Doris Schröder-Köpf: Altkanzler-Gattin scheitert mit Landtagskandidatur

Doris Schröder-Köpf wollte 2013 für die SPD in den niedersächsischen Landtag einziehen - doch ihr Promi-Bonus half nicht. Die Ehefrau von Altkanzler Gerhard Schröder konnte sich parteiintern nicht gegen die langjährige Abgeordnete des Wahlkreises durchsetzen.

Doris Schröder-Köpf: Parteiinternes Duell verloren Zur Großansicht
dapd

Doris Schröder-Köpf: Parteiinternes Duell verloren

Hannover - Das hatte sie sich wohl etwas anders vorgestellt: Doris Schröder-Köpf ist mit ihrer Kandidatur für den Landtag in Niedersachsen gescheitert - ein Rückschlag für die Frau des ehemaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder. Die 48-Jährige verlor die dritte von fünf Vorabstimmungen gegen die langjährige SPD-Landtagsabgeordnete Sigrid Leuschner. Das teilte der Vorsitzende des Ortsvereins Südstadt-Bult, Frank Straßburger, mit.

Von den 75 Stimmberechtigten des SPD-Ortsvereins Südstadt-Bult votierten am Montagabend 34 für Schröder-Köpf. Auf Leuschner hingegen entfielen bei vier Enthaltungen 37 Stimmen. "Mit einem knappen Ergebnis hatte ich gerechnet, und so ist es auch gekommen", sagte Schröder-Köpf. Es war ihre zweite Niederlage, einmal gab es ein Unentschieden. "Ich freue mich", sagte Leuschner am Montag, sie sitzt seit 1994 für die SPD im Landtag.

Schröder-Köpf hat nun nur noch hypothetische Chancen auf eine Kandidatur: Dazu müssten die Leuschner-Befürworter bei der Wahlkreiskonferenz am 21. März die Empfehlung ihrer Ortsvereine zurückstellen und doch für Schröder-Köpf stimmen. Dies gilt allerdings als nahezu ausgeschlossen.

SPD-Linke gegen Schröder-Köpf

Die Kandidatur von Schröders Gattin war besonders im linken Parteiflügel der SPD auf Kritik gestoßen. "Gott sei Dank gibt es in der Partei immer noch genug Leute, für die es nicht ausreicht, die Frau von jemandem zu sein", sagte der frühere Landeschef der Gewerkschaft Ver.di, Wolfgang Denia, der "Bild am Sonntag". "Doris Schröder-Köpf hat nicht den Stallgeruch der Partei."

Als Beleg führte Denia an, dass Schröder-Köpf für die Kapitalseite im Aufsichtsrat von Karstadt sitze, während Leuschner Ver.di-Gewerkschafterin sei.

Agenda 2010: "Folgen bis heute zu spüren"

Am Wochenende war Schröder-Köpf demonstrativ auf Distanz zur Politik ihres Ehemanns gegangen: Die Agenda 2010 habe der SPD viele Probleme gemacht und sie viele Mitglieder gekostet, sagte sie der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". "Die Folgen sind bis heute zu spüren - ich spüre sie auch." Gerhard Schröder, Bundeskanzler von 1998 bis 2005, hatte mit der Agenda 2010 eines der umstrittensten Reformprogramme der Nachkriegszeit realisiert.

Mit der Journalistin ist der SPD-Politiker seit 1997 in vierter Ehe verheiratet. 2004 adoptierten die beiden ein dreijähriges Mädchen aus St. Petersburg, 2006 einen Jungen. Schröder-Köpf hat zudem eine 20-jährige Tochter. Die Ehefrau des Altkanzlers will sich nun weiter für die SPD engagieren.

heb/dpa/AFP

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insgesamt 98 Beiträge
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1. ...
deus-Lo-vult 31.01.2012
Gott sei Dank! Mehr kann ich dazu nicht sagen.
2. wie bitte?! spürt Agenda 2010 selbst - hahaha
genugistgenug 31.01.2012
---Zitat--- Zitat Am Wochenende war Schröder-Köpf demonstrativ auf Distanz zur Politik ihres Ehemanns gegangen: Die Agenda 2010 habe der SPD viele Probleme gemacht und sie viele Mitglieder gekostet, sagte sie der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". "Die Folgen sind bis heute zu spüren - ich spüre sie auch." Doris Schröder-Köpf: Altkanzler-Gattin scheitert mit Landtagskandidatur - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,812344,00.html) ---Zitatende--- einschleimen oder wo spürt so eine die Folgen der Agenda 2010? Wird das SPD Stimmvieh unruhig? Zur Erinnerung aus dem verleugneten SPD Grundsatzprogramm ---Zitat--- '…..Den Menschen verpflichtet, in der stolzen Tradition des demokratischen Sozialismus,… Für eine freie, gerechte und solidarische Gesellschaft. Für die Gleichberechtigung und Selbstbestimmung aller Menschen – unabhängig von Herkunft und Geschlecht, frei von Armut, Ausbeutung und Angst…..' ---Zitatende---
3. Ich muss...
glaubblosnix 31.01.2012
Zitat von sysopDoris Schröder-Köpf wollte 2013 für die SPD in den niedersächsischen Landtag einziehen - doch ihr Promibonus half nicht. Die Ehefrau von Altkanzler Gerhard Schröder konnte sich parteiintern nicht gegen die langjährige Abgeordnete des Wahlkreises durchsetzen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,812344,00.html
...immer wieder staunen was sich da für Leute in den Aufsichtsräten tummeln. Wie die da wohl reingekommen ist? Achso, Gazprom-Schröder!
4.
huiiii 31.01.2012
Zitat von sysopDoris Schröder-Köpf wollte 2013 für die SPD in den niedersächsischen Landtag einziehen - doch ihr Promibonus half nicht. Die Ehefrau von Altkanzler Gerhard Schröder konnte sich parteiintern nicht gegen die langjährige Abgeordnete des Wahlkreises durchsetzen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,812344,00.html
Ach wie schade für sie... jetzt muss die gelangweilte Hausfrau doch weiterhin zu Hause Staub wischen.
5.
fabian03 31.01.2012
Zitat von sysopDoris Schröder-Köpf wollte 2013 für die SPD in den niedersächsischen Landtag einziehen - doch ihr Promibonus half nicht. Die Ehefrau von Altkanzler Gerhard Schröder konnte sich parteiintern nicht gegen die langjährige Abgeordnete des Wahlkreises durchsetzen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,812344,00.html
Ich weiß nicht ob ich mich darüber freuen soll oder nicht. Auf der einen Seite finde ich es begrüßenswert, dass es in D offenbar nicht so einfach ist, Politdynastien zu etablieren wie z.B. in GR. Auf der anderen Seite zeigt es wie weit sich die Parteien in D den Staat zur Beute gemacht haben, ohne oder gar gegen deren Willen geht nichts. Besonders demokratisch finde ich das nun nicht, vor allem wenn die etablierten Parteien z.B. mit der 5%-Hürde es Newcomern extrem schwer machen in Parlamente einzuziehen und zu einer ernst zu nehmenden Konkurrenz zu werden.
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