Düsseldorf Anschlag auf Synagoge geklärt

Zwei junge Araber sollen für den Anschlag auf die Düsseldorfer Synagoge verantwortlich sein. Das Attentat vom 2. Oktober war zunächst Rechtsextremisten zugeschrieben worden.


Polizisten vor der Düsseldorfer Synagoge
AP

Polizisten vor der Düsseldorfer Synagoge

Düsseldorf - Ein 19jähriger Palästinenser und ein 20jähriger Marokkaner sitzen nach Angaben der Polizei in Untersuchungshaft. Bei der Tat handele sich offenbar um einen Racheakt gegen Juden und den Staat Israel aus Protest gegen die Erschießung eines Jugendlichen durch das israelische Militär in Gaza.

Auslöser sei die Erschießung eines kleinen Jungen in den Armen seines Vaters durch israelische Soldaten am 22. September gewesen. Die Bilder waren damals um die Welt gegangen. Aus Zorn über den Tod des Jungen hätten beide Männer beschlossen, sich an den Israelis zu rächen.

In der jüdischen Gemeinde Düsseldorfs lösten die Festnahmen Erleichterung aus. "Ich bin heilfroh, dass die vermeintlichen Täter gefasst sind", sagte der Direktor der jüdischen Gemeinde, Michael Szentei-Heise, der dpa. Die Ungewissheit habe der Gemeinde nicht gut getan. Er sei erschüttert über den Anschlag, dabei spiele es keine Rolle, ob deutsche Rechtsradikale oder Palästinenser die Brandsätze geworfen hätten. "Es ist eine Katastrophe, dass die Palästinenser, wenn sich die Verdächtigen als die Täter herausstellen, die Streitigkeiten aus dem Gaza-Streifen auch in Deutschland austragen", sagt Szentei-Heise.

Der Anschlag auf die Synagoge hatte weltweit für Aufsehen gesorgt, weil er rechtsextremistischen Gewalttätern zugeschrieben worden war und als Symbol für das Wiederaufleben rechter Gewalt und antisemitischer Tendenzen in Deutschland interpretiert wurde.



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