Dschihadist Abu Talha: Bonner Qaida-Kämpfer soll bei Gefecht gestorben sein

Von Yassin Musharbash

Im Herbst 2009 drohte er Deutschland im Namen al-Qaidas Anschläge an - jetzt ist Bekkay Harrach aus Bonn, der sich "Abu Talha" nannte, offenbar in Afghanistan ums Leben gekommen. Das erklärt die verbündete Terrorgruppe IBU.

Auszug aus dem IBU-Schreiben mit der Nachricht vom Tod "Abu Talhas" Zur Großansicht

Auszug aus dem IBU-Schreiben mit der Nachricht vom Tod "Abu Talhas"

Berlin - Der Bonner Dschihadist Bekkay Harrach alias Abu Talha al-Almani ist nach Angaben der "Islamischen Bewegung Usbekistan" (IBU) in einem Gefecht in Afghanistan ums Leben gekommen.

In einem IBU-Kommuniqué, das sich an Sympathisanten in Deutschland richtet und das SPIEGEL ONLINE vorliegt, heißt es wörtlich: "Unser Freund Bekkay aus Bonn, alias Abu Talha, der furchtlose Prediger, der sich mit ganz Deutschland angelegt hat, starb ... den Tod des Shaheeds (Märtyrers)."

Harrach hatte im Herbst 2009 für Alarmstimmung in Deutschland gesorgt, als er in einer Videobotschaft im Namen des Terrornetzwerks al-Qaida Anschläge ankündigte, falls das Wahlergebnis nicht den Willen spiegele, den Bundeswehreinsatz in Afghanistan zu beenden.

Dem Schreiben zufolge starb Harrach in der Nähe der Stadt Bagram bei einer Militäroperation, zu der sich angeblich IBU, al-Qaida und die pakistanischen Taliban (TTP) zusammengetan hatten. Harrach sei der Anführer gewesen. In Kürze würden Videos zu dem Gefecht veröffentlicht werden.

Ein Bonner bei al-Qaida

Harrach war wegen seines Drohvideos vom Herbst 2009 einer der bekanntesten deutschen Dschihadisten, die sich derzeit im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet aufhalten. Behörden vermuten, dass es sich um mehrere Gruppen von insgesamt bis zu fünf Dutzend Personen handelt. Harrach war der Einzige, der sich mutmaßlich bei al-Qaida aufhielt; die meisten anderen aus Deutschland eingereisten Dschihadisten haben sich der IBU oder der "Islamischen Dschihad Union" beziehungsweise deren Absplitterungen angeschlossen.

Das IBU-Kommuniqué, in dem der Tod Harrachs verkündet wird, ist eine Art Rundbrief, der von dem ebenfalls aus Bonn stammenden Dschihadisten Mounir C. alias Abu Adam unterschrieben ist. Er wurde am Dienstag auf einer einschlägig bekannten dschihadistischen Website veröffentlicht, auf der seit Jahren entsprechende Inhalte verschiedener Terrorgruppen publiziert werden. Die Authentizität ist nicht zweifelsfrei zu belegen, aber Aufmachung, Fundort, Tonfall und sonstiger Inhalt sprechen dafür. In Sicherheitskreisen hieß es, man prüfe das Dokument, halte es aber für authentisch.

"Mehrmals hatten wir die Ehre ihn hier in den Bergen von Waziristan zu treffen", schreibt Abu Adam, der selbst aus zahlreichen IBU-Videos bekannt ist, über Bekkay Harrach.

Harrachs Tod, sollte sich die Nachricht bestätigen, wäre keine große Überraschung. Der in Untersuchungshaft sitzende deutsche Dschihadist Rami M. hatte nach Informationen von SPIEGEL ONLINE in Vernehmungen bereits über Gerüchte gesprochen, denen zu Folge Harrach tot sei.

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 33 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. aber das
michlauslöneberga 18.01.2011
Zitat von sysopIm Herbst 2009 drohte er Deutschland im Namen al-Qaidas Anschläge an - jetzt ist Bekkay Harrach aus Bonn, der sich "Abu Talha" nannte, offenbar*in Afghanistan ums Leben gekommen.*Das erklärt die verbündete Terrorgruppe IBU. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,740140,00.html
wollte er doch so. Immerhin ist er jetzt an der rechten Seite Allahs und darf jeden Tag 101 Jungfrauen vernaschen...
2. ?
Zwergnase, 18.01.2011
Ja dann gibt es wohl doch keinen Terror in Deutschland bis Ende November vergangenen Jahres, Herr de Maiziere ?
3. oder wir werden veräppelt
SaT 18.01.2011
Zitat von michlauslönebergawollte er doch so. Immerhin ist er jetzt an der rechten Seite Allahs und darf jeden Tag 101 Jungfrauen vernaschen...
Ist schon mal jemand auf die Idee gekommen, man könnte ihn für Tod erklären, damit er unter falscher Identität unaufälliger nach Deutschland reisen kann?
4. Da soll noch einer sagen
kb26919 18.01.2011
es gibt keine guten Nachrichten....aber leider macht ein toter Terrorist noch keinen Frieden . Das Problem sind doch die Islam-Fluesterer die sich weigern zu erkennen wo dass Problem wirklich ist, naehmlich die Lehren des Islam die zu Attacken gegen Nicht-Muslime benutzt werden und auch wenn immer wieder die Friedfertigkeit des Islam behauptet wird, erkennbar ist das nicht.
5. Tut mir leid das sagen zu müssen........
mister-mister 18.01.2011
.......aber mein Bedauern hält sich in Grenzen. Auch wenn's wieder politisch nicht korrekt ist - genaugenommen ist es die erste gute Nachricht von diesem Zeitgenossen.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Deutschland
RSS
alles zum Thema Al-Qaida
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 33 Kommentare
Interaktive Karte
SPIEGEL ONLINE
Interaktive Grafik: al-Qaidas wichtigste Kader