Studie über Sorgen der Bundesbürger Trump macht den Deutschen Angst

Die Ängste der Deutschen sind laut einer repräsentativen Umfrage derzeit vor allem politischer Natur: Sie fürchten US-Präsident Trumps Politik noch mehr als eine Überforderung durch Flüchtlinge.

Donald Trump
AFP

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Die Politik von US-Präsident Donald Trump jagt den Deutschen nach einer repräsentativen Umfrage die größte Angst ein. Das ist das Ergebnis der Langzeitstudie "Die Ängste der Deutschen". Mehr als zwei Drittel (69 Prozent) der Befragten hatten demnach große Sorge, dass Trumps Politik die Welt gefährlicher macht.

Für die Umfrage wurden im Juni und Juli mehr als 2300 Bundesbürger ab 14 Jahren persönlich interviewt. Auftraggeber für die Studie ist seit 1992 die R+V-Versicherung.

Die Sorge vor einer Überforderung durch Flüchtlinge stieg im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent - im Osten und Süden des Landes insgesamt stärker als im Westen und Norden. Mit 63 Prozent liegt diese Angst nun auf Platz zwei - gleichauf mit der Sorge vor Spannungen bei einem weiteren Zuzug von Migranten. Dicht darauf folgt die Angst vor einer Überforderung der Politiker (61 Prozent).

Terroristische Anschläge fürchten 59 Prozent der Befragten - zwölf Prozent weniger als vor einem Jahr. Mehr als die Hälfte (58 Prozent) fürchten Kosten der EU-Schuldenkrise für Steuerzahler sowie politischen Extremismus (57 Prozent).

Politische Probleme dominieren

"So politisch war diese Umfrage noch nie", sagte Manfred Schmidt, Politikwissenschaftler an der Universität Heidelberg, der die Umfrage seit mehreren Jahren analysiert. Persönliche Sorgen hätten es in diesem Jahr nicht auf die Spitzenplätze der größten Ängste geschafft.

Die Angst vor Trump als Hauptergebnis sei für ihn eine kleine Sensation, sagte Schmidt. Die Sorge sei aus seiner Sicht aber berechtigt, da der US-Präsident in internationalen Beziehungen für ein großes Maß an Unberechenbarkeit und Destabilisierung verantwortlich sei. "Die Deutschen fürchten Trumps Attacken gegen Europa. Und speziell die Angriffe auf deutsche Handelsgüter und damit verbundene Kosten", sagte Schmidt.

Die Ergebnisse hängen aber auch immer davon ab, wie man fragt. Trump als potenzieller Angstmacher sei in diesem Jahr in der Umfrage neu dazugekommen, sagt Brigitte Römstedt für die R+V-Versicherung. Nach der Wirkung der Politik des russischen Präsidenten Wladimir Putin oder seines türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan fragten die Interviewer nicht.

asa/dpa

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