Bundestagswahl 2017 Wagenknecht und Bartsch sind Spitzenduo der Linken

Der Machtkampf bei der Linken um die Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl im kommenden Jahr ist entschieden. Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch sollen gemeinsam ein ambitioniertes Ziel erreichen.


Der Parteivorstand der Linken hat sich auf Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch als Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2017 geeinigt. Ziel sei ein zweistelliges Ergebnis, sagt Parteivorsitzender Bernd Riexinger. Die Linke werde einen eigenständigen Wahlkampf führen, "keinen Regierungswahlkampf, aber auch keinen reinen Oppositionswahlkampf".

Mit der Entscheidung hat Wagenknecht den Machtkampf innerhalb der Partei vorerst für sich entschieden. Eigentlich hatte die Linke sich noch bis Januar mit einer Entscheidung Zeit lassen wollen - doch die Fraktionsvorsitzenden Wagenknecht und Bartsch überrumpelten die Parteiführung im September mit ihrer Ankündigung, gemeinsam in den Wahlkampf ziehen zu wollen.

Nun hat sich die Linke auf einen Kompromiss geeinigt, der allen relevanten Strömungen der Partei gerecht werden soll. Der Bundestagswahlkampf wird dem Vorstandsbeschluss zufolge gemeinsam geführt von einem vierköpfigen Spitzenteam, dem neben den beiden Spitzenkandidaten auch die Parteivorsitzenden Bernd Riexinger und Katja Kipping angehören. Wahlkampfleiter ist Bundesgeschäftsführer Matthias Höhn. Insbesondere Kipping war nachgesagt worden, dass sie selbst gerne Spitzenkandidatin ihrer Partei geworden wäre.

Die 47-jährige Wagenknecht gehört zum linken Flügel der Partei, sie war lange Zeit Wortführerin der Gruppe "Kommunistische Plattform". In den vergangenen Wochen hatte Wagenknecht immer wieder mit populistischen Sätzen zu Flüchtlingen, zur EU und zum Euro für Ärger in den eigenen Reihen gesorgt. Es sind Positionen, die oft jenseits der Parteilinie liegen. Im Gegensatz zu Bartsch gilt Wagenknecht als Hindernis für eine rot-rot-grüne Koalition nach der Wahl.

Der 58-jährige Bartsch hingegen vertritt den gemäßigten Flügel und gilt als Verfechter einer rot-rot-grünen Koalition nach der Bundestagswahl. Er wird auch von SPD-Politikern geschätzt.

brk/dpa



insgesamt 186 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
alias1942 04.12.2016
1. ist doch gut so
Wagenknecht hat Charisma und Verstand. Man sollte ihr Buch lesen. Das ist ein hervorragender Ansatz. Und wahrscheinlich der einzig ernst zu nehmende. Besser als ein Parteiprogramm.
gretchen007 04.12.2016
2. BRD und EU
brauchen rotrotgrün
F.A.Leyendecker 04.12.2016
3. Sinnvoll
Die einzig sinnvolle Entscheidung. Gut, dass sich Bartsch und Wagenknecht durchgesetzt haben. Wobei letztere allein auch gereicht hätte. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Linken konsequent gegen den CDUCSUSPDGRÜN-Einheitsquark abgrenzen.
GinaBe 04.12.2016
4. toi-toi-toi
Viel Mut, Kraft und Glück im Wahlkampf und dann! `Hat Sahra Wagenknecht nicht kürzlich mit Sigmar Gabriel Kaffee getrunken? Hat sie nichts verraten von dem Gespräch? Sie wäre schon bereit für r-r-g, doch lässt sie sich nicht schlucken von einer handlungsunwilligen SPD oder auch den grünen, die in alten Mustern verbleiben wollen. WENN Aufbruch und neue Wende, weg von der Alternativlosigkeit der Kanzlerin- dann richtig! Und jetzt lurge ich, wie die felix Austianer gewählt haben. "Heinrich, mir graut vor Dir!"
laotao 04.12.2016
5. Es ändert sich nichts am real-existierenden Intererssenvertretungmangel
Statt sich um die praktische und wirklichkeitsbezogene Interessenvertretung all derer zu kümmern und dafür politische Konzepte zu entwickeln, die heute gemeinhin als "Humankapital" entrechtet, entwertet, entwürdigt, enteignet und entmenschlicht werden, erschöpfen sich die entstalinisierten demokratischen Zentralisten in den altbekannten Ränkespielen der in dieser Organisation etablierten und - angesichts der ja wirklich imposant heraus geputzten Sozialsissi - immer manierierten Spitzenkader, denen es - genau so wie in den anderen - bürgerlich genannten - Politorganisationen, des heutigen Klientel- und Lobbyinteressenvertretungsparlamentarismus. Dass in diesem heutigen Deutschland, weder über die höchst wirkungsvolle Wirtschaftsorganisation der Cooperativa Mondragon, noch über die politisch hoch avantgardistischen Podemos in Spanien berichtet wird, dokumentiert übrigens, welch Geistes Kind die heutigen deutschen Journalisten sind, die man wohl besser als Hofberichterstatter der Neuen Sozialen Marktwirtschaft bezeichnen sollte, um nicht mit der Keule des infotainistischen Macht- und Besitzstandsprogagandisten zu arbeiten. Eine ähnliche Fragestellung drängt diese Linkspartei dem Wähler auch auf.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.