CDU Spahn wirbt für Dienstpflicht

Dem Staat ein Jahr des eigenen Lebens geben, für soziale Arbeit: Die Idee einer Dienstpflicht erhält durch Gesundheitsminister Spahn offenbar neuen Vorschub.

Jens Spahn
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Jens Spahn


In der CDU wird auch nach der Sommerpause die Einführung einer Dienstpflicht weiter diskutiert. Gesundheitsminister Jens Spahn lädt 18 Sozialverbände in sein Ministerium, um die Möglichkeiten der Initiative zu erörtern. Das berichtet die "Bild am Sonntag".

"Ein solcher sozialer Dienst könnte mit dazu beitragen, den Zusammenhalt in der Gesellschaft zwischen den Generationen zu stärken", heißt es demnach in einer Einladung, die unter anderem an die Präsidenten von Caritas, Diakonie und den Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste verschickt wurde.

Weiter heiße es in dem Schreiben, auch das Zusammenleben von gebürtigen Deutschen und Zuwanderern könnte "viele positive Impulse" bekommen: "Insgesamt könnte ein sozialer Dienst mit dazu beitragen, dass sich die Menschen noch stärker mit dem Staat und dem Gemeinwesen beschäftigen", schreibt Spahn.

In der Union waren in der Sommerpause Forderungen nach einer Wiedereinführung der Wehrpflicht oder der Schaffung einer allgemeinen Dienstpflicht laut geworden. Die Wehrpflicht war zum 1. Juli 2011 ausgesetzt worden, seitdem ist die Bundeswehr eine Freiwilligenarmee und hat massive Rekrutierungsprobleme.

Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer will dem Vorschlag einer allgemeinen Dienstpflicht eine wichtige Rolle in der Debatte über ein neues CDU-Grundsatzprogramm geben. Auf dem Parteitag im Herbst solle ein Beschluss zu dem Thema fallen, später solle das im neuen CDU-Grundsatzprogramm konkretisiert werden.



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insgesamt 193 Beiträge
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nahatschalah 16.09.2018
1. Blödsinn
Es solle sich jeder mal fragen, ob er im Alter von jemanden gepflegt werden will (oder seine Kinder beaufsichtigen lassen will), von einem jungen Menschen, der eine solche Tätigkeit weder ausüben WILL noch KANN. Nicht jeder ist halt zum Pfleger, Erzieher etc. geeignet.
freidenker49 16.09.2018
2. Stattdessen
sollten lieber alle Arbeitslosen verpflichtet werden, einen ihnen zumutbaren Zivildienst zu leisten als Gegenleistung für die Gelder und Geldwerten Vorteile, die sie erhalten. Besonders alle jungen Arbeitslosen. Sie brauchen auch Teilhabe am Arbeitsleben, denn das bringt Tagesstruktur, Anstrengung, Erfolgserlebnisse und soziale Einbindung. Das ist ähnlich wichtig wie Geld.
K:F 16.09.2018
3. Asoziale CDU
Der Wirtschafsflügel benötigt bilige Arbeitskräfte in der Pflege. Mit Zusammenhalt hat das Dienstjahr nicht zu tun. Die Pflege soll billig bleiben. Und die Betreiber wollen ihre Renditen sichern. Das ist alles.
fknobel 16.09.2018
4. Die Grund Idee ist gut...
Grundsätzlich ist die Idee eines Pflicht Dienstjahres für alle eine gute Idee! Dies sollte aber für alle gelten, egal ob Frau oder Mann... die Wahl wohin man möchte sollte man denn Leuten jedoch noch lassen. Um z.b. such Dinge wie Eigeninitiative zu fördern. Bei einem Pflichtjahr, sollte es aber nicht darum gehen „billige“ Arbeitskräfte für das Sozial System zu bekommen! Sondern viel mehr darum, denn jungen Leuten die Werte und Funktionsweise einer demokratisch-sozialen Struktur Nahe zubringen. So das sie diese schätzen zu lernen und ihre Vorteile verstehen. Und so mit im Leben eben nicht nur die zum größtenteil „Egomane“ Natur der Freuen Marktwirtschaft kennenlernen.... Man könnte jetzt noch sehr viel mehr da zu schreiben... ist aber alles schon x-mal aufgeführt worden. ?
demokrat2 16.09.2018
5. Spahn verschweigt den wahren Grund ......
..... er will auf "billige Weise" sein Pflegeproblem lösen. So lsässt sich die Masse an Hilfskräften rekrutieren, die er braucht, um halbwegs den Pflegenotstand zu beseitigen. Billig deshalb, weil die jungen Leute während der Dienstpflicht nicht viel kosten werden. Außerdem können sie sich nicht enztiehen, weil der Dienst ja Pflicht werden soll. Gleichzeitig fällt auch was für die Bundeswehr ab. Das ist typisch für die Strategie der CDU/CSU. Danach müssten auch die blödesten Schulabgänger Dienst leisten. Die, die der Arbeitsmarkt, besser die Arbeitgeber, nicht ausbilden wollen, sollen jetzt Dienst fürs Vaterland machen. Die Argumentation Spahns ist schnell durchschaut. Plöztlich will die CDU/CSU etwas für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft tun, ja sogar etwas für ein besseres Zusammenleben mit den Flüchtlingen, die man eigentlich wieder loswerden will. Der Dienstpflicht sollte die SPD nur zustimmen, wenn die Pflege wieder durch staatliche Einrichtungen erfolgt, also das Abkassieren durch private Alters- und Pflegeheime beendet wird. Außerdem muss den Dienstpflichtigen nach dem Dienst ein Azsbildungs- oder Arbeitsplatz für ein Jahr angeboten werden, damit sich deren Berifschancen verbessern.
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