DVU-Gründer: Gerhard Frey ist tot

Er war Gründer der rechtsextremen DVU und Herausgeber der "National-Zeitung". Nun ist Gerhard Frey im Alter von 80 Jahren gestorben. Der vermögende Unternehmer hatte millionenschwere Wahlkämpfe geführt, die Abgeordneten seiner Partei gaben meist ein verheerendes Bild ab.

Gerhard Frey (Archivbild 2006): Umtriebiger Rechtsextremist Zur Großansicht
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Gerhard Frey (Archivbild 2006): Umtriebiger Rechtsextremist

München - Der Verleger und langjährige Vorsitzende der rechtsextremen Deutschen Volksunion (DVU), Gerhard Frey, ist tot. Er wurde 80 Jahre alt. Sein Sohn bestätigte am Samstag, dass Frey am 19. Februar nach kurzer Krankheit in seinem Haus in Gräfelfing bei München gestorben ist.

Frey war bis zuletzt Herausgeber der in München erscheinenden "National-Zeitung". 1987 gründete der Millionär die DVU, als Anhängsel seiner rechtsradikalen Verlage. Von Beginn an wurde die DVU vom Verfassungsschutz beobachtet. Dieser attestierte der von Frey maßgeblich finanzierten Splitterpartei eine verfassungsfeindliche Ausrichtung.

Schlagzeilen machte die Partei mit ihrem für seine cholerischen Auftritte gefürchteten Chef, als ihr mit ausländerfeindlichen Parolen der Sprung in diverse Landesparlamente gelang. In Bremen und Brandenburg stellte die DVU Abgeordnete. Geradezu spektakulär waren die 12,9 Prozent, die der DVU 1998 im Landtag von Sachsen-Anhalt 16 Sitze bescherten. Wahlkämpfe waren meist eingekaufte Werbefeldzüge, DVU-Politiker bekamen die Bürger kaum zu Gesicht. In den Landtagen gab die dilettierende Truppe ein verheerendes Bild ab.

Die zuletzt desolate Partei wurde von Frey bis zum Jahr 2009 geführt. Er suchte immer wieder die Nähe zur NPD, auch wenn das Verhältnis der beiden rechtsextremen Parteien nicht zuletzt wegen Führungsrivalitäten als angespannt galt. Mit einem sogenannten Deutschlandpakt hatten die Parteien verabredet, sich bei Wahlen keine Konkurrenz zu machen. Die DVU war zuletzt aber so schwach, dass die NPD den Pakt im Jahr 2009 aufkündigte.

Der Nachfolger an der Spitze der fremdenfeindlichen Frey-Partei, Matthias Faust, brachte die DVU-Reste dann Anfang 2011 in die NPD ein. Um die als Fusion genannte Übernahme durch die NPD zu ermöglichen, hatte Frey zuvor seiner Partei ein Millionendarlehen erlassen. Gegen die Übernahme hatten mehrere Landesverbände zunächst noch geklagt.

Frey stammte aus der Oberpfalz, er wurde am 18. Februar 1933 in Cham geboren. Nach dem Abitur studierte er Jura in München und Graz. In der österreichischen Stadt legte er 1960 auch seine Promotion ab. Schon in den fünfziger Jahren schrieb Frey, der auch eine journalistische Ausbildung absolvierte, für die rechtsextreme "Deutsche Soldatenzeitung". 1959 wurde er Chefredakteur und Herausgeber dieses Wochenblatts, das er 1963 in "Deutsche National-Zeitung" umbenannte.

Wie der SPIEGEL 1998 berichtete, pflegte Frey jahrzehntelang enge Kontakte zum früheren bayerischen CSU-Fraktionschef und ehemaligen bayerischen Innenminister Alfred Seidl, zum renommierten Juristen Theodor Maunz, Mitverfasser des angesehensten Grundgesetzkommentars, und zu BND-Gründer Reinhard Gehlen.

ore/dpa

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