Deutsche Einheit bpb-Chef beklagt "kulturellen Kolonialismus" durch Westdeutsche

Thomas Krüger ist bundesweit einer von wenigen ostdeutschen Chefs. Schuld an dem Missstand seien westdeutsche Eliten, so der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung. Das sei ein Problem.

Thomas Krüger (Archiv)
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Thomas Krüger (Archiv)


27 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung hat der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger, in einem Interview die Dominanz westdeutscher Eliten in Ostdeutschland beklagt. Diese würde "immer noch als kultureller Kolonialismus erlebt", sagte Krüger in einem Interview mit der "Berliner Zeitung". "Und das ist ein Problem, ja."

Auch wenn es mit Angela Merkel und Joachim Gauck mittlerweile ostdeutsche Spitzenpolitiker gebe, übten Westdeutsche in vielen Bereichen noch immer die Interpretationshoheit aus, sagte Krüger dem Blatt. Als er 2000 den Job in Bonn übernahm, habe er die Zahl der ostdeutschen Mitarbeiter in der Zentrale verdoppelt - von eins auf zwei, bei insgesamt 200 Angestellten.

"Es fehlen einfach die Übersetzer kultureller Differenzen", sagte Krüger. Gegen eine westdeutsche Dominanz rät er den Westdeutschen auf Kölsch: "Man muss ooch mal jönne könne." Als Ostdeutscher plädiere er für "das bedingungslose Aushandeln dieses Konflikts frei nach dem bekannten Agitprop-Spruch: Von den Westdeutschen lernen, heißt siegen lernen".

apr

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