Dresden Linksradikales Bündnis will Einheitsfeier stören

Drei Tage lang soll in Dresden die Deutsche Einheit gefeiert werden. Ein linksradikales Bündnis ruft nun zu Störaktionen auf - um ein Zeichen gegen Nationalismus zu setzen.

Aufbauarbeiten zum Tag der Deutschen Einheit auf dem Theaterplatz in Dresden
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Aufbauarbeiten zum Tag der Deutschen Einheit auf dem Theaterplatz in Dresden


Ein linksradikales Bündnis plant, die Einheitsfeier in Dresden zu stören. Neben einer Demonstration am Sonntag, zu der rund tausend Menschen erwartet werden, soll es am Tag der Deutschen Einheit zu "dezentralen Protesten" kommen. Das kündigte "Solidarity without limits" jetzt in Dresden an.

Die Gruppe wendet sich nach eigenen Angaben gegen erstarkenden Nationalismus und Rassismus. "Sachsen wurde ja durch Pegida, Anschläge auf Geflüchteten-Unterkünfte und den immer wieder wütenden rechten Mob zum Sinnbild des Rechtsrucks in Deutschland", sagte Sprecherin Conny Runge.

Für den 3. Oktober rief sie zu verschiedenen Aktionen auf. "Wir erhoffen uns, dass sich viele Leute coole kreative Sachen einfallen lassen", sagte Runge. Eine klare Abgrenzung zur Gewalt vermied sie dabei. Jeder müsse seine "Ästhetik des Protests" selbst finden.

Zuletzt war die Gruppe in den Schlagzeilen, weil auf einer Antifa-Webseite ein Bekennerschreiben in ihrem Namen zu den Sprengstoffanschlägen in Dresden veröffentlicht worden war. "Solidarity without limits" distanzierte sich umgehend davon, und die Generalstaatsanwaltschaft in Dresden bestätigte, dass das Schreiben nicht von der Gruppe stammte. Über die Täter ist demnach weiterhin nichts bekannt.

Am Montag werden unter anderen Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Dresden erwartet.

mho/dpa

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