Epidemie in Afrika Deutschland verzehnfacht Ebola-Hilfe

Deutschland reagiert auf die verheerenden Auswüchse der Ebola-Epidemie. Die Bundesregierung stockt die finanzielle Hilfe für die Krisengebiete in Afrika deutlich auf.

Ebola-Helfer in Liberia (Archivaufnahme):  Die Epidemie breitet sich weiter aus
AFP

Ebola-Helfer in Liberia (Archivaufnahme): Die Epidemie breitet sich weiter aus


Berlin - Deutschland stockt die Unterstützung für die Ebola-Krisengebiete in Afrika deutlich auf. Die finanziellen Mittel würden auf zehn Millionen Euro verzehnfacht, kündigte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) in der "Rheinischen Post" an. "Die Situation hat sich dramatisch verschlimmert und droht außer Kontrolle zu geraten", sagte Müller der Zeitung. Die Hilfen stellt die Bundesregierung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Verfügung.

Die zusätzlichen Mittel sollen dem Entwicklungsminister zufolge für eine bessere Versorgung der Ebola-Kranken mit Medikamenten und für "weiteres qualifiziertes medizinisches Personal" eingesetzt werden. Müller forderte auch andere Länder zu mehr Hilfe auf. Die internationale Gemeinschaft sei aufgerufen, den Lufttransport sicherzustellen. "Wir müssen medizinisches Personal in die entsprechenden Länder bringen und zugleich sicherstellen, dass wir sie im Notfall auf dem schnellsten Weg wieder ausfliegen und ihnen die bestmögliche medizinische Versorgung gewährleisten können."

Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnte vor den wirtschaftlichen Folgen der Epidemie für Westafrika. Das Wachstum in Sierra Leone und Liberia drohe um 3,5 Prozentpunkte zu schrumpfen, erklärte IWF-Sprecher Bill Murray. In Guinea könnte das Wachstum demnach um 1,5 Prozentpunkte sinken. In den drei Ländern droht die Ebola-Epidemie demnach Haushaltslöcher von jeweils bis zu 130 Millionen Dollar (rund 100 Millionen Euro) zu reißen. Die drei Staaten erhalten bereits Hilfen vom IWF. Derzeit berate der IWF mit den jeweiligen Landesbehörden über mögliche weitere Finanzspritzen, hieß es in Washington.

Die WHO hatte am Donnerstag berichtet, dass sich die Zahl der mutmaßlich mit Ebola infizierten Menschen in der Demokratischen Republik Kongo in nur einer Woche auf 62 verdoppelt habe. Zwischen dem 2. und 9. September seien 31 neue Fälle registriert worden. 35 Patienten seien bislang gestorben, wobei bisher nicht in jedem dieser Fälle Ebola eindeutig nachgewiesen wurde.

Der Ausbruch im Kongo geht nach Expertenangaben auf einen anderen Ebola-Stamm zurück als jener in Westafrika und ist bislang auf eine vergleichsweise kleine Region in der nördlichen Provinz Equateur beschränkt.

Beim Ausbruch in den westafrikanischen Staaten Guinea, Liberia, Sierra Leone und Nigeria waren bis zum 6. September rund 2300 Ebola-Todesfälle erfasst worden, etwa die Hälfte davon in Liberia. Insgesamt hätten sich mindestens 4293 Menschen infiziert, rund die Hälfte davon innerhalb der drei Wochen zuvor. Die Dunkelziffer sei jedoch sehr hoch. Die WHO fürchtet, dass sich in den kommenden Wochen Tausende infizieren werden, die Zahl der Erkrankten steige exponentiell an.

als/dpa/AFP

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insgesamt 23 Beiträge
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Marvel Master 12.09.2014
1. Einsatz wohl sinnvoll
Hallo, dieses Virus sollte man aufhalten. Die Gefahr die ich sehe ist, dass es irgendwann mutiert und über die Luft übertragen werden könnte. Das wäre wohl extrem schlecht für die Industriestaaten. Durch Flugzeuge könnte es sich dann eventuell wie in Zombie Filmen um den Planeten verbreiten. Keine schöne Vorstellung. Das aber wieder mal westliche Länder dem Kontinent Afrika helfen muss, und das im Jahre 2014, ist auch so eine SAche. Warum kriegen die da einfach nix hin. Ich war mal für längere Zeit vor Ort. Das ist einfach ein verlorener Kontinent. Da geht einfach nix. Ich denke im Jahre 2040 haben wir dort immer noch den selben Entwicklungsstand und 1 Mrd Leute mehr dort. Die werden niemals auf dem Niveau des Westens kommen.
modesto 12.09.2014
2. Abel
Marvel_Master: Aber auch nicht zu vergessen, dass "der Westen" im Jahrhundert vor dem 1. WK und auch weit darüber hinaus viele Länder um heutigen Afrika und heute Schwellenländer mit Ihrer imperialistischen, rücksichtlosen, ausbeuterischen Politik um Lichtjahre zurückgeschmissen haben.
Trondesson 12.09.2014
3.
---Zitat--- Deutschland reagiert auf die verheerenden Auswüchse der Ebola-Epidemie. Die Bundesregierung stockt die finanzielle Hilfe für die Krisengebiete in Afrika deutlich auf. ---Zitatende--- Schön und gut. Hier jedoch laufen weiterhin Schiffe aus den Infektionsgebieten deutsche Häfen an, ohne daß die Besatzungen vor dem Einlaufen einer Gesundheitsüberprüfung unterzogen werden. Schlamperei.
lalito 12.09.2014
4. Verallgemeinerung
Zitat von Marvel MasterHallo, dieses Virus sollte man aufhalten. Die Gefahr die ich sehe ist, dass es irgendwann mutiert und über die Luft übertragen werden könnte. Das wäre wohl extrem schlecht für die Industriestaaten. Durch Flugzeuge könnte es sich dann eventuell wie in Zombie Filmen um den Planeten verbreiten. Keine schöne Vorstellung. Das aber wieder mal westliche Länder dem Kontinent Afrika helfen muss, und das im Jahre 2014, ist auch so eine SAche. Warum kriegen die da einfach nix hin. Ich war mal für längere Zeit vor Ort. Das ist einfach ein verlorener Kontinent. Da geht einfach nix. Ich denke im Jahre 2040 haben wir dort immer noch den selben Entwicklungsstand und 1 Mrd Leute mehr dort. Die werden niemals auf dem Niveau des Westens kommen.
Denke, dann haben sie "vor Ort" in diesem großen Afrika nicht viel gesehen. Dort leben sehr wohl Menschen auf dem "Niveau des Westens", exakt so wie hier sind es rund 5 Prozent im unendlichen Reichtum schwelgend und der Rest kommt mehr oder weniger gut klar. Ein 1:1 Abbild, sorry, aber da können Sie mit Ihrem eurozentristischen Weltbild von Niveau und niemals lamentieren wie Sie wollen. Und natürlich gibt es schon immer einen regen Austausch zwischen den jeweiligen Nomenklaturen rund um die Welt, ist das Ebola-Virus da erst einmal etabliert, dann gute Nacht.
festuca 12.09.2014
5. Zu einfach gemacht.
Zitat von modestoMarvel_Master: Aber auch nicht zu vergessen, dass "der Westen" im Jahrhundert vor dem 1. WK und auch weit darüber hinaus viele Länder um heutigen Afrika und heute Schwellenländer mit Ihrer imperialistischen, rücksichtlosen, ausbeuterischen Politik um Lichtjahre zurückgeschmissen haben.
Man könnte darüber streiten, wo Afrika ohne Kolonialismus heute wäre. Aber das ist viele Jahrzehnte her und andere Weltregionen (Beispiel Vietnam) waren bis in die jüngste Zeit noch übler dran und boomen heute. Warum schaffen die das?
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