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Abgelehnte Asylbewerber: Schon 10.000 Abschiebungen in diesem Jahr

Deutschland forciert die Rückführung abgelehnter Asylbewerber. Nach SPIEGEL-Informationen wurden 2015 bereits mehr als zehntausend Flüchtlinge, vor allem vom Balkan, abgeschoben - so viele wie im gesamten Vorjahr.

Abschiebung am Baden-Airport (im Feb. 2015): "Konsequent umgesetzt" Zur Großansicht
DPA

Abschiebung am Baden-Airport (im Feb. 2015): "Konsequent umgesetzt"

Die Zahl der Abschiebungen aus Deutschland ist in diesem Jahr nach Angaben des Bundes und der Länder bereits auf mehr als zehntausend gestiegen - damit hat sie schon jetzt in etwa das Niveau des gesamten Vorjahres erreicht. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Zahlreiche Bundesländer planen in den kommenden Wochen und Monaten weitere Sammelabschiebungen, insbesondere in die Balkanstaaten. Allein Hessen rechnet mit 19 Abschiebeflügen bis zum Jahresende. In Nordrhein-Westfalen stehen bis in den Spätherbst hinein Termine für Abschiebungen nach Serbien, Mazedonien und in das Kosovo fest.

Der Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, Manfred Schmidt, geht davon aus, dass seine Behörde bis zum Ende des Jahres über rund 75.000 offene Anträge vom Westbalkan entscheiden wird. Bis auf einige wenige Fälle dürften alle Antragsteller einen negativen Bescheid bekommen. "Diese Entscheidungen müssen dann auch konsequent umgesetzt werden und die abgelehnten Asylbewerber Deutschland so schnell wie möglich verlassen", fordert Schmidt.

Die Bundesregierung will die Asylverfahren beschleunigen, vor allem für Menschen aus den Westbalkanstaaten, die kaum eine Bleibeperspektive in Deutschland haben. Viele der Menschen kehren auch freiwillig in ihre Heimat zurück. Im ersten Halbjahr waren das mehr als 12.600 Menschen, davon stammten 85 Prozent vom Balkan.

Bosnien-Herzegowina, Mazedonien und Serbien gelten laut Asylgesetz als sichere Herkunftsländer, Asylanträge aus diesen Ländern werden für gewöhnlich als "offensichtlich unbegründet" abgelehnt. Angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen vom Westbalkan wird derzeit wird diskutiert, die Liste um Albanien, das Kosovo und Montenegro zu erweitern.

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fri/wow

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