Gewalt bei Kundgebung Polizei ermittelt gegen acht Rechtsextreme in Dortmund

In Dortmund hat es am Tag der Einheit Kundgebungen von Rechtsextremen gegeben. Polizisten wurden angegriffen, es gab vorübergehende Festnahmen. Ein Vertreter der Kleinpartei "Die Rechte" steht im Fokus.


Erst vor knapp zwei Wochen war es in Dortmund zu einem rechtsextremen Aufmarsch gekommen. Nun folgten in der Stadt in Nordrhein-Westfalen die nächsten Kundgebungen von Rechtsextremen. Dabei ist es zu Zusammenstößen und zwischenzeitlichen Festnahmen gekommen.

Die Polizei nahm nach eigenen Angaben am Mittwochabend acht rechte Demonstranten vorläufig fest. Nach Feststellung der Identität wurden sie aber wieder entlassen, sagte ein Polizeisprecher. Die Beamten ermitteln gegen sie wegen des Anfangsverdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung und Landfriedensbruchs.

Unter den Tatverdächtigen ist auch ein Mitglied des Dortmunder Stadtrats, der laut Polizei Vorstandsmitglied der Partei "Die Rechte" ist. Die Gruppe um den Politiker habe nach dem Ende der Kundgebung aus einem Kleinbus heraus Polizisten und Gegendemonstranten mit Pulverstößen aus Feuerlöschern angegriffen, teilte die Polizei mit.

Die Kleinpartei "Die Rechte" stellt derzeit einen Abgeordneten im Dortmunder Stadtparlament. Im Zentrum der Aktivitäten dieser Partei steht laut Bundesamt für Verfassungsschutz die "rassistisch motivierte, fremden- und islamfeindliche Anti-Asyl-Agitation".

Zwei Kundgebungen, 85 Demonstranten, 400 Gegendemonstranten

Zu der Rechten-Kundgebung auf dem Dortmunder Sonnenplatz hatten sich laut Polizei etwa 25 Demonstranten eingefunden. Rund 150 Gegendemonstranten protestierten gegen die Kundgebung.

Ebenfalls am Mittwoch versammelten sich bei einer anderen Kundgebung in der Dortmunder Innenstadt laut Polizei etwa 60 Neonazis, denen 250 Gegendemonstranten gegenüberstanden. Die Polizei griff nach eigenen Angaben ein, um Zusammenstöße zu verhindern.

Die Beamten nahmen demnach einen linken Demonstranten fest, der Neonazis mit Pferdemist bewarf. Bei dem Einsatz seien zwei Polizeipferde ausgerutscht, wobei sich eines der Tiere schwer verletzt habe. Die Reiterinnen seien unversehrt geblieben.

Bei dem Aufmarsch in Dortmund am 21. September hatten Rechtsextreme antisemitische Parolen skandiert, darunter auch: "Wer Deutschland liebt, ist Antisemit." Die Polizei verhielt sich zurückhaltend, geriet dafür in die Kritik - die Polizeigewerkschaft bat anschließend um Verständnis. Wenig später nahmen die Behörden allerdings Ermittlungen wegen Volksverhetzung auf.

aev/AFP



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