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19. Februar 2013, 10:32 Uhr

Sitzenbleiber als Spitzenpolitiker

"Edmund, du bist faul!"

Von Niklas Wirminghaus

Rot-Grün will in Niedersachsens Schulen das Sitzenbleiben abschaffen - ein heftig umstrittener Vorschlag. Dass man auch nach absolvierter "Ehrenrunde" noch erfolgreich werden kann, beweisen etliche Spitzenpolitiker, unter ihnen auch ausgewiesene Bildungsexperten.

Berlin - Die neue rot-grüne Landesregierung in Niedersachsen will das Sitzenbleiben in der Schule abschaffen - und entfacht damit erneut die Diskussion über den Nutzen oder Schaden der "Ehrenrunde" aufs Neue. In Niedersachsen soll das Sitzenbleiben "durch individuelle Förderung überflüssig" gemacht werden, heißt es im Koalitionsvertrag der neuen Regierung.

Befürworter des Zusatzjahres sehen bei einer Abschaffung das allgemeine Leistungsniveau gefährdet. Sie halten das Sitzenbleiben für ein sinnvolles pädagogisches Mittel. In dem Zusatzjahr könne Versäumtes nachgearbeitet werden.

Die Gegner der Zwangswiederholung sind überzeugt, dass Frust und Enttäuschung über das Sitzenbleiben größer seien als der schulische Nutzen einer Wiederholung. Die sei kein Ansporn, sondern eine Demütigung. Außer Niedersachsen haben fünf weitere Bundesländer die Ehrenrunde ganz oder in Teilen abgeschafft oder planen Modellversuche ohne Sitzenbleiben - Bremen, Hamburg, Berlin, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg.

Zurzeit widerfährt dieses Schicksal noch etwa 170.000 deutschen Schülern jährlich. Dass mit einem Extrajahr die Zukunft noch lange nicht verbaut ist, beweisen die Beispiele etlicher Prominenter, die für ihre Schullaufbahn etwas länger brauchten. Auch einige Spitzenpolitiker - unter ihnen auch Bildungsexperten - drehten eine "Ehrenrunde".

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