Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Bericht der Bundesregierung: Drogenbeauftragte warnt vor Alkoholexzessen junger Männer

Jugendlicher Biertrinker: "Rauschtrinken ist weit verbreitet" Zur Großansicht
DPA

Jugendlicher Biertrinker: "Rauschtrinken ist weit verbreitet"

Fast die Hälfte der jungen Männer in Deutschland konsumiert riskant viel Alkohol. Die Bundesregierung warnt in ihrem neuen Drogenbericht vor den Folgen des Rauschtrinkens. Tausende Kinder und Jugendliche mussten 2011 ins Krankenhaus eingewiesen werden.

Berlin - Mit der Aktion "Alkohol? Weniger ist besser!" wirbt die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen derzeit für weniger Alkoholkonsum. Doch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, warnt: Alkoholexzesse bei Jugendlichen sind nach wie vor ein großes Problem.

"Rauschtrinken von Kindern und Jugendlichen ist in Deutschland immer noch verbreitet", heißt es in dem Drogen- und Suchtbericht, den Dyckmans am Mittwoch in Berlin vorgestellt hat. Alarmierend ist, dass viele Exzesse im Krankenhaus enden: Die Zahl der stationär wegen Alkoholvergiftungen behandelten Kinder und Jugendlichen wuchs im Jahr 2011 auf 26.349. Dies bedeute eine leichte Steigerung um 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Besonders junge Männer konsumieren demnach Alkohol in gefährlichen Mengen. 44,6 Prozent der 18- bis 29-jährigen Männer trinken dem Drogenbericht zufolge riskant viel.

Insgesamt konsumiert etwa jeder vierte Deutsche nach den in dem Bericht aufgeführten Kriterien riskant viel. Mit 9,6 Litern pro Kopf sei der Alkoholkonsum in Deutschland im internationalen Vergleich besonders hoch.

Neue Designerdrogen in Deutschland

Bedenklich ist der Drogenbeauftragten zufolge auch, dass neue Designerdrogen bei vielen jungen Leuten gefragt sind. Auch die EU-Drogenbehörde registriert jedes Jahr viele neue Substanzen.

Als Reaktion auf diese Entwicklung bei Designerdrogen hatte das Bundeskabinett erst kürzlich das Verbot von 26 Substanzen auf den Weg gebracht. Die SPD-Drogenexpertin Angelika Graf meint aber, die Bundesregierung unternehme zu wenig: "Die explodierenden Zahlen bei den neuen psychoaktiven Substanzen können nicht einfach so hingenommen werden."

Zuletzt ist die Zahl der Drogentoten aber gesunken. Im vergangenen Jahr starben 944 Menschen an übermäßigem Rauschgiftkonsum - so wenige wie seit 25 Jahren nicht mehr. Im Vergleich zum Jahr zuvor war dies ein Minus von vier Prozent. Niedriger als 2012 lag die Zahl der Drogentoten zuletzt mit 670 im Jahr 1988.

Auch wenn Männer mit 81 Prozent immer noch den größten Anteil an den rauschgiftbedingten Todesfällen haben - im Jahresvergleich nahm die Zahl der Frauen erstmals zu: um 33 auf 177.

Der Polizei fielen 2012 exakt 19.559 Konsumenten harter Drogen erstmals auf. Dies entsprach im Vergleich zu 2011 einem Rückgang um acht Prozent.

kgp/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 109 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Und ich dachte
friedenspfeife 29.05.2013
Zitat von sysopDPAFast die Hälfte der jungen Männer in Deutschland konsumiert riskant viel Alkohol. Die Bundesregierung warnt in ihrem neuen Drogenbericht vor den Folgen des Rauschtrinkens. Tausende Kinder und Jugendliche mussten 2011 ins Krankenhaus eingewiesen werden. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/drogenbericht-bundesregierung-warnt-vor-rauschtrinken-a-902534.html
bisher, nur in RUS wird bis zum Koma gesoffen - in D scheint auch nicht alles paletti zu sein.
2. Auch trinken will gelernt sein
ginthos 29.05.2013
Zitat von sysopDPAFast die Hälfte der jungen Männer in Deutschland konsumiert riskant viel Alkohol. Die Bundesregierung warnt in ihrem neuen Drogenbericht vor den Folgen des Rauschtrinkens. Tausende Kinder und Jugendliche mussten 2011 ins Krankenhaus eingewiesen werden. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/drogenbericht-bundesregierung-warnt-vor-rauschtrinken-a-902534.html
Das kommt daher, dass diese Jugendlichen keinen haben, der ihnen das "ordentliche" oder "normale" Trinken beibringt. Die kennen nur das Gesabber von der Lehrerin, die halt irgendwie abkeifert und labert, wie schlecht das für die Leber ist. Und benehmen sich dann im Angesicht der Droge wie die Deppen. Weil sie keine Ahnung haben. In Bayern hast du früher mit 14 oder 15 Jahren schon mal mit deinem Vater Bier getrunken. Und der hat gesagt, wann Stop ist. Und so lerntest du, wie Alkohol wirkt und wie man aufpassen muss. Heute würde man so einen Vater wahrscheinlich das Sorgerecht wegnehmen und der Ehefrau die Scheidung dringenst anraten.
3.
_derhenne 29.05.2013
Zitat von sysopDPAFast die Hälfte der jungen Männer in Deutschland konsumiert riskant viel Alkohol. Die Bundesregierung warnt in ihrem neuen Drogenbericht vor den Folgen des Rauschtrinkens. Tausende Kinder und Jugendliche mussten 2011 ins Krankenhaus eingewiesen werden. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/drogenbericht-bundesregierung-warnt-vor-rauschtrinken-a-902534.html
Aha, gleich wo viel?! Und der Informationsgehalt von Spiegel-Artikeln peilt in letzter Zeit die Marke "riskant wenig" an.
4. Russland
donnerfalke 29.05.2013
Zitat von friedenspfeifebisher, nur in RUS wird bis zum Koma gesoffen - in D scheint auch nicht alles paletti zu sein.
Ne, es sind böse Linke im Hintergrund die versuchen Deutschland zu verunglimpfen. Sie werden lachen, man liest aber regelmäßig solche Aussagen.
5. Warum nehmen Menschen Drogen?
Frieden ist alles 29.05.2013
Auch dieser Bericht geht-so wie in vielen anderen Fällen auch- nicht auf die Ursachen ein. Warum nehmen Menschen Drogen? Welche innere Not bringt sie dazu diesen Ausweg zu suchen? Ich glaube das ohne die Beantwortung dieser Fragen, alles nur der hilflose Versuch bleibt, durch Symptombekämpfung die Probleme in den Griff zu bekommen.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




GESUNDHEITSVORSORGE
DPA

Diese Untersuchungen zahlt die Krankenkasse:

  • Untersuchung auf Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten (halbjährlich)

Jetzt Untersuchungen anzeigen!


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: