Risse im Fundament Bundestagsneubau wird viel teurer als geplant

Der Bundestag ist so groß wie nie - doch die zusätzlichen Abgeordnetenbüros werden erst 2020 fertig. Und dann explodieren nach SPIEGEL-Informationen auch noch die Kosten.

"Vorsicht Baustelle": Der Erweiterungsbau des Marie-Elisabeth-Lüders Hauses  in Berlin
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"Vorsicht Baustelle": Der Erweiterungsbau des Marie-Elisabeth-Lüders Hauses in Berlin


Ein Neubau des Bundestags wird deutlich teurer und später fertig werden als geplant. Der Anbau des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses sollte ursprünglich 2013 fertig sein - nun können die Abgeordnetenbüros frühestens 2020 bezogen werden. Auch die Kosten explodieren: Statt der geplanten 190 Millionen Euro sind es jetzt fast 250 Millionen Euro. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

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Ursache für die Mehrausgaben sind vor allem Risse in der Bodenplatte des auf den ersten Blick fertigen Gebäudes. Die Risse wurden 2015 entdeckt und sollen jetzt aufwendig saniert werden. Anfang September bewilligte die Baukommission im Parlament unter anderem dafür 35,9 Millionen Euro, die Ausschreibungen laufen. Zudem sollen Gutachter klären, wer die Verantwortung für das Fiasko trägt.

Die 300 Büros im Neubau werden dringend benötigt, da der Bundestag mit 709 Abgeordneten so groß ist wie noch nie. Um die Parlamentarier unterzubringen, muss nun ein Teil der Bundestagsverwaltung nach Berlin-Moabit ziehen, ins ehemalige Bundesinnenministerium.

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Seite 1
vliege 18.11.2017
1. Der Verdacht drängt sich auf,
das bei öffentlichen Bauten absichtlich gepfuscht wird um doppelt und dreifach zu kassieren. BER, Elbphilharmonie, S21, Autobahnbeton hat ebenfalls eine sehr kurze Lebensdauer. Jetzt dieses Beispiel.
kumi-ori 18.11.2017
2.
Wenn in der Bodenplatte Risse auftauchen, dann ist das ja wohl nicht die Schuld des Steuerzahlers, sondern der Planungsbüros und der Baufirmen. Und es sollten dann nicht weitere Millionen an Steuergeldern hinterhergeworfen werden, sondern die Firmen für die Verzögerung bezahlen müssen. Und wenn sie dieses nicht tun, dann müssen eben diese Firmen sowie deren Angestellte und Subunternehmen in Zukunft in ganz Deutschland (besser ganz EU) von allen öffentlichen Aufträgen ausgeschlossen werden. Merkt denn kein Mensch, dass die beauftragten Unternehmen absichtlich Mängel einbauen, um sich dann bis ans Ende aller Tage Folgeaufträge zu sichern?
floydpink 18.11.2017
3. Erst...
... 'ne Ausschreibung machen, dann das allerbilligste Angebot aussuchen und dann muss hinterher doppelt & dreifach saniert werden. Unsere Sparfüchse!
mymindisramblin' 18.11.2017
4. Das Geld der Steuerzahler
kann man ja ruhig zum Fenster rausschmeißen. Jede privatwirtschaftliche Firma hätte bei Mängeln am Neubau die verantwortliche Baufirma zur Verantwortung gezogen, aber hey, wer will denn so kleinlich sein? Ein Rekordsteueraufkommen, da kommt es doch auf die paar Millionen auch nicht mehr an. Sollte das Geld dann knapp werden ist beim Steuerzahler doch noch genug zu holen.
HansPa 18.11.2017
5. Wo ist das Problem?
Dann gibt es halt eine Sondersteuer für Arbeitnehmer. Die Wirtschaft darf nicht weiter belastet werden, die ächzt bereits unter den hohen Angaben. Oder das Renteneintrittsalter wird erhöht, schließlich müssen die Kosten gedeckt werden. Oder man baut einfach einen zweiten Reichstag mit 2000 Sitzen.
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