Drogenpolitik Heroin vom Staat für Schwerstabhängige

Das Vorzeigeprojekt rot-grüner Drogenpolitik wurde immer wieder verschoben. Doch nun hat mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel die letzte Instanz ihr Placet gegeben. In sieben Städten läuft der Modellversuch zur Heroinvergabe an Schwerstabhängige bald an.


Hamburger Drogenabhängige bei der täglichen Methadon-Einnahme
DPA

Hamburger Drogenabhängige bei der täglichen Methadon-Einnahme

Bonn - Voraussichtlich ab Anfang nächsten Jahres sollen Drogenabhängige in Hamburg, Hannover, Köln, Frankfurt, Karlsruhe, München und Bonn kontrolliert Heroin erhalten und dabei ärztlich betreut werden. Damit sollen Schwerstabhängige erreicht werden, die von bisherigen Hilfsangeboten nicht oder nur ungenügend profitieren konnten.

Bund, Länder und Kommunen wollen bei diesem Projekt zusammenarbeiten. Ein entsprechender Kooperationsvertrag ist unterschriftsreif.

Der Modellversuch wird von einer wissenschaftlichen Studie begleitet, die prüfen soll, ob sich durch eine kontrollierte Behandlung dieser Menschen mit Heroin deren gesundheitliche Situation, soziale Lage und therapeutische Chancen bessern.

Mehr als tausend Drogenabhängige sollen in das Modellprojekt "Heroingestützte Behandlung Opiatabhängiger" integriert werden. Von ihnen soll eine Gruppe Heroin, die andere Gruppe die Ersatzdroge Methadon erhalten. Beide Patientengruppen werden psychosozial betreut. Das Projekt soll über drei Jahre laufen, die Auswahl der Teilnehmer von Herbst an beginnen. Dabei sollen Patienten berücksichtigt werden, die mindestens 23 Jahre alt sind und seit wenigstens fünf Jahren drogenabhängig sind. Das Projekt wird von der Universität Hamburg wissenschaftlich begleitet.



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