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31. Januar 2012, 08:33 Uhr

Doris Schröder-Köpf

Altkanzler-Gattin scheitert mit Landtagskandidatur

Doris Schröder-Köpf wollte 2013 für die SPD in den niedersächsischen Landtag einziehen - doch ihr Promi-Bonus half nicht. Die Ehefrau von Altkanzler Gerhard Schröder konnte sich parteiintern nicht gegen die langjährige Abgeordnete des Wahlkreises durchsetzen.

Hannover - Das hatte sie sich wohl etwas anders vorgestellt: Doris Schröder-Köpf ist mit ihrer Kandidatur für den Landtag in Niedersachsen gescheitert - ein Rückschlag für die Frau des ehemaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder. Die 48-Jährige verlor die dritte von fünf Vorabstimmungen gegen die langjährige SPD-Landtagsabgeordnete Sigrid Leuschner. Das teilte der Vorsitzende des Ortsvereins Südstadt-Bult, Frank Straßburger, mit.

Von den 75 Stimmberechtigten des SPD-Ortsvereins Südstadt-Bult votierten am Montagabend 34 für Schröder-Köpf. Auf Leuschner hingegen entfielen bei vier Enthaltungen 37 Stimmen. "Mit einem knappen Ergebnis hatte ich gerechnet, und so ist es auch gekommen", sagte Schröder-Köpf. Es war ihre zweite Niederlage, einmal gab es ein Unentschieden. "Ich freue mich", sagte Leuschner am Montag, sie sitzt seit 1994 für die SPD im Landtag.

Schröder-Köpf hat nun nur noch hypothetische Chancen auf eine Kandidatur: Dazu müssten die Leuschner-Befürworter bei der Wahlkreiskonferenz am 21. März die Empfehlung ihrer Ortsvereine zurückstellen und doch für Schröder-Köpf stimmen. Dies gilt allerdings als nahezu ausgeschlossen.

SPD-Linke gegen Schröder-Köpf

Die Kandidatur von Schröders Gattin war besonders im linken Parteiflügel der SPD auf Kritik gestoßen. "Gott sei Dank gibt es in der Partei immer noch genug Leute, für die es nicht ausreicht, die Frau von jemandem zu sein", sagte der frühere Landeschef der Gewerkschaft Ver.di, Wolfgang Denia, der "Bild am Sonntag". "Doris Schröder-Köpf hat nicht den Stallgeruch der Partei."

Als Beleg führte Denia an, dass Schröder-Köpf für die Kapitalseite im Aufsichtsrat von Karstadt sitze, während Leuschner Ver.di-Gewerkschafterin sei.

Agenda 2010: "Folgen bis heute zu spüren"

Am Wochenende war Schröder-Köpf demonstrativ auf Distanz zur Politik ihres Ehemanns gegangen: Die Agenda 2010 habe der SPD viele Probleme gemacht und sie viele Mitglieder gekostet, sagte sie der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". "Die Folgen sind bis heute zu spüren - ich spüre sie auch." Gerhard Schröder, Bundeskanzler von 1998 bis 2005, hatte mit der Agenda 2010 eines der umstrittensten Reformprogramme der Nachkriegszeit realisiert.

Mit der Journalistin ist der SPD-Politiker seit 1997 in vierter Ehe verheiratet. 2004 adoptierten die beiden ein dreijähriges Mädchen aus St. Petersburg, 2006 einen Jungen. Schröder-Köpf hat zudem eine 20-jährige Tochter. Die Ehefrau des Altkanzlers will sich nun weiter für die SPD engagieren.

heb/dpa/AFP

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