Umstrittene türkische Gemeinde Deutschland ließ 350 Ditib-Imame einreisen

Der Verband Ditib steht unter Kontrolle des türkischen Präsidenten Erdogan - und regelmäßig in der Kritik. Trotzdem genehmigte die Bundesregierung 2017 die Einreise von 350 Imamen. "Völlig naiv", sagt die Linke.

Zentralmoschee in Köln
picture alliance / Marius Becker

Zentralmoschee in Köln


Die Bundesregierung hat einem Zeitungsbericht zufolge im vergangenen Jahr die Einreise von 350 Ditib-Imamen genehmigt.

Die deutschen Behörden hätten den Imamen auf Antrag der türkischen Religionsbehörde Diyanet Arbeitsvisa mit einer Gültigkeitsdauer von 180 Tagen ausgestellt, berichtet der "Kölner Stadt-Anzeiger" unter Berufung auf eine Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion.

Das Ministerium habe aber keine Erkenntnisse darüber, ob die Imame das Land nach Ablauf der Frist wieder verlassen haben.

Formal ist der Dachverband der türkischen Moscheegemeinden (Ditib) ein unabhängiger deutscher Verein, doch werden die Imame in den Ditib-Moscheen von Diyanet aus der Türkei entsandt und bezahlt. Der Verband untersteht letztlich der Kontrolle des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Die Vize-Fraktionsvorsitzende der Linksfraktion, Sevim Dagdelen, warf der Bundesregierung in der Zeitung vor, "völlig naiv oder verantwortungslos" zu sein. "Mehr türkische Diyanet-Imame heißt mehr Erdogan-Einfluss", sagte Dagdelen.

Video: Stasi-Imame in Deutschland?

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wal/AFP



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