Spionage in Deutschland Mutmaßliche Iran-Agenten spähten womöglich jüdische Anschlagsziele aus

Neue Details zur Razzia gegen mutmaßliche Agenten Irans: Die Männer stehen nach SPIEGEL-Informationen im Verdacht, jüdische Einrichtungen ausgespäht zu haben - als mögliche Anschlagsziele.

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Iranische Geheimdienste arbeiten womöglich an einer Liste mit israelischen und jüdischen Einrichtungen in Deutschland, die als Anschlagsziele im Konfliktfall mit Israel infrage kommen könnten. Nach SPIEGEL-Informationen gehen die deutschen Sicherheitsbehörden davon aus, dass Ausspähversuche hierzulande diesem Zweck dienen sollten.

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Heft 4/2018
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In dem Zusammenhang durchsuchten 150 Polizeibeamte am Dienstag im Auftrag des Generalbundesanwalts die Wohnungen von zehn Männern aus Pakistan, Afghanistan und der Türkei, zudem ein Restaurant, einen Fladenbrotladen und eine Bochumer Filiale einer US-amerikanischen Fast-Food-Kette. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Die Männer sollen Kontakt zu iranischen Geheimdienstleuten gehabt haben. Die Sicherheitsbehörden rechnen sie den "Quds Forces" zu, einer Spezialeinheit des Regimes in Teheran.

Allerdings scheint die Beweislage dünn. Bisher erging kein Haftbefehl. Neun Beschuldigte bestritten alle Vorwürfe, einer schwieg. Die Ermittler beschlagnahmten Dokumente, Bargeld, Mobiltelefone und Computer für weitere Nachforschungen. Informationen des Bundesamtes für Verfassungsschutz und eines ausländischen Nachrichtendienstes lösten die Ermittlungen aus.

"Die Aktivitäten gehören mit zur Spitze dessen, was ausländische Staaten hier an Spionage und Agententätigkeit betreiben", sagte der SPD-Politiker Reinhold Robbe nach der Razzia. Es gebe hier eine "neue Qualität" des Ausspähens. Robbe war in seiner früheren Funktion als Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft selbst mehr als ein Jahr lang bespitzelt worden.

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