Essen - Der Ausbau von Krippenplätzen für unter Dreijährige droht an mangelndem Geld zu scheitern. Auf einer zweitägigen Konferenz haben die Familienminister der Länder beschlossen, die geplante Finanzierung noch einmal zu prüfen. Derzeit ist vorgesehen, dass Bund, Länder und Kommunen jeweils vier Milliarden Euro für den Ausbau der Betreuung bereitstellen. Der Krippenausbau stelle jedoch "die Länder und Kommunen vor große Herausforderungen und erhebliche finanzielle Probleme", erklärte die nordrhein-westfälische Familienministerin Ute Schäfer (SPD).
Die Familienminister haben sich daher für weitere Gipfeltreffen mit dem Bund zum Krippenausbau ausgesprochen. Am Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr wollen die Minister jedoch festhalten. Dieser soll wie geplant ab August 2013 gelten. Der Ausbau der Betreuung sei enorm wichtig, um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können, erklärten die Minister. Der Vereinbarkeit könne vor allem vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und einer sinkenden Zahl von Arbeitskräften eine immer größere Bedeutung zukommen.
Bis 2013 ist in puncto Kita-Ausbau allerdings noch viel zu tun - zumindest im Westen. Nordrhein-Westfalen kann als Schlusslicht im Vergleich der Bundesländer bislang nur für 19 Prozent der unter Dreijährigen Betreuungsplätze anbieten, wie Schäfer sagte. Bis 2013 sollen es im Bundesdurchschnitt 35 Prozent sein.
Wenn zudem der Anteil der Eltern, die einen Krippenplatz suchen, weiterhin so rasant steigt wie zuletzt, könnten gar wesentlich mehr Plätze nötig sein. Das Deutsche Jugendinstitut hat inzwischen einen Bedarf von 39 Prozent errechnet, der Deutsche Städte- und Gemeindebund hält nach einer Umfrage sogar einen Bedarf an Plätzen für 60 Prozent der Ein- bis Dreijährigen für möglich.
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