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Neue Waffe der Bundeswehr: Von der Leyen startet Kampfdrohnen-Entwicklung

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US-Drohne (Symbolbild): Vorerst least die Bundeswehr noch, dann kommt das eigene Projekt Zur Großansicht
REUTERS/ U.S. Air Force

US-Drohne (Symbolbild): Vorerst least die Bundeswehr noch, dann kommt das eigene Projekt

Die europäische Kampfdrohne kommt: Ministerin von der Leyen will einen Vorvertrag für das Prestigeprojekt unterzeichnen. Die neue Waffe soll bis 2025 einsatzbereit sein.

Die Planungen für eine bewaffnete europäische Drohne werden konkret. Am Dienstagabend unterrichtete das Verteidigungsministerium ausgewählte Abgeordnete, dass Deutschland, Frankreich und Italien schon am kommenden Montag eine sogenannte "Declaration of Intent" (DOI) zur Entwicklung einer gemeinsamen Kampfdrohne unterzeichnen wollen. Damit fällt der Startschuss für das umstrittene neue Rüstungsprojekt, das Ministerin Ursula von der Leyen vorantreibt.

Die Zeichnung des DOIs, dabei handelt es sich um einen groben Vorvertrag, soll demnach am Rande eines EU-Ministertreffens stattfinden. Mit den Unterschriften billigen die drei Partnernationen zunächst, dass eine sogenannte Definitionsstudie erstellt wird. Damit wird ausgelotet, was die Drohne können muss, wie sie technisch ausgestattet werden soll und wie teuer sie wird. Diese Prüfung soll laut dem Verteidigungsministerium zwei Jahre dauern und rund 25 Millionen Euro kosten.

Dass von der Leyen eine gemeinsame Entwicklung mit Frankreich und Italien anstrebt, ist seit einigen Wochen bekannt. Eine erste Ankündigung gab es bereits bei den deutsch-französischen Regierungskonsultationen Ende März. Frühestens im Jahr 2020, spätestens 2025, soll die bewaffnete Drohne in Bundeswehreinsätzen nutzbar sein, so die bisherigen Planungen. Bis dahin will die Truppe ein Übergangsmodell kaufen oder leasen.

Es ist der konkrete Start für ein Projekt, das bereits von der Leyens Vorgänger angeschoben hatte. Lange wurde diskutiert, was die Waffe für die Bundeswehr bedeuten würde. Kritiker der Kampfdrohnen befürchten eine neue Art des Krieges, da kein Pilot beim Einsatz mehr sein Leben riskiert. Stattdessen kann er per Knopfdruck aus der Ferne töten. Befürworter kontern, die bewaffneten Drohnen seien bei aktuellen Einsätzen zum Schutz von Soldaten unverzichtbar.

Mit der geplanten Unterschrift hat von der Leyen ihre Entscheidung getroffen. Staatssekretärin Katrin Suder erläuterte am Dienstag, die zu entwickelnde Drohne werde als neue Generation die heutigen Systeme übertreffen. Sie sprach von einer Aufklärungsdrohne, "die optional bewaffnet werden kann". Klar ist aber auch, dass die Bundeswehr die Raketen für die Drohne von Beginn an beschafft und auch Schießen üben wird.

Auch wenn die politische Entscheidung damit endgültig gefallen ist, bleibt die Debatte kontrovers. So kritisiert die grüne Verteidigungsexpertin Agnieszka Brugger, dass von der Leyen mit dem Begriff der "bewaffnungsfähigen Drohne" die Öffentlichkeit lange getäuscht habe. "Die Pläne laufen auf die erstmalige Beschaffung von Kampfdrohnen samt der nötigen Munition hinaus", so die Obfrau im Verteidigungsausschuss. Die Linken lehnen das Waffenprojekt kategorisch ab.

Doch auch wirtschaftlich ist die Neuentwicklung nicht unumstritten. "Es gibt auf dem Markt verfügbare Modell, mit denen andere Armeen Erfahrungen haben", kritisiert der grüne Haushälter Tobias Lindner. Deswegen müsse die Ministerin nun genau erklären, "warum sie unbedingt eine neue europäische Drohne entwickeln will". Lindner vermutet hinter den Plänen Industriepolitik. Tatsächlich steht der Rüstungsriese EADS für den Bau der Euro-Drohne bereits am Start.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 119 Beiträge
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1. 2020
nomadas 12.05.2015
Wenn diese Maschinen erst 2025 einsatzbereit sein sollten, dann ist das 5 Jahre zu spät. Die NATO-Doktrin: "Urban Operations" gilt bereits ab 2020. Also, bitte, Röschen, nicht schon wieder den nächsten Flop landen, sonst stellt sich für dich die K-Frage nicht!
2.
irobot 12.05.2015
---Zitat--- Die neue Waffe soll bis 2025 einsatzbereit sein. ---Zitatende--- Also werden dann die ersten Exemplare wohl 2035 an die Bundeswehr übergeben.
3.
mongolord 12.05.2015
Wenn das Projekt so erfolgreich wird wie unser A400M Truppentransporter, unser Tiger Helikopter, das Sturmgewehr mit der Streuung einer Schrotflinte, den nicht vorhandenen Sanitätshelikopter... Die Bundeswehr und die europäischen Rüstungsprojekte sind einfach nur Geldverbrennung vom Feinsten. Vielleicht sollte man eher erprobtes Gerät von unseren amerikanischen Freunden kaufen. Da hat man zwar im Inland ein paar Arbeitsplätze in der Rüstungsbranche weniger, kriegt dafür aber funktionierendes Gerät für ein Bruchteil der Preise die hier bei den dauerverschobenen und problembehafteten Projekten bei rauskommen.
4. Drohne
wahrsager26 12.05.2015
Nun,wir können uns noch mehr Zeit lassen...vielleicht wollen wir gar keine...Die Ministerin will auf den Kanzlerstuhl...So kann ihr das Projekt nicht schaden,wenn es auf den Sankt Nimmerleinstag terminiert ist.Vermutlich wird man eines Tages feststellen,dass eine Drohne dringend gebraucht wird-Tja,realistische Einschätzungen zeichnen uns nicht aus!Werden unsere Bürger in Uniform,die Herren Generäle nicht mal rebellisch?Danke
5. Die Welt dreht sich weiter
5Minute 12.05.2015
Zwar ist die Verteidigungsfähigkeit von D schon fast bei Null, aber das interressiert die militanten Pazifisten nicht. Ich befürworte die genannte Entwicklung. Wenigsten ein bisschen an moderner Technik dranbleiben.
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Drohnen im Einsatz: Krieg per Mausklick

Die wichtigsten Drohnentypen
"MQ-1 Predator"
Die "MQ-1 Predator" war im Jahr 1995 die erste Drohne, die bei der US-Luftwaffe zum Einsatz kam.

Hersteller: General Atomics Aeronautical Systems
Stückpreis: rund 4.5 Millionen Dollar
Bewaffnung: zwei Luft-Boden-Raketen "AGM-114 Hellfire"
Maße: 8,23 m lang, 14,84 m Flügelspannweite
Reichweite: 3704 km
Flughöhe: max. 7620 m
Steuerung: Fernsteuerung durch einen Piloten
"MQ-9 Reaper"
Die "MQ-9 Reaper"(früher "Predator B") basiert technisch gesehen auf der "MQ-1 Predator". Sie ist aber für den Angriff optimiert, da sie die zehnfache Waffenlast im Vergleich zum Ursprungsmodell befördern kann. Eingesetzt wird sie von der US-Marine und Luftwaffe.

Hersteller: General Atomics Aeronautical Systems
Stückpreis: 10,5 Millionen Dollar
Bewaffnung: bis zu 1361 kg
(z.B. Raketen der Typen "AGM-114 Hellfire" und "AIM-9 Sidewinder" oder Bomben der Typen "GBU-12 Paveway II" und "GBU-38 DAM")
Maße: 10,97 m lang, 20,12 m Flügelspannweite
Reichweite: 5926 km
Flughöhe: max. 15.400 m
Steuerung: Fernsteuerung durch einen Piloten
"RQ-7 Shadow 200"
Die "RQ-7 Shadow 200" dient bei der US Army und dem US Marine Corps zur Aufklärung. Sie ist seit 2003 im Einsatz und kann keine Ziele angreifen.

Hersteller: AAI Corporation
Stückpreis: 275.000 Dollar
Bewaffnung: keine
Maße: 3,4 m lang, 3,9 m Flügelspannweite
Reichweite: 125 km
Flughöhe: max. 4600 m
Steuerung: autonom, mit GPS
"RQ-4 Global Hawk" / "Euro Hawk"
Die "RQ-7 Global Hawk" wird als Langstrecken-Aufklärungsdrohne eingesetzt. Sie existiert in zwei Versionen. Die spätere (RQ-4B) wurde auch von der Bundeswehr als "Euro Hawk" eingeführt, ausgestattet mit Sensoren der deutschen EADS. Die Drohne ist wesentlich größer als "Predator", "Reaper" und "Shadow" und mit einem Strahltriebwerk ausgestattet.

Hersteller: Northrop Grumman
Stückpreis: 35 Millionen Dollar
Bewaffnung: keine
Maße: 13,53 m lang, 35,42 m Flügelspannweite (RQ-4A) bzw. 14,50 m lang, 39,89 m Flügelspannweite (RQ-4B)
Reichweite: 25.000 km (RQ-4A) bzw. 22.780 km (RQ-4B)
Flughöhe: max. 19.800 m
Steuerung: autonom, mit GPS


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