Uno-Mission: Deutschland schickt Militärbeobachter nach Syrien

Von Ulrike Demmer

Deutschland wird sich an der Uno-Mission in Syrien beteiligen. Nach SPIEGEL-Informationen will das Bundeskabinett in Kürze einen entsprechenden Beschluss fassen. Demnach sollen bis zu zehn Soldaten der Bundeswehr entsandt werden - eine Abkehr vom bisherigen Kurs.

Soldaten der Bundeswehr: Die Bundesregierung will bis zu zehn Mann nach Syrien schicken Zur Großansicht
dapd

Soldaten der Bundeswehr: Die Bundesregierung will bis zu zehn Mann nach Syrien schicken

Berlin - Deutschland wird mit bis zu zehn Bundeswehrsoldaten an der Beobachtermission der Vereinten Nationen in Syrien teilnehmen. Eine entsprechende Vorlage soll nach Informationen des SPIEGEL am Mittwoch oder in den nächsten Wochen vom Kabinett beschlossen werden. Bundesaußenminister Guido Westerwelle hatte bislang ausschließlich materielle und logistische Unterstützung zur Unterstützung der Beobachtermission angeboten.

Deutschland wird damit die Beobachtermission der Vereinten Nationen in Syrien (UNSMIS) aufstocken. Bis zu 300 unbewaffnete Militärbeobachter will die Uno nach Syrien schicken. Sie sollen den von Ex-Uno-Generalsekretär Kofi Annan vermittelten Waffenstillstand überwachen, der immer wieder gebrochen wird. Im April hatte der Sicherheitsrat eine entsprechende Resolution ohne Gegenstimme angenommen. Die Resolution sieht die Entsendung der Beobachter für zunächst 90 Tage vor.

Bei der Bundeswehr gibt es Bedenken, unbewaffnete Soldaten in ein so gefährliches Umfeld zu schicken. "Normalerweise werden unbewaffnete Militärbeobachter eingesetzt, um einen funktionierenden Waffenstillstand zu überwachen, davon kann in Syrien keine Rede sein", sagt ein hochrangiger Offizier. "Allerdings gibt es wohl derzeit zu der Mission keine Alternative."

Auch am Montag wurden aus Syrien wieder Kämpfe und Tote gemeldet. In Teilen des Landes herrscht eine bürgerkriegsähnliche Situation. Unabhängige Bestätigungen für solche Berichte gibt es nicht, weil das Regime Berichterstattung aus der Region mit Gewalt unterbindet. Eine Beobachtermission der Arabischen Liga war nach einigen Wochen abgebrochen worden, weil die Gewalt in Syrien sogar noch zugenommen hatte.

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insgesamt 14 Beiträge
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1. Da werden sich die Syrer aber freuen!
Layer_8 08.05.2012
Zitat von sysopDeutschland wird sich an der Uno-Mission in Syrien beteiligen. Nach SPIEGEL-Informationen will das Bundeskabinett in Kürze einen entsprechenden Beschluss fassen. Demnach sollen bis zu zehn Soldaten der Bundeswehr entsandt werden - eine Abkehr vom bisherigen Kurs. Deutschland sendet Militärbeobachter nach Syrien - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,832086,00.html)
Deutsche Soldaten in Syrien. Die Syrer kennen sich mit sowas prima aus. Hatten die ja schon deutsche Ex-Soldaten nach 1945 bei sich aufgenommen... Spinnt denn unsere Regierung hier jetzt?
2.
Tom Joad 08.05.2012
Zitat von Layer_8Deutsche Soldaten in Syrien. Die Syrer kennen sich mit sowas prima aus. Hatten die ja schon deutsche Ex-Soldaten nach 1945 bei sich aufgenommen... Spinnt denn unsere Regierung hier jetzt?
Ich kann da keinen Zusammenhang erkennen. Worauf wollen Sie eigentlich hinaus?
3. Was
crocodil 08.05.2012
sollen unsere Soldaten dort, wahrscheinlich ist in der BRD keine vernüftige Tätigkeit bereit, oder man muss noch die Stärke verringern!!!
4. Militärbeobachter
LDaniel 08.05.2012
Zitat von Layer_8Deutsche Soldaten in Syrien. Die Syrer kennen sich mit sowas prima aus. Hatten die ja schon deutsche Ex-Soldaten nach 1945 bei sich aufgenommen... Spinnt denn unsere Regierung hier jetzt?
Informieren sie sich mal über die Aufgaben und die Befügnisse von UN-Militärbeobachtern. Die sind übrigens auch in einigen Gebieten Afrikas und anderswo (aus gutem Grund) unterwegs.
5. Wir werden wieder eine Miitärmacht!
Wasnun 08.05.2012
Bis zu 10 Soldaten sollen nach Syrien entsandt werden. Und darüber streteite man sich noch im Parlament. Die ganze Welt lacht schon lange über Deutschland.
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