Dokumentation Das "deutsch-amerikanische Bündnis"


Washington - "Das deutsch-amerikanische Bündnis für das 21. Jahrhundert" heißt die von US-Präsident George W. Bush und Bundeskanzler Gerhard Schröder bei ihrem Treffen im Weißen Haus veröffentlichte gemeinsame Erklärung. Die Nachrichtenagentur AP dokumentiert Textauszüge:

"Heute würdigen wir die tiefgehende Freundschaft zwischen dem deutschen und dem amerikanischen Volk. Die Opfer zweier Generationen und die visionäre Führungsstärke unserer Vorfahren schufen die Voraussetzungen für ein geeintes, freies und friedliches Europa zu Beginn des 21. Jahrhunderts.... Wir bekennen uns zur Stärkung der transatlantischen Beziehungen und handeln mit dem gemeinsamen Ziel, die vor uns liegenden Herausforderungen zu bewältigen.

Grundlage der deutsch-amerikanischen Beziehungen ist nach wie vor unser gemeinsames Bekenntnis zu den Werten der Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit und zu wirtschaftlichen Chancen und wirtschaftlichem Wohlstand durch freie und offene Märkte. Diese sind von grundlegender Bedeutung für unsere eigenen Gesellschaften und für unsere gemeinsamen Anstrengungen zur Bewältigung der großen Herausforderungen eines neuen Zeitalters: des Geflechts der Bedrohungen, die von Terrorismus, Massenvernichtungswaffen, Tyrannei, Armut, mangelnden Chancen und gewaltsamem Extremismus ausgehen...

Wir müssen eine echte Partnerschaft aufbauen, die Europa und Amerika mit dem Nahen Osten im weiteren Sinn verbindet... Gleichzeitig bekräftigen wir unser Bekenntnis zur Vision zweier Staaten - Israel und Palästina -, die in Frieden und Sicherheit Seite an Seite leben, sowie zur 'Roadmap' als dem besten Mittel, diesem Ziel näher zu kommen.

Wir verpflichten uns, die internationalen Anstrengungen zu verstärken, um den Menschen in Afghanistan bei der Wiederherstellung von Frieden und Sicherheit in ihrer Nation zu helfen, darunter auch durch den weiteren Ausbau der Isaf der Nato. Wir werden auch zusammenarbeiten, damit die bevorstehende internationale Afghanistankonferenz, die von Deutschland ausgerichtet wird, erfolgreich verläuft. Wir ... legen besonderen Wert darauf, dass die Voraussetzungen für freie, faire und friedliche Wahlen in Afghanistan noch in diesem Jahr geschaffen werden.

Wir sind uns einig in der Unterstützung eines freien Irak... Wir begrüßen und unterstützen die unverzichtbare und wachsende Rolle der Vereinten Nationen in Irak und hoffen auf die Übergabe der Souveränität an eine neue irakische Regierung am 1. Juli 2004.

Wir sind entschlossen, unsere wirtschaftlichen Beziehungen durch die Verbesserung der Chancen für Handel und Investitionen zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten ... zu stärken. Wir bekräftigen unsere Entschlossenheit zum gemeinsamen Kampf gegen die Armut in der Welt, und wir verpflichten uns, die Geißel von HIV/Aids zu bekämpfen und bei der Verbesserung der globalen Umweltbedingungen zusammenzuarbeiten.

Wir bekräftigen unser Bekenntnis zur Nato als Anker unserer gemeinsamen Verteidigung und als ein wesentliches Forum für transatlantische Konsultationen...

Mit einer Agenda für gemeinsames Handeln wird sich das deutsch-amerikanische Bündnis als ebenso wichtig für die Förderung von Frieden, Sicherheit und Wohlstand im 21. Jahrhundert erweisen, wie es dies in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war.



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