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Anti-Terror-Kampf: Grünen-Chef Özdemir wirft Westen Heuchelei vor

Grünen-Chef Cem Özdemir beim Bundesparteitag: Der Politiker wirft dem Westen Versagen im Kampf gegen den Terror vor Zur Großansicht
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Grünen-Chef Cem Özdemir beim Bundesparteitag: Der Politiker wirft dem Westen Versagen im Kampf gegen den Terror vor

Zum Auftakt des Bundesparteitags der Grünen findet Cem Özdemir scharfe Worte. Seiner Meinung nach hat der Westen im Kampf gegen den Terror versagt. Der Grünen-Chef fordert ein Umdenken im Umgang mit den Golfstaaten.

Grünen-Chef Cem Özdemir hat dem Westen Versagen im Kampf gegen den internationalen Terrorismus vorgeworfen. Saudi-Arabien und die Golfstaaten seien seine Handelspartner, man kaufe von ihnen Öl und liefere ihnen Waffen. Solange "diese Heuchelei und Doppelzüngigkeit" nicht aufhörten, werde es niemals Erfolge geben, sagte Özdemir am Freitagabend zu Beginn des Bundesparteitages der Grünen in Halle. "Der saudische Wahabismus ist nicht Teil des Problems, er ist die Quelle des Problems." Der Wahabismus gilt als besonders orthodoxe Form des Islams.

Auch in den Gesprächen mit der Türkei zur Lösung der Flüchtlingskrise gebe es Doppelzüngigkeit, die die Glaubwürdigkeit der Koalition nicht erhöhe. Özdemir sprach sich für eine gut ausgestattete Polizei und demokratisch kontrollierte Geheimdienste aus, die ihre Informationen auch austauschen müssten.

Mit Blick auf den Islam sagte Özdemir, es sei natürlich falsch, "Terror mit einer ganzen Religion gleichzusetzen". Die Probleme dürften aber nicht ignoriert werden. "Kein heiliges Buch steht über unserem Grundgesetz", betonte er. "Kein Glaubensvertreter schreibt einer Frau vor, wen sie zu heiraten hat." Kein angebliches Gottesgebot erlaube es, Homosexuelle zu unterdrücken oder sonst wie die Menschenrechte einzuschränken.

Die Grünen sind am Freitagnachmittag in Halle in Sachsen-Anhalt zu einem dreitägigen Parteitag zusammen gekommen. Am Samstag stellen sich die bisherigen Vorsitzenden Simone Peter und Özdemir ebenso wie der Parteivorstand zur Wiederwahl.

asc/dpa/AFP

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insgesamt 148 Beiträge
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1. Hätte ich nicht gedacht
KaroXXL 21.11.2015
Dass ausgerechnet der Klartext spricht. Natürlich ist Saudi Arabien Terrorunterstützer Nummer Eins und auch die Türkei zu kritisieren. Bisher haben diese notwendige Kritik ja nur die Linken ausgeübt.
2.
Maler 21.11.2015
Offensichtlich hat der Westen im Kampf gegen den Terror versagt. Nicht nur Sicherheits- und militärpolitisch. Das Versagen fängt schon damit an das man Millionen Muslime nach Europa lässt in der naiven Annahme alle liessen sich zu braven Demokraten machen, die Frauen respektieren und die Grundgesetze ihrer Aufnahmeländer. Manch einer, der aus einer Welt kommt, in der die Zweitrangigkeit der Frau seit weit über tausend Jahren Gesetz und Selbstverständlichkeit ist, Demokratie ein Fremdwort, Religion die Verfassung und die Menschenrechte ersetzt und Unterwerfung sowohl der Name wie die Umsetzung der Religion ist, wird sich niemals integrieren lassen, weil sein wahres Ziel die Aushöhlung und Umkrempelung unserer Gesellschaft ist.
3. Man muss ihn nicht unbedingt mögen, um zu erkennen,
novissimo 21.11.2015
dass er in jeder Hinsicht Recht hat. Dass sich jemand aus der politischen "Kaste" das mal offen anzusprechen wagt ist enorm und wahr. Ohne Rücksicht auf die dort stationierten Amis zu nehmen, wagt er sich etwas, was sich die meisten politics nicht trauen auch nur in Erwägung zu ziehen. Die Sauds in selbigem Arabien sind bekannt dafür, dass sie jegliche Art von Terrorismus finanzieren, auch die von Kollege Osama, nachdem die Amis diesen fallen lassen mussten und er sein Erbe aufgebracht hatte. Klasse Özi !!!
4. Absolut toll
heinrichzim 21.11.2015
Himmel noch mal, endlich einer der sagt was Sache ist. Das sich rumbescheissen des Westens bezueglich Saudiarabien ist einfach nur lächerlich. Leider haben wir viele, die meinen, wenn man Geld bekommt, spielt die Moral, bzw. die Gerechtigkeit, dann nicht so eine Rolle. Also wenn reiche Araber bei uns Geld ausgeben und ihre Frauen in schwarz verhuellt, nur Sehschlitze haben muessen, das sei das ok. Aber diese Religionen zerstören alles.
5. Graf Eberhard aus Urach
nomadas 21.11.2015
Theokratie, Oligarchie, Postdemokratie? Viele Wege führen nach Rom. Alle Eliten dieser Welt verstehen sich doch prächtig, untereinander, machen ja auch alle das Gleiche. Sie tyrannisiern ihre Völker, hardcore und softcore. Sie machen primär business, lügen und betrügen sich gegenseitig, wo es nur geht. Tarnen und täuschen gehört ebenso zu ihren Verhaltensweisen. Ab und an bekämpfen sie sich, in dem sie ihre Massen in den Krieg und in den Tod schicken. Sie selber bleiben immer heil. Ihnen passiert nichts. Ausser dass mal einer verschwinden muss, peng, weg ist er. Doch das gehört zum kick ihrer geilen Machtspiele. Das wissen sie alle. Und sonst? Nichts Neues im Westen, Osten, Norden und Süden. Und, by the way, jede Religion wird mißbraucht, verzwecklicht für das Ego. Kirche & Staat, egal welche, arbeiten immer Hand in Hand, es nützt ihnen beiden, bei der Beherrschung der Völker. god save the queen
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