690049,00.html
Nur mal so am Rande, Merkel ist keine Ostdeutsche, sie ist gebürtige Hamburgerin.
JensDD 20.04.2010
3. Na dann ist ja Biermann
Zitat von delta058Nur mal so am Rande, Merkel ist keine Ostdeutsche, sie ist gebürtige Hamburgerin.
auch nicht ausgebürgert worden. Auch er ist gebürtiger Hamburger - wieso gabs da bei seinem Wohnortwechsel 1976 so einen Skandal? Argumente gibts hier...kopfschüttel
Eppelein von Gailingen 20.04.2010
4. Was heißt denn: Bravo Herr Wulff.
Zitat von sysopSo etwas gab es noch nie - eine Ostdeutsche wird Ministerin in einem westdeutschen Bundesland. Johanna Wanka soll das Wissenschaftsressort in Niedersachsen leiten. Die Personalie ist ein Schritt zur Vollendung der inneren Einheit. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,690049,00.html
*Solche Überschwänglichkeit ist fehl am Platz.* Ist es eine Weltsensation, wenn eine Person aus dem Osten bei den Niedersachsen Ministerin wird? Popanze tun so, als wäre das Rad gerade erfunden worden. Sie soll ihre Arbeit ehrlich verrichten, mehr nicht. Warum, muss man sich ehrlich fragen, sollen Personen aus Ostdeutschland schlecht sein? Wir im Westen sind nur blank enttäuscht von den bisherigen Krauses, Peter-Michael Diestel, Stolpes, Tiefensees, Gysis, Hildebrandt, Bartsch, Platzeck und was sonst noch alles in die Politik gespült wurde. Mit keiner Arbeit viel Geld verdienen, hatten die Blockflöten aus dem ehemaligen Arbeiter- und Bauernstaat mehr als schnell begriffen. Vorneweg diese Kanzlerin - ohne Leistung. Und so sonnte sich die Unredlichkeit noch mehr als vorher hinter den Mauern, im Wohlstandsgetümmel. Die Skepsis gegenüber den ehemaligen SED-Bonzen und Stasi-Spionen müssen wir abbauen. Die Ostdeutschen müssen es beweisen, dass sie sich ehrlich integriert haben.
Eppelein von Gailingen 20.04.2010
5. Den Hamburger Geruch hat sie längst bei der FDJ verloren
Zitat von delta058Nur mal so am Rande, Merkel ist keine Ostdeutsche, sie ist gebürtige Hamburgerin.
Sie ist im besten Fall als Konvertitin zu betrachten. Hoffentlich tritt sie möglichst schnell von der politischen Bühne ab, die für sie nicht paßt.
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