Düsseldorf Grüne lästern über möglichen CDU-Hauskauf

Die CDU in Nordrhein-Westfalen ist seit der letzten Wahlschlappe verschuldet. Die Grünen haben jetzt angeboten, eine ihrer Immobilien zu kaufen. Allerdings warnt die parlamentarische Grünen-Geschäftsführerin im Landtag vor dem "schlechten Karma" des Gebäudes.

Von Barbara Schmid-Schalenbach


Düsseldorf - Die Grünen in Düsseldorf schaffen sich ihr eigenes Sommertheater und nehmen dabei die CDU aufs Korn. In Nordrhein-Westfalen drücken die Partei seit der herben Wahlniederlage 3,2 Millionen Euro Schulden. Besserung ist nicht in Sicht, weil weniger Abgeordnete und immer weniger Mitglieder das Problem noch weiter verschärfen.

Der Landeschef der Grünen, Sven Lehmann, bot darum augenzwinkernd an, der CDU zu helfen und eine ihrer beiden Immobilien zu erwerben. Seiner Partei gehe es gut und die grüne Zentrale sei längst viel zu klein geworden.

Lehmann bekam jetzt Post von seiner Parteifreundin Sigrid Beer, parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen im Landtag. Darin warnt sie vor dem Deal: das Haus hätte "kein gutes Gebäude-Karma". Mitarbeiter der CDU-Parteizentrale hatten im letzten Wahlkampf kräftig gegen ihren Chef Jürgen Rüttgers gestänkert und hässliche Interna ausgeplaudert.

Teile der CDU würden eine der Immobilien in bester Lage tatsächlich gerne loswerden. Notfalls auch an die Grünen. Doch die Parteiführung ist dagegen. Generalsekretär Oliver Wittke kämpft um seine Sparvorschläge und stößt auf erbitterten Widerstand. Reiche Kreisverbände denken gar nicht daran, den ärmeren Parteifreunden mit Krediten unter die Arme zu greifen. "Das Geld sähen wir nie wieder", sagt einer der mächtigen Kreisschatzmeister. Auch höhere Beiträge von Mandatsträgern sind umstritten.

Andere wollen Wittke zum Rausschmiss vieler Kreisgeschäftsführer drängen. 56 leistet sich die Partei. In der roten Ruhrgebietsdiaspora bringen die wenigen Mitglieder nicht einmal deren Gehälter und Dienstwagen auf.



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