Kundgebung Tausende Dresdner sagen Ja zu Flüchtlingen

In Dresden haben Tausende Menschen an einer Solidaritätskundgebung für Flüchtlinge teilgenommen. Es sollte ein deutliches Signal gegen Pegida sein. Bei einer Pegida-Demo in Großbritannien gab es Festnahmen.

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Dresden - Die Zeit als gefühlte deutsche Hauptstadt der Fremdenfeindlichkeit ist für Dresden offenbar vorbei. Wochenlang hatte die Elbmetropole durch anhaltende Pegida-Demonstrationen Negativschlagzeilen gemacht. Jetzt haben sich die Verhältnisse wohl umgekehrt und Dresden sagt ganz deutlich "Ja!" zu Flüchtlingen.

Tausende Menschen haben am Samstag in der sächsischen Landeshauptstadt an einer Solidaritätskundgebung für Flüchtlinge teilgenommen. Die Demonstration sollte nach dem Willen der Veranstalter ein Willkommenssignal setzen. Die Polizei gab die Teilnehmerzahl mit etwa 3500 an. Die Kundgebung verlief demnach bis zum Nachmittag friedlich und ohne Zwischenfälle.

"Sage es laut. Sage es klar. Flüchtlinge sind hier willkommen!", hieß es in dem Aufruf, der von zahlreichen Nichtregierungsorganisationen, Kirchen und Gewerkschaften sowie SPD, Linkspartei und Grünen unterstützt wurde. Asylsuchende forderten unter anderem Erleichterungen bei der Familienzusammenführung sowie die Unterbringung in Wohnungen statt in Lagern und eine bessere Integration durch Deutschkurse von Anfang an.

Pegida wandert nach England aus

Monatelang war Dresden das Zentrum der anti-islamischen Pegida-Bewegung, an deren Kundgebungen sich zeitweise mehr als zehntausend Menschen beteiligten. Obwohl sich auch wiederholt Tausende Menschen zu Kundgebungen gegen Pegida versammelten, war Dresden dadurch auch international vielfach als fremdenfeindlich wahrgenommen worden.

Während Pegida in Dresden Geschichte sein könnte, erschließt sich die Bewegung offenbar andere Länder: Mehrere Hundert Demonstranten haben am ersten Protestmarsch des britischen Pegida-Ablegers in Newcastle teilgenommen.

Im Zentrum der nordenglischen Stadt versammelten sich am Samstag allerdings auch umgehend Gegendemonstranten unter dem Motto "Newcastle Unites" (Newcastle kommt zusammen). Medien zufolge schätzten Polizeikräfte vor Ort die Zahl der Gegendemonstranten auf mehr als 1500, die der Pegida-Anhänger auf etwa 400.

Am frühen Nachmittag teilte die Polizei auf Twitter mit, dass beide Demos sich aufgelöst hätten. Für weitere Angaben war zunächst niemand zu erreichen. Es soll zu zwei Festnahmen gekommen sein.

mhe/dpa



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
dieter-ploetze 28.02.2015
1. wer ist nicht solidarisch mit fluechtlingen ?
auch pegida hat doch nichts gegen fluechtlinge. bei pegida geht es um die ungeregelte zuwanderung.
ruessdorf95 28.02.2015
2. Na da ist
ja alles wieder gut in Dresden
t1w2i3s4t5e6r 28.02.2015
3.
Wer sagt überhaupt, das Pegida Geschichte ist? Bloß weil ihr nichts mehr darüber berichtet heißt es ja nicht, dass sich niemand mehr auf der Straße trifft. Die lokalen Radiosender sprachen von 5000Leuten letzten Montag, sieht für mich nicht aus wie vorbei mit Pegida..
DaWE 28.02.2015
4. Endlich!
Endlich kann der finale Sieg über die rechtsextremen Auf*rüh*rer und die störenden Querulanten verkündet werden. Nichts soll unsere Willkommenskultur in all ihrem Ausmaß gefährden. Wir brauchen hier niemanden der kritisch hinterfragt und aktuelle Entwicklungen genauer betrachtet!
Mach999 28.02.2015
5.
Zitat von DaWEEndlich kann der finale Sieg über die rechtsextremen Auf*rüh*rer und die störenden Querulanten verkündet werden. Nichts soll unsere Willkommenskultur in all ihrem Ausmaß gefährden. Wir brauchen hier niemanden der kritisch hinterfragt und aktuelle Entwicklungen genauer betrachtet!
Immer wieder schön, wie die Pegidisten sich überhöhen.
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